Eine Rolle, gegen die sich der Niederländer sträubt. "Es ist zu einfach zu sagen, ich hätte die Bälle gegen Wolfsburg verwandelt", betont van Nistelrooy. Höflich lobt er die Angriffsbemühungen und bescheinigte Berg und Co. "viel Pech". Der Stürmerstar ist neu in Hamburg, er weiß noch nicht, dass sich gewisse Mechanismen zuverlässig wiederholen an der Elbe - wenn es zählt, fehlt die Entschlossenheit. Schon in Dortmund, wo es um den Anschluss an die Spitze ging, packte der HSV nicht beherzt zu und verlor verdient 0:1. Am Freitag, da es um die beinahe letzte Titelchance ging, begann Bruno Labbadias Elf zwar engagiert, wirklich entschlossen aber trat sie erst nach dem Wechsel auf. Die Folge bringt Mladen Petric auf den Punkt: "Von der Meisterschaft brauchen wir jetzt nicht mehr viel zu reden." Und von der Champions League bald auch nicht mehr? Schalke, beileibe nicht besser besetzt, ist sechs Punkte enteilt, weil der HSV nach dem passablen Rückrundenstart gegen Freiburg die Grundtugenden über weite Strecken vermissen lässt. Petric ist deshalb in ernsthafter Sorge, dass die Königsklasse einmal mehr verpasst wird: "Der Abstand wird immer größer."
Wann van Nistelrooy in Hamburgs Aufholjagd einsteigt, ist trotz der Intensivierung seines Programms offen. "Ich bin jetzt nicht mehr in Behandlung, sondern wieder im Training", sagt er zufrieden. Statt mit Reha-Trainer Markus Günther übt er seit Samstag mit Techniktrainer Ricardo Moniz. "Ich spüre, dass ich nicht mehr weit weg bin. Aber erst Mitte der Woche werden wir entscheiden, ob ich schon in Köln dabei bin oder ob dieses Spiel zu früh für mich kommt. Denn ich muss bei 100 Prozent sein, damit ich den Unterschied machen kann." Labbadia sieht die Situation ähnlich: "Ruud ist nicht unser alleiniger Heilsbringer, auch ein Spieler seiner Kategorie schafft es nicht allein."
Van Nistelrooy hofft am kommenden Wochenende auf einen Platz im Kader, Zé Roberto indes macht immer noch kein kontinuierliches Balltraining, wird auch am Sams- tag fehlen, wenn es darum geht, Schalke nicht in Fernglas-Reichweite enteilen zu lassen. Labbadia rät angesichts der Tabellenkonstellation, "dass wir nicht die Nerven verlieren. Denn wir haben nach Dortmund eine Reaktion gezeigt". Findet Marcell Jansen auch: "Es war zu sehen, dass der HSV lebt, dass er jeden Gegner schlagen kann." Der Trend sagt trotz kurzen Zwischenspurts etwas anderes aus: Von den letzten zwölf Gegnern wurden nur drei geschlagen.
Welches Paar soll bei der EURO die Innenverteidigung bilden?(47692 Teilnehmer)
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