Philipp Wollscheid, 20 Jahre junger Abwehrspieler aus der Nürnberger Regionalliga-Elf, durfte mit dem ersten Team trainieren. Den umgekehrten Weg mussten Güngör Kaya, Tomasz Welnicki und Peter Perchtold, an dem 1860 München Interesse haben soll, antreten, Hecking verzichtete auf das Trio freiwillig. Ansonsten war sein ersten Training vor allem von einen Grundtenor geprägt: Aufbruchstimmung. Mindestens 1500 Zuschauern am Montag verfolgten die zweikampfintensive Einheit.
Am Selbstvertrauen wolle er schrauben, verriet Hecking, das hole man sich auf dem Platz über gelungene Zweikämpfe und Pässe. "Der Abstiegskampf muss in die Köpfe", machte der 45-Jährige deutlich. Den Fans scheint die neue Gangart zu gefallen, vor und nach dem Training wurde Hecking umringt und mit Fragen nach dem "Rettungsplan" gelöchert.
Ein Quartett fehlte indes zum Aufgalopp: Javier Pinola ist aus familiären Gründen noch in Argentinien, Isaac Boakye hat Probleme mit seinem Rückflug aus Ghana, und die beiden australischen Nationalspieler Matthew Spiranovic sowie Dario Vidosic wurden in Australiens Kader für das Qualifikationsspiel zum Asien Cup gegen Kuwait am 6. Januar berufen.
Dann werden die Nürnberger bereits im Trainingslager in Belek weilen - Tür an Tür übrigens mit dem fränkischen Rivalen SpVgg Greuther Fürth. Vom 2. bis 9. Januar holt sich der Club in der Türkei den letzten Schliff für den Abstiegskampf in der Rückrunde. Wollscheid wird dann dabei sein, die weitere personelle Situation klärt sich in den Tagen bis zum Abflug: "Bis dahin hat jeder die Chance, mir etwas anzubieten", sagte Hecking. Das Ziel ist der Klassenherhalt, so Hecking, "eine Garantie könne er aber nicht geben: "Es wäre vermessen, wenn ich sagen würde, dass nun alles toll ist, weil der Hecking da ist."
Von der Wechselfront gab es indes wenig Neues, weder in Sachen Zu- noch in Sachen Abgänge. Während als Verstärkungen nach wie vor Jurica Vranjes (Werder Bremen) und Michael Görlitz (Halmstads BK) gehandelt werden, trainierte Peer Kluge, der weiterhin von Schalke 04 umworben wird, am Montag ganz normal mit. "Solange es keinen Ersatz gibt, wird keiner abgegeben", stellte Club-Manager Martin Bader klar. Auch Hecking betonte, er wolle Kluge auf jeden Fall behalten. Ein Gespräch soll die Lage klären, denn ein Spieler müsse "100 Prozent mit dem Kopf dabei sein". Und klar ist auch, dass der klamme Club bei einer bestimmten Ablösesumme schwach werden würde. Ein von finanziellen Zwängen getriebener Transfer ist nicht auszuschließen.
Definitiv auszuschließen ist ein Transfer von Hoffenheims Per Nilsson nach Franken. "Es kommt überhaupt nicht infrage, ihn abzugeben", sagte Hoffenheims Manager Jan Schindelmeiser gegenüber dem kicker. Nilsson ist bei 1899 erster Ersatz für die Innenverteidiger Josip Simunic und Marvin Compper. Der Ghanaer Issac Vorsah muss zudem für den Afrika-Cup freigestellt werden, Matthias Jaissles Rückkehr ist nach seinem Kreuzbandriss und dem später erfolgten weiteren Eingriff am Kinie noch nicht exakt vorauszusagen.
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