"Ich denke, dass er bezahlt wird, um ein Tor zu schießen. Und da muss sich ein Trainer bei ihm bedanken? Ich denke nicht", raunzte van Gaal und beschwerte sich, dass in Deutschland immer nur die Treffer bewertet würden, nicht aber die Leistungen: "Die zweite Halbzeit von Arjen war ziemlich gut, die erste nicht."
So, das musste gesagt sein. Robben weiß es ja auch selbst, er ist ein kluges Kerlchen. Am Ende einer turbulenten Woche stand er trotzdem als großer Münchner Held da. Erst das Tor zum Champions-League-Viertelfinale, jetzt der Doppelpack zur Bundesliga-Spitze. "Ich will eine wichtige Rolle spielen", sagt der 26-Jährige, "ich will Verantwortung übernehmen." Das tut er. Die Zahlen belegen: Robbens Premierensaison ist extrastark, sogar besser als die von Franck Ribery!
17 Bundesliga-Spiele hat der Holländer nun gemacht, zehn Tore geschossen, fünf vorbereitet. Die Bayern holten mit Robben 2,59 Punkte pro Spiel, er kommt auf einen kicker-Notenschnitt von 2,38. Ribery, der nach seinem Kommen 2007 die Nation verzückte und als Belohnung 2008 zum Fußballer des Jahres gewählt wurde, schaffte in seiner ersten Serie elf Tore und acht Vorlagen - in 28 Partien. Mit ihm holten die Münchner 2,39 Punkte pro Spiel, sein Notenschnitt lag bei 2,54. Im internen Quervergleich heißt es also: Vorteil Robben.
"Wir sind sehr glücklich, dass er bei uns ist - wegen seiner Tore, seiner Siegermentalität", sagt Sportdirektor Christian Nerlinger. "Er kann auch noch besser spielen", meint Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge. Nicht gespielt hat Ribery - Zeit, um sich hinsichtlich einer Vertragsverlängerung ein wenig anzunähern. "Ich habe gestern das Thema in einem Gespräch mit ihm angeschnitten und ihn gefragt, wie er sich denn nun seine Zukunft vorstellt", sagte Nerlinger: "Er hat geantwortet, dass er sich in den nächsten Wochen erst einmal auf das Sportliche konzentrieren will." In der vergangenen Woche hatte Ribery im französischen Fernsehen noch erklärt, dass er sich in "zwei bis drei Wochen" entscheiden wolle.
Auf dem Platz ist hingegen Robben das Hauptthema. Ohne seine Treffer hätte Bayern sieben Punkte weniger. Selbst wenn er mal schlecht beginnt, ist er am Ende der Beste. München hat dank Robben die Spitze verteidigt. "Das sind die Spiele, die du gewinnen musst, wenn du Meister werden willst", betont Philipp Lahm. "Die Gruppe ist in einer guten Balance. Hier wächst was zusammen", sagt Mark van Bommel. "Es funktioniert bei uns alles." Vor allem einer.
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