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05.12.2009, 21:31

Stuttgart: Proteste vor und nach dem Spiel gegen Bochum

Fans haben "die Schnauze voll"

Die Nerven beim VfB Stuttgart liegen nach dem 1:1 gegen den VfL Bochum endgültig blank - und das nicht nur bei der Mannschaft. Bereits vor der Partie hatten die Fans des VfB den Mannschaftsbus blockiert. Und nach der unbefriedigenden Leistung gegen dezimierte Bochumer fand der Protest seine Fortsetzung. Etwa 2000 Anhänger der Schwaben fanden sich vor dem VIP-Bereich der Mercedes-Benz-Arena zusammen.

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Die Stuttgarter Fans protestieren vor der VIP-Bereich
Enttäuschter Anhang: Die Stuttgarter Fans protestieren vor der VIP-Bereich.
© picture alliance Zoomansicht

Dort skandierten sie lautstark "Wir haben die Schnauze voll" oder auch "Scheiß Millionäre". Vor der Partie schrien die Anhänger ähnliche Parolen und entzündeten ein bengalisches Feuer. Verletzt wurde niemand, auch der Bus blieb unbeschädigt. Erst nach Eingreifen der Polizei konnte die Mannschaft von Trainer Markus Babbel ins Stadion einfahren. Zunächst äußerte der Trainer noch Verständnis für die augebrachten Fans.

Babbel kritisierte daür nach der Partie die eigenen Fans für ihr Verhalten. "Die Stimmung im Stadion hat zur Verunsicherung geführt. Das geht nicht spurlos an den Spielern vorbei. Wir hatten viele junge Spieler in der Anfangsformation. Das ist etwas ganz Neues für sie. Man hat die Verunsicherung nicht nur bei den jungen Spielern, sondern bei der ganzen Mannschaft gesehen", stellte Babbel fest. Die Fans drehten unter anderem dem Team nach einigen Spielminuten demonstrativ den Rücken zu.

Auch Torschütze Serdar Tasci war enttäuscht vom eigenen Anhang. "Das hilft uns natürlich nicht weiter. Ich kann die Fans schon verstehen. Wir liefern keine guten Spiele ab. Aber trotzdem wäre es natürlich besser, wenn wir alle zusammen da rauskommen."

Babbel erbittet Bedenkzeit

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Ob Babbel bei den Schwaben freiwillig zurücktritt, ließ er offen. "Die Enttäuschung ist sehr, sehr groß, auch bei mir. Jetzt muss man mir auch gestatten, das Ganze erst einmal sacken zu lassen. Otto Rehhagel hat einmal gesagt, dass man Entscheidungen nie aus der Emotion heraus treffen darf, sondern das erst einmal verarbeiten muss. Diese Zeit nehme ich mir auch."

Der Druck wird zweifelsohne immer größer, trotz der Treuebekenntnisse von Manager Horst Heldt - zu schlecht sind die Ergebnisse in der Bundesliga. Der letzte Sieg gelang dem deutschen Meister von 2007 am 26. September (3:0 in Frankfurt), seit acht Spielen warten die Stuttgarter nun schon auf einen Sieg. Heldt wollte nach dem Spiel keinen Kommentar abgeben. Die Vereinsführung will sich am Sonntag erklären.

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