Frankfurt: Kontrollausschuss ermittelt gegen Duo
Provokateur Maik Franz spielt mit dem Feuer
Vier Tore in einer Saison sind dem Abwehrspieler bei 149 Bundesligaeinsätzen weder für den Karlsruher SC (2/2) noch für den VfL Wolfsburg (2) geglückt. Die Eintracht-Fans feiern Franz als Publikumsliebling, für viele Gegner ist er oft nur ein unverbesserlicher Provokateur, der sich auf einem schmalen Grat bewegt. Emotion ja, Unsportlichkeit nein. Beim Frankfurter Abwehrspieler vermischen sich zu häufig die Grenzen. Am Montag gab der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes bekannt, dass er Ermittlungen gegen den Spieler aufgenommen hat.
Am Samstag in Hoffenheim ist der heftig Umstrittene gesperrt. Die fünfte Gelbe Karte war die Quittung für ein - unnötiges - "Streitgespräch" mit Milorad Pekovic. Wann immer es Rudelbildung gab, Franz war mittendrin.
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Aristide Bancé"Maik Franz ist für uns ein richtiger Gewinn. Aber er muss seine Aggressivität ausschließlich auf das Spiel verlagern. Das habe ich ihm schon oft erklärt. Solche Provokationen und verbale Scharmützel braucht weder die Eintracht noch Maik Franz", betonte Vorstandsboss Heribert Bruchhagen. Trainer Michael Skibbe zeigte aber auch Verständnis für den Außenverteidiger: "Maik hat schon in Berlin auf die Nuss bekommen und diesmal wieder."
Schwere Vorwürfe erhob sein Mainzer Gegenspieler Aristide Bancé am Sonntag im SWR: "Er hat mich das ganze Spiel über provoziert, meinen Vater, meine Mutter beleidigt. Er hat mich als dreckigen Nigger bezeichnet." Das wies Franz vehement von sich: "Das entspricht nicht meinen ethischen und moralischen Vorstellungen", sagte er nach Vereinsangaben.
"Ich sage nichts zu gegnerischen Spielern", erklärte FSV-Trainer Thomas Tuchel nach dem Derby am Samstag. Das tat um so deutlicher sein Manager: "Es gibt einen Spieler, über den wird viel geredet. Jetzt habe ich gemerkt, dass alle recht haben!" Ohne den Namen von Franz zu nennen, legte Christian Heidel nach: "Er darf sich nicht wundern, wie sein Ruf ist."
Sauer war Heidel aber auch auf Aristide Bancé, der sich nach dem Abpfiff dazu hinreißen ließ, den Mittelfinger Richtung Franz zu zeigen: "Das macht man nicht, ist nicht in Ordnung. Er wird einen Denkzettel bekommen!" Wie der ausfällt, wird diese Woche noch abgeklärt. Dazu droht Bancé ein Nachspiel vor dem DFB-Sportgericht, der Kontrollausschuss hat die Ermittlungen aufgenommen. Da gilt er übrigens nicht als Wiederholungstäter, weil seine Sperren im Trikot von Kickers Offenbach über eine Saison her sind. Dort hatte er sich nach einem Platzverweis beim 1:7 gegen Gladbach hinreißen lassen, den Mittelfinger zu heben - statt vier wurde er seinerzeit fünf Spiele aus dem Verkehr gezogen. Für Franz und Bancé gilt jetzt, dass sich beide zeitnah vor dem Ausschuss äußern sollen.
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