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26.01.2010, 14:02

Mittelfeldspieler erneut am Knie operiert

Rolfes droht WM-Aus - Frings-Rückkehr "kommt nicht infrage"

Als er am Montagmittag das Hotel Le Meridien in Stuttgart verließ, wo die deutsche Nationalmannschaft während des Fitnesstests logiert, hinkte Simon Rolfes sichtbar. Das erst im Oktober operierte Knie machte dem Kapitän von Bundesliga-Spitzenreiter Bayer Leverkusen wieder zu schaffen. Eine Kernspinuntersuchung erbrachte einen neu aufgetretenen Knorpelschaden, am Dienstag wurde Rolfes in Augsburg erneut operiert. Dem Mittelfeldspieler droht nun das WM-Aus.

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Fußball, Nationalelf: Simon Rolfes, hier im WM-Quali-Spiel gegen Russlands Arshavin.
Energisch gegen den Weltklasse-Stürmer: Simon Rolfes im Russland-Spiel gegen Arshavin.
© picture-alliance Zoomansicht

"Man sollte ihn nicht verfrüht abschreiben und ihm die Daumen Drücken, dass er bald wieder spielen kann", sagte DFB-Teammanager Oliver Bierhoff am Dienstag in Stuttgart und berichtete weiter, dass die Nachricht über die erneute Verletzung des Mittelfeldspielers für große Betroffenheit bei Bundestrainer Joachim Löw und innerhalb der Mannschaft gesorgt habe. Rolfes war für die WM der erste Anwärter auf die Rolle neben Kapitän Michael Ballack im defensiven Mittelfeld. "Das ist auch für uns ein Rückschlag, aber wir müssen erstmal abwarten, wie lange er wirklich ausfällt", sagte Löw-Assistent Hansi Flick.

Der Chef sah es ganz ähnlich: "Simon hatte zuletzt immer sehr stark gespielt hat, auch bei unserem entscheidenden WM-Qualifikationsspiel in Russland. Nun müssen wir die Situation abwarten und uns Gedanken machen. In erster Linie ist es aber ganz bitter für ihn", sagte Joachim Löw. Sehr deutlich äußerte sich der Bundestrainer auch bezüglich einer nun möglichen Rückkehr von Bremens Routinier Torsten Frings: "Das kommt nicht infrage."

Das kommt nicht infrage. Bundestrainer Löw über eine mögliche Frings-Rückkehr

Ob Rolfes nach der neuerlichen OP am rechten Knie rechtzeitig zum Start der WM-Vorbereitung Mitte Mai fit wird, steht jedoch in den Sternen. Dem Leverkusener droht eine monatelange Pause.

Simon Rolfes (Bayer Leverkusen)
Das Knie macht wieder Sorgen: Simon Rolfes (l.) musste erneut unters Messer.
© imago Zoomansicht

Natürlich auch für seinen Verein ein schwerer Schlag. "Das ist ein großer Schock für uns und tut richtig weh, vor allem aber Simon, der sich sehr auf die WM gefreut hatte", sagte Sportdirektor Rudi Völler dem SID: "Wir müssen ihn nun aufbauen und werden ihn so gut es geht unterstützen. Er muss positiv denken."

Dritte Knie-OP innerhalb eines halben Jahres

Für Rolfes war es die dritte Knie-OP binnen einem halben Jahr. Nach dem Russland-Länderspiel hatte sich der 21-malige Nationalspieler, der bereits im Juni am Knie operiert worden war, im Oktober einer arthroskopischen Gelenkspülung unterziehen müssen. Aus einer angedachten zehntägigen Pause wurden fast drei Monate. Beim Rückrundenauftakt gegen Mainz (4:2) feierte Rolfes ein Kurzcomeback als Einwechselspieler, auch beim 3:0 in Hoffenheim am Sonntag wirkte er nur acht Minuten mit.

zum Thema

Das DFB-Quartier hatte der 28-Jährige bereits am Montagnachmittag verlassen, nachdem er die vergangenen Tage erneut heftige Schmerzen verspürt hatte und deshalb auch nicht an den ersten Übungen des Fitnesstests teilnehmen konnte. Nach dem negativen Ergebnis der Kernspin-Untersuchung wurde Rolfes nach Augsburg gefahren, wo er am Dienstagmorgen vom Kniespezialisten Dr. Ulrich Boenisch operiert wurde.

Das drohende WM-Aus von Rolfes bringt die Planungen des Bundestrainers gehörig durcheinander. Thomas Hitzlsperger ist beim Verein VfB Stuttgart derzeit nur dritte Wahl und muss wegen mangelnder Spielpraxis um das WM-Ticket bangen. Weitere Alternativen sind Sami Khedira, Christian Gentner oder auch Bastian Schweinsteiger.

Video zum Thema
kicker.tv news- 26.01., 17:14 Uhr
Rolfes-OP: Schock für Bayer und Löw
DFB-Manager Oliver Bierhoff will den erneut am Knie operierten Simon Rolfes nicht frühzeitig für die WM abschreiben, doch sitzt der Schock wegen der Verletzung des Leverkuseners tief - beim DFB und bei Bayer. Dass dadurch Torsten Frings wieder eine Rolle spielen könnte, ist ausgeschlossen. Von einer Ausbootung des Bremers will man beim DFB aber nichts wissen. In Wolfsburg steckt Geschäftsführer Dieter Hoeneß mitten in der Trainersuche, doch einen Schnellschuss will er nicht landen.
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26.01.10
 
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