Turbulente Mitgliederversammlung in Berlin
"2. Liga ist ganz großer Mist"
Sieben Punkte Rückstand auf das rettende Ufer sind es für das Tabellenschlusslicht nach der 1:3-Pleite am Samstag gegen Frankfurt schon. Einer der Sündenböcke: Artur Wichniarek. Der ehemalige Bielefelder wartet noch immer auf sein erstes Saisontor, dementsprechend laut wurden die Pfiffe, als der glücklose Pole den Raum betrat. Von Zwischenrufen blieb Manager Michael Preetz ebensowenig verschont. "Hertha durchlebt wahrscheinlich die größte sportliche Krise seit dem Aufstieg in die Bundesliga. Viele haben uns schon abgeschrieben. Für mich ist Aufgeben aber ein Tabu", sagte Preetz trotz mehrmaliger Unterbrechungen. "Wir könnten heulen über die Situation, in der wir uns befinden", klagte indes Gegenbauer.
Wir Herthaner stehen immer wieder auf. Und wir werden es auch diesmal tun. Michael Preetz
Preetz sprach den Mitgliedern schließlich ins Gewissen. "Es macht keinen Sinn, wenn wir uns zerfleischen. Wir müssen zusammenhalten", sagte Preetz in Richtung der Anhänger und kündigte an, dass sich die Spieler "mit der Fahne auf der Brust" wehren werden: "Wir Herthaner stehen immer wieder auf. Und wir werden es auch diesmal tun. Sieben Punkte sind aufzuholen. Wir können es noch immer schaffen." Einige Mitglieder spendeten Preetz daraufhin Applaus.
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Der Aufsichtsrats-Vorsitzende Bernd Schiphorst forderte hundert Prozent Konzentration für den Kampf um den Klassenerhalt. "Wir wollen nicht absteigen und wir dürfen nicht absteigen: Zweite Liga ist Mist, sogar ganz großer Mist."
Verbindlichkeiten der Hertha gestiegen
Auch finanziell sind die Berliner nicht auf Rosen gebettet. Die von Finanz-Geschäftsführer Ingo Schiller vorgestellte wirtschaftliche Bilanz der Vorsaison konnte die aufgeheizte Stimmung kaum verbessern. Hertha erwirtschaftete in der vergangenen Saison trotz eines vierten Tabellenplatzes und eines Rekordumsatzes von 85,9 Millionen Euro ein Minus von 1,9 Millionen Euro. Zudem stiegen die Verbindlichkeiten der Berliner auf 33 Millionen Euro.
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kicker.tv Hintergrund
Putsch gegen Herthas Spitze gescheitert
Abwahlantrag gegen das Präsidium
Wie erwartet kam es am späten Abend zu einem Abwahlantrag gegen das Hertha-Präsidium. Ein Ergebnis wurde erst kurz vor Mitternacht erwartet. Präsident Werner Gegenbauer lehnte einen Rücktritt ab. "Wir sind kein Schönwetter-Präsidium. Wir laufen hier nicht weg." Die Mehrheit der Mitglieder lehnte den Abberufungs-Antrag gegen das Präsidium um Präsident Werner Gegenbauer ab. Der Aufsichtsrat der Berliner bekam ebenfalls von den meisten Hertha-Mitgliedern das Vertrauen ausgesprochen, nachdem einige kritische Anhänger auch gegen dieses Gremium einen Abwahlantrag gestellt hatten. Für eine Absetzung der Führungskräfte hätten jeweils 75 Prozent der Mitglieder dafür stimmen müssen.
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