Soldo zieht die Konsequenz
Novakovic entmachtet
In dieser Gift-Atmosphäre bestreitet Soldo sein Endspiel. Tritt der FC in Bochum wieder desolat auf, gilt Soldos Demission als sicher. Drei Punkte muss der Trainer nicht gewinnen, dafür aber an Profil. Zwei Brandherde gilt es für ihn dabei zu meistern. An den ersten hat Soldo sich bereits heute gewagt.
Novakovic nicht mehr Kapitän
Der Torjäger attackierte Soldo im Beisein von Präsident Wolfgang Overath, warf ihm mangelnde Rückendeckung vor. Ein Aberwitz. War es doch Soldo, der den Slowenen zum Kapitän machte und ihn trotz diverser Eskapaden, wie zuletzt dem Eklat um die Rückkehr nach der erfolgreichen WM-Qualifikation, stützte. Auf diesen Affront reagierte Soldo jetzt. In der Mannschaft wurde dies als eine Schlüsselfrage angesehen - und der Kroatische Coach zog die Konsequenz - Novakovic ist die Binde los und Soldos Reputation bis auf Weiteres wieder hergestellt.
Ich brauche einen Kapitän, ... mit dem ein gegenseitiges respektvolles Verhältnis besteht Zvonimir Soldo
"Ich habe Milivoje die Chance gegeben, dass er sich nach den Vorkommnissen der letzten Woche bei mir und der Mannschaft entschuldigt. Diese Chance hat er jedoch nicht genutzt", kommentierte Kölns Trainer und fügte an: "Ich brauche einen Kapitän, der mein verlängerter Arm auf dem Spielfeld ist und mit dem ein gegenseitiges respektvolles Verhältnis besteht." Das Verhältniss zu Novakovic ist also empfindlich gestört, anders als das zum Portugiesen Petit, der von Soldo als neuer Spielführer eingesetzt wurde.
Schützt Soldo weiter die Stars?
Bei Novakovic, dem vermeintlich unersetzbaren Vollstrecker, war Soldo Kompromisse eingegangen, brachte ihn trotz Trainingsrückstands, trotz Querelen. Fast ohne jegliche Gegenleistung. Sollte Soldo den lustlosen Novakovic nach der Entmachtung nun auch auf die Bank setzen, obwohl schon in Podolski (Gelbsperre) ein Topstürmer ausfällt, hätte dies Signalwirkung - und würde Soldos Autorität stärken.
Weitere Wechsel stehen an: Kehrt Linksverteidiger Pierre Wome (nach Faserriss) in die Elf zurück, wäre Miso Brecko, der ebenfalls Kredit eingebüßt hat, außen vor. Den zumindest kämpferisch überzeugenden Christopher Schorch für Brecko zu opfern, der statt links wieder rechts verteidigen könnte, wäre kontraproduktiv. Gleiches gilt für Kevin Pezzoni im defensiven Mittelfeld, der wie Manasseh Ishiaku im Sturm eine Chance erhalten dürfte. Akteure, von denen Soldo weiß, dass sie sich fürs Team und damit auch für ihn zerreißen.
Pezzoni rein - Petit oder Maniche raus? Soldo betonte zuletzt die große Laufarbeit vieler Spieler. Beide Portugiesen gehörten dazu. Maniche könnte nach rechts rücken, Sebastian Freis, noch lauffreudiger, von dort in den Sturm. Dann wäre Novakovic endgültig außen vor.
weitere News und Hintergründe
- Nur keine Panik - oder doch? (18.03.2010 15:50)
- Köln und Club vors Sportgericht (16.03.2010 16:52)
- Blasser Poldi vermisst Biss und Feuer (15.03.2010 13:04)
- "Ich beweise, dass ich in die Elf gehöre" (11.03.2010 14:14)
- Fragezeichen hinter Podolski (05.03.2010 18:45)
- Der FC will Tom Starke (04.03.2010 10:50)
- Pezzoni und Maniche fehlen auch (26.02.2010 14:35)
- Soldo übt Kritik: "Das darf nicht unser Anspruch sein!" (26.02.2010 10:45)
- Meier rät Soldo: Salto rückwärts! (22.02.2010 12:05)
- Hiobsbotschaft für Chihi (20.02.2010 21:17)








