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11.03.2010, 12:04

Experte Spahn begrüßt offenen Brief

"Straftäter rausdrängen!"

Nach den jüngsten Ausschreitungen mit Pyrotechnik in den Stadien haben die Fanbeauftragten der Erst- und Zweitligisten in einem "offenen Brief an die Fußballfans" Alarm geschlagen. Im Anschluss an ihr kurzfristig anberaumtes Treffen in Bochum am Montag wiesen sie eindringlich darauf hin, "dass vor allem Teile der Ultra-Szene sich selbst und am Ende allen Fans schaden".

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Helmut Spahn begrüßt den offenen Brief der Fanbeauftragten.
Helmut Spahn begrüßt den offenen Brief der Fanbeauftragten.
© imago Zoomansicht

In dem Appell nach mehr Verantwortung und Respekt in den Kurven heißt es: "Pyrotechnik ist hochgefährlich und fordert seit Jahren Verletzte." Die Fanbeauftragten warnen: "Der Druck der Politik steigt mit jeder dieser sinnlosen Aktionen." Es drohten Maßnahmen wie der komplette Ausschluss von Gästefans, Geisterspiele, das Verbot jeglicher Fanutensilien oder auch der Wegfall von Stehplätzen, was drastisch steigende Kartenpreise zur Folge hätte.

Video zum Thema
kicker.tv Hintergrund- 08.03., 18:54 Uhr
Rauchbomben und Leuchtraketen - Brennpunkt Fankurven
Brandherd Fanszene: Die flammenden Rituale nach italienischem Vorbild sind zwar in Deutschland verboten, greifen aber immer stärker um sich. Michael Gabriel von der Korrdinationsstelle Fanprojekte spricht während des Redaktionsbesuchs beim kicker von zunehmenden "Konfliktsituationen zwischen Teilen der Fanszene und der Polizei".
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Der Sicherheitschef des DFB, Helmut Spahn, hat den offenen Brief im Gespräch mit dem kicker ausdrücklich begrüßt: "Diese Initia-tive trifft den Kern. Wir müssen die Vernünftigen in den Kurven erreichen. Und die sind absolut in der Mehrheit." Die Minderheit seien, so Spahn, "bundesweit 2000 bis 3000, also pro Verein 100 bis 150 Unbelehrbare". Spahn weiter: "Wir wollen kein Denunziantentum fördern, aber die Straftäter können nur aus der Kurve gedrängt werden, wenn die bisher schweigende Mehrheit sie nicht mehr schützt. Sonst drohen Maßnahmen auch denen, die diese nicht verdient haben."

Spahn bestätigte, dass die Randale mit Pyrotechnik in der Rückrunde markant zugenommen hat. "Die einzelnen Szenen wollen sich überbieten und produzieren sich damit im Internet."

Für dieses Wochenende sindkeine besonderen Sicherheitsmaßnahmen auf breiter Front geplant. "Die Vereine sind momentan natürlich sehr sensibel", sagte Spahn. Ob es verstärkte Kontrollen und mehr Sicherheitspersonal gebe, werde jedoch wie üblich in den Lagebesprechungen vor Ort am Donnerstag und Freitag ent- schieden.

Jörg Jakob

11.03.10
 
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