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18.01.2010, 11:55

kicker-Herausgeber Rainer Holzschuh dreht den Scheinwerfer

Der FC Bayern braucht jetzt Kontinuität

Dass der FC Bayern nach wie vor die personelle Übermannschaft darstellt, kann nicht verwundern bei der Höhe der Investitionen in den letzten Jahren. Auch in dieser Saison führt der Meistertitel einmal mehr nur über die Münchner. Wobei sie letztlich von den Schwächephasen aller anderen Topklubs profitieren, trotz ihres eigenen Jammer-Starts nicht bereits weit abgeschlagen zu sein.

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kicker-Herausgeber Rainer Holzschuh
kicker-Herausgeber Rainer Holzschuh

Der Sieg gegen Hoffenheim setzt nun den Aufwärtstrend des Dezembers fort und mag den Konkurrenten um Leverkusen signalisieren, dass die Bayern vor einer spielerisch beeindruckenden Rückrunde stehen. Ein weiteres Jahr ohne Titel käme schließlich einer gefühlten "Majestäts-Beleidigung" gleich. Immerhin kann Trainer Louis van Gaal mit einer Mannschaft arbeiten, die weder international noch gar national irgendeinen Konkurrenten fürchten muss. Wesentlich besser aufgestellt waren die erfolgreichen Vorgängerteams auch nicht unbedingt. Ein entscheidender Vorteil jedoch mag in der Kontinuität des Gesamt-Konstrukts FC Bayern gelegen haben: Trainer und Spieler waren längerfristig aufeinander eingestellt, eine tragbare Philosophie konnte sich peu à peu entwickeln. Und dann greifen auch die kleinen Rädchen besser ineinander, die oft den entscheidenden Unterschied im Erfolgsstreben ausmachen.

Die aktuelle Misere von Hannover 96 mag auf vielfältigen Ursachen gründen. Der Schock des Enke-Todes hing den Spielern lange nach. Doch wie in jedem Beruf werden auch im Fußball nach einer gewissen Karenzzeit Leistungen eingefordert; zumal die Winterpause jedem einzelnen Spieler die Gelegenheit zum Auffrischen der körperlichen wie mentalen Kräfte bot. Der Trainerwechsel von Hecking zu Bergmann ist längst verpufft. Der Cheftrainerrolle in der Bundesliga scheint Bergmann nicht gewachsen zu sein, ohne dass man an seinen fußballfachlichen Fähigkeiten unbedingt zweifeln muss. Einen Nachwuchs-Trainer plötzlich in die Verantwortung zu hieven hat zwar einige Male gut funktioniert. Doch nur ganz starken Persönlichkeiten gelingt der Spagat zwischen der Rolle eines Ausbilders im Verein hin zu einer unausweichlichen Dominanz zwischen Chef und ausgebufften Profis. Andreas Bergmann hat wie Michael Oenning beim Club trotz zwischenzeitlich beachtlicher Erfolge merken müssen, dass eine meist psychisch marode Mannschaft schnell aufzurichten ist. Dauerhaft jedoch bekamen sie das Heft des Handelns nicht ausreichend genug in den Griff. Ausnahmen wie in Mainz einst Jürgen Klopp - vom Spieler direkt zum Cheftrainer - oder noch früher Christoph Daum in Köln wird es immer geben.

18.01.10
 
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