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14.03.2010, 14:36

Berlin: Funkel bleibt

Hertha weist Kritik zurück

Hertha-Manager Michael Preetz hat am Tag nach den Krawallen im Anschluss an die 1:2-Niederlage gegen den 1. FC Nürnberg Kritik am Vorgehen des Sicherheitsdienstes und der Polizei zurückgewiesen. Der DFB-Kontrollausschuss ermittelt, die DFL reagiert mit "Betroffenheit". Friedhelm Funkel bleibt weiterhin Trainer der Hauptstädter.

Auslaufen unter Polizeischutz: Am Sonntag gab es beim Hertha-Training keine Randale.
Auslaufen unter Polizeischutz: Am Sonntag gab es beim Hertha-Training keine Randale.
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Die Niederlage gegen Nürnberg bleibt ohne personelle Konsequenzen. "Ich bitte um Verständnis, dass wir hier und heute keine Trainerdiskussion führen", erklärte Berlins Manager Michael Preetz am Sonntag angesichts der Ausschreitungen von gewaltbereiten Fans nach der Partie. Schon am Samstag hatte Präsident Werner Gegenbauer betont, dass die Diskussion um Chefcoach Friedhelm Funkel nicht neu eröffnet werde. Funkel selbst schloss einen Rücktritt nach einer Bilanz von nur elf Punkten aus 19 Spielen aus. Er leitete am Sonntag wie geplant das Training. Zum Auslaufen der Profis hatte die Polizei sechs Einsatzwagen auf das Hertha-Trainingsgelände entsandt, doch Fan-Proteste blieben aus.

Video zum Thema
kicker.tv Hintergrund- 15.03., 10:42 Uhr
Hertha BSC zerbricht - Pech mit System
Beim 1:2 gegen Nürnberg ging für Hertha BSC mehr als ein Spiel verloren. Erst die Randale nach dem Schlusspfiff - anschließend die Diskussionen um Trainer, Manager und Spieler. Der Hauptstadt-Klub stürzt ab.
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Keine Kritik an den Sicherheitskräften

Preetz wies Kritik am Verhalten der Sicherheitskräfte bei den Ausschreitungen nach der Niederlage gegen Nürnberg zurück. "Wir haben vom DFB in einer ersten Mitteilung erfahren, dass Klub und Sicherheitsdienst auf die Vorfälle besonnen reagiert hätten", sagte Preetz am Sonntag nach dem Training, zu dem Fans keinen Zugang hatten. Auch die Polizei sei "schnell genug" im Innenraum gewesen und habe Schlimmeres verhindert. Rund 100 Chaoten hatten nach Abpfiff den Innenraum gestürmt und minutenlang ungestört Trainerbänke und Werbetafeln demoliert.

Der Sicherheitsdienst wehrte sich gegen den Vorwurf, wonach er durch seinen Rückzug den Randalierern das Eindringen in den Innenraum ermöglicht habe. "Wir haben im Vorfeld ein solches Szenario durchgesprochen. Für uns war klar, dass wir uns auch aus Eigenschutz zurückziehen und Kabinentrakt und Zuschauerbereiche schützen, um zur Deeskalation beizutragen", sagte Henry Klemm von Sicherheitsdienstleister des Klubs.

Preetz erklärte, dass die Anzahl der Polizei- und Sicherheitskräfte für das Spiel erhöht worden war, weil es bereits im Vorfeld der Partie Hinweise auf Ausschreitungen gegeben habe. Mit dem DFB hatte man frühzeitig Kontakt aufgenommen. In Internet-Foren sollen Fans für den Fall einer weiteren Niederlage Randale angekündigt haben. "Ich hatte nicht den Eindruck, dass die Aktion von langer Hand geplant sei. Es wirkte alles eher spontan", sagte dagegen Herthas Fan-Beauftragter Steffen Wirth.

Der DFB-Kontrollausschuss hat Ermittlungen aufgenommen, Hertha wird sich am Montag mit der Polizei austauschen und kündigte Konsequenzen an. "Das kann bis zu bundesweiten Stadionverboten reichen", sagte Preetz. Rund 30 Personen hatte die Polizei vorübergehend festgenommen und deren Personalien aufgenommen. Vier Polizisten wurden leicht verletzt.

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DFL will "ligaweite Strategie"

"Mit großer Betroffenheit" hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) auf die Ausschreitungen reagiert. "Für uns steht fest: Gewalttäter dürfen keinen Platz im Fußball haben. Der Ligaverband wird daher natürlich die Arbeit des DFB-Kontrollausschusses nach allen Kräften unterstützen und für harte Strafen eintreten", teilte Liga-Präsident Reinhard Rauball in einer Stellungnahme mit. Laut Rauball wird sich angesichts der jüngsten Häufung gewalttätiger Vorkommnisse auch der Ligavorstand mit dem Thema intensiv befassen, um eine ligaweite Strategie zu beraten. "Klar ist und bleibt: DFL und Klubs werden die Thematik mit der gebotenen Sachlichkeit und Gründlichkeit angehen, aber keinerlei Toleranz gegenüber Gewalttätern dulden. Die Liga wird sich in dieser Frage zudem weiter umfassend mit dem DFB abstimmen, um mit einer einheitlichen Linie den Fußball vor gewalttätigen Chaoten zu schützen", heißt es in der Stellungnahme.

14.03.10
 
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