"Ich halte nichts davon, in Konjunktiven zu denken. Wir sind in der Pflicht, ein gutes Ergebnis zu holen", sagte FCN-Manager Martin Bader vor dem Spiel beim FC. Man kann diese Forderung interpretieren wie man will, ist sie doch auch eine Ansage speziell an Trainer Michael Oenning. Deshalb lautet die große Frage: Darf Oenning auch in der Domstadt verlieren? Bader und Präsident Franz Schäfer möchten, das betonen sie gebetsmühlenartig, am Trainer festhalten. Doch was passiert, wenn die Mannschaft erneut so desolat auftritt? "Dann feiern wir Weihnachten am Konferenztisch", sagt Schäfer, der für den Fall einer Niederlage "weiß, was zu tun ist". Was, das behält der Präsident für sich und lässt damit Spielraum für Interpretationen.
Letztlich gibt es bei der Bilanz zur Saisonhalbzeit nur zwei Möglichkeiten. Präsidium und Aufsichtsrat bewahren die Ruhe, halten an Oenning fest und hoffen, dass Kontinuität belohnt wird. Immerhin führte Oenning den Club in der vergangenen Zweitliga-Rückrunde nach schwacher Hinrunde noch in die 1. Liga. Oder sie ziehen die Reißleine, weil auch der Trainer derzeit ratlos wirkt und seine Maßnahmen verpuffen. Zumal sich Oenning mit seinen Personalentscheidungen angreifbar macht. Zum Beispiel mit der Nibelungentreue zu Christian Eigler. Oder dem Festhalten an Havard Nordtveit, der vor der Abwehr mehr und mehr zur Fehlbesetzung wird.
Unabhängig von diesen konkreten Punkten sprang HSV-Trainer Bruno Labbadia seinem Trainerkollegen Oenning auf der Pressekonferenz nach dem Spiel zur Seite und wünschte sich eine andere Kultur bei der Betrachtung und Beurteilung von Trainern und Mannschaften. "Ich weiß, wie gut Michael mit dieser jungen Mannschaft arbeitet."
„Unabhängig vom Sonntagspiel werden wir im Winter nachsteuern. Bei Zu- und Abgängen.“Martin Bader
Dass der Kader aber kaum personelle Alternativen hergibt, mussten die Macher ebenfalls im Laufe der Hinrunde schon schmerzvoll feststellen. "Unabhängig vom Sonntagspiel werden wir im Winter nachsteuern. Bei Zu- und Abgängen", sagte Bader der Bildzeitung.
Eine ganz bittere Phase erlebt derzeit Alexander Stephan. Der Nürnberger Ersatzkeeper stand nach der Roten Karte von Raphael Schäfer dreimal im Kasten der Franken, erhielt dreimal die kicker-Note 3 und kassierte trotzdem neun Gegentore. In Köln absolviert der 23-Jährige sein viertes und wohl vorerst letztes Bundesligaspiel, denn dann hat Schäfer seine Vier-Spiele-Sperre abgesessen und steht zum Rückrunden-Auftakt in Schalke wieder im Tor.
Immer mehr wird deutlich, welch' große Auswirkung das Fehlen des Torwarts wegen seiner Tätlichkeit gegen Misimovic auf die Stabilität des Teams hat. Gegen den BVB und gegen den HSV brachen nach dem ersten Tor alle Dämme.
Ein wenig Hoffnung auf das von Bader geforderte gute Ergebnis dürften die zuletzt sturmreif geschossenen Nürnberger (0:1 gegen Freiburg, 0:4 beim BVB, 0:4 gegen den HSV) insofern haben, dass die Kölner gerade im Angriff ihre Probleme haben. Novakovic, Podolski & Co. trafen erst siebenmal ins Schwarze.
| Verein | Name | Datum | Position |
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