Stuttgart: Profis machen den Sportvorstand wütend und fassungslos
Heldt verteilt eine verbale Ohrfeige
Dabei hatten die Verantwortlichen des VfB gehofft, dass der 2:0-Sieg in der Königsklasse bei den Glasgow Rangers eine Initialzündung für bessere Tage sein würde. Doch das genaue Gegenteil, nämlich die höchste Saisoniederlage, kam heraus. Die Schwaben agierten vor allem im ersten Durchgang saft- und kraftlos, etliche Spieler waren nur physisch anwesend, potenzielle Leistungsträger wie Delpierre, Hleb oder Pogrebnyak versagten auf ganzer Linie.
Wir spielen großen Mist zusammen. Was einige Leute abliefern, habe ich in so einer Situation noch nie gesehen. Der Trainer sollte am besten alle elf auswechseln. Horst Heldt
"Dämlich, Vollkatastrophe, das geht überhaupt nicht", hatte Sportvorstand Horst Heldt bereits in der Halbzeitpause beim Bezahlsender "Sky" wie ein Rohrspatz geschimpft. Aus einer Mischung aus Wut und Fassungslosigkeit sprudelte es aus ihm heraus: "Wir spielen großen Mist zusammen. Was einige Leute abliefern, habe ich in so einer Situation noch nie gesehen. Der Trainer sollte am besten alle elf auswechseln", fügte Heldt mit hochrotem Kopf hinzu.
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In der zweiten Halbzeit wurde es dann kaum besser, die Leverkusener spielten die Stuttgarter an die Wand und phasenweise schwindelig. "Wir haben einfach nur Scheiß gespielt, von Anfang bis Ende", sagte ein konsternierter Stuttgarter Nationalspieler Serdar Tasci nach dem Abpfiff.
Nach der neuerlichen Klatsche wartet der VfB in der Bundesliga mittlerweile seit sieben Spielen auf ein Erfolgserlebnis - der letzte Dreier datiert vom 26. September, als die Babbel-Elf mit 3:0 in Frankfurt siegte. Überhaupt verließen die Stuttgarter in dieser Spielzeit in 24 Pflichtspielen den Platz erst fünfmal als Sieger.
In der Bundesliga heißt die bittere Realität Abstiegskampf, der VfB ist mit elf gesammelten Zählern Vorletzter, am kommenden Samstag treten die Schwaben zum Kellerduell gegen den Tabellen-16. Bochum an, der einen Punkt mehr auf dem Konto hat.
Dass sich die VfB-Profis nach ihrer desaströsen Vorstellung dennoch in die Kurve wagten, konnte den Ärger der eigenen Fans nicht abschwächen. Und klar ist auch, dass der Druck auf Babbel nach der längsten Negativserie der vergangenen zehn Jahre stetig wächst. Bereits nach dem Aus im DFB-Pokal in Fürth (0:1) wurde über Babbels Entlassung spekuliert.
In der kommenden Woche wird der Coach nicht zum Lehrgang nach Köln reisen. "Ich werde Köln absagen, damit wir ab Montag weiter arbeiten und hochkonzentriert in die Woche starten können."
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