Frankfurt: Die Mannschaft ist im Tief
Skibbe: In kleinen Schritten zum großen Ziel?
Sollte die Eintracht bei der Hertha erneut leer ausgehen, ist das Winter-Etappenziel fast Makulatur. Noch schlimmer wäre allerdings, dass der Trend der vergangenen Wochen mit vier Niederlagen in fünf Spielen (inklusive Pokal) womöglich bis zur Winterpause nicht mehr umzukehren wäre, was für die restlichen Partien gegen Mainz (H), Hoffenheim (A) und Wolfsburg (H) nicht Gutes verhieße. Vor dem Duell gegen Ex-Trainer Friedhelm Funkel drängt sich die Frage auf, was sich unter Skibbe eigentlich geändert hat?.
Die Punktausbeute: 16:13 für Skibbe, der mit Eintracht derzeit Elfter ist, Funkel war vor einem Jahr Zwölfter.
Das Spielsystem: Funkel favorisierte ein Mittelfeld mit 2-3-1-Aufteilung, Skibbe lässt lieber mit Raute und Doppelspitze agieren, sofern es die Verletztenlage zulässt. Unterschiedlich ist auch die Spielphilosophie: Während Funkel großen Wert auf Ballkontrolle und Abwarten legt, probt Skibbe im Training häufig das schnelle Spiel in die Spitze mit wenigen Kontakten. Was zeitweise schon ganz passabel lief, aufgrund der allgemeinen Verunsicherung durch die Misserfolge aber immer weniger zum Tragen kommt. Kapitän Christoph Spycher hat erkannt, dass sich die Mannschaft "in einem Loch befindet".
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Die Problemfälle: Caio (23) brachte es zwar bereits auf zehn benotete Spiele, mit 4,25 fällt der Notenschnitt jedoch noch schlechter aus als in der Vorsaison (3,94 in acht benoteten Partien). Ehemalige Stammspieler wie Ümit Korkmaz (unter Skibbe dreimal in der Start-elf), Benjamin Köhler (zweimal) oder Markus Steinhöfer (dreimal) sind nur zweite Wahl. "Wir haben einige Spieler im Kader, die nicht so zufrieden sind", sagt Köhler (29), der bis "zum Winter abwarten will, ob der Trainer weiter mit mir plant. Wenn er mich braucht, bleibe ich gerne." Der zu große Kader (31) und die zu große Zahl von Unzufriedenen wurde jüngst auch von Spycher beklagt, nachdem sie zuvor von Skibbe kritisiert worden war.
Der Rückhalt im Vorstand: Skibbe besitzt ehrgeizige Pläne, was die Weiterentwicklung der Eintracht betrifft, forderte häufiger "mehr Qualität". Forsche Aussagen, die bei Heribert Bruchhagen und seinen Vorstandskollegen auf wenig Gegenliebe stießen. Als Querdenker hat Skibbe sich bei der Eintracht ein neues Profil erarbeitet. Vorrangig wird er jedoch auch in Frankfurt an seinen Erfolgen gemessen.
Michael Ebert
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