"Viele haben gesagt: Lasst sie absaufen. Aber wir Idioten im Vorstand haben sie nicht absaufen lassen - und jetzt werden wir dafür verarscht", so der aufgebrachte Hoeneß bei einer Talkrunde am Donnerstagabend in Nürnberg. Eigentlich wollte der FCB keine Stellung zu dem Fall nehmen. Medienchef Markus Hörwick erklärte, dass "wir uns mit wichtigeren Dingen beschäftigen als diesem Theater, das der TSV 1860 da inszeniert".
Hoeneß aber war kaum zu beruhigen. "Ich dachte immer, wenn jemand im Vollbesitz seiner geistigen Kräfte unterschreibt, dass er sich daran auch noch später erinnert", sagte der Ex-Manager, "sie haben uns damals auf Knien liegend gebeten, die Anteile zu übernehmen, weil sie sonst hopsgehen".
„Wir sind über den Tisch gezogen worden.“1860-Anwalt Michael Priebe
Die Bayern hatten die Anteile der wirtschaftlich angeschlagenen Löwen an der Allianz Arena gekauft und 1860 vor der Insolvenz gerettet. Laut der Anwälte der Sechziger habe der Bundesligist aber damals die Notlage des Stadtrivalen ausgenutzt. "Wir sind über den Tisch gezogen worden", sagte 1860-Anwalt Michael Priebe. Die Anteile seien damals rund 20 Millionen Euro wert gewesen. "Für uns geht es ums Überleben. Wir führen diesen Prozess aus einer wirtschaftlichen Notwendigkeit heraus", erläuterte 1860-Geschäftsführer Manfred Stoffers in der Münchner "Abendzeitung".
Am Freitag reagierte Stoffers auf die Attacken von Hoeneß und betonte, man werde auf keinen Fall diese Auseinandersetzung auf dem Boulevard austragen. "Der Präsident des FC Bayern wirft uns in drastischer Wortwahl vor, wir würden den FC Bayern durch unsere juristischen Maßnahmen verulken. Dies weisen wir in der gebotenen Deutlichkeit zurück. Allein schon der Respekt vor Recht und Gesetz verbietet es, ein Gericht für einen Ulk zu missbrauchen", schrieb Stoffers. "Wir hoffen nach wie vor, dass wir die Meinungsverschiedenheiten am Konferenztisch und nicht im Gerichtssaal klären können".
Es ist nicht der einzige Streitpunkt zwischen den beiden Klubs. 1860 verweigert seit Saisonbeginn die Zahlung der Catering-Pauschale und ist deswegen von den Bayern verklagt worden. Der Streitwert beträgt 500.000 Euro. Am 24. März will das Landgericht München entscheiden, ob die Cateringregelung aus kartellrechtlicher Sicht zu beanstanden ist.
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