
Elf Tage nach dem Freitod von Enke wurde die Mannschaft der 96er von den Fans der Königsblauen mit Standing Ovations empfangen worden. Zunächst ging Florian Fromlowitz, der für den verstorbenen Enke ins 96-Tor rückte, zum Aufwärmen aufs Feld der Schalker Arena, begleitet vom aufmunternden Applaus der 61.000 Zuschauer. Wenig später folgte das komplette Team, die Besucher in der ausverkauften Arena erhoben sich.
Die Hannoveraner liefen in ihrem ersten Spiel nach dem Tod ihres Torhüters mit der Nummer eins auf der Brust auf, die Idee dazu hatte der US-Amerikaner Steven Cherundolo, der die Respektskundgebung aus dem US-amerikanischen Profi-Sport kennt.
Die Schalker Fans hielten ein Transparent mit der Aufschrift "Der Tod trennt - der Tod vereint" hoch, während die Anhänger der Niedersachsen eine schwarze Fahne mit der Nummer eins schwenkten.
Beim Einlaufen beider Teams herrschte Stille, auf die sonst übliche Musik wurde verzichtet. Während der Gedenkminute, die von einer kurzen Ansprache des Schalker Stadionsprechers eingeleitet und von Bildern des Sportlers und Privatmanns Enke begleitet wurde, hätte man eine Stecknadel fallen hören können.

Mit Anpfiff entwickelte sich ein relativ normales Spiel, Hannovers Hanno Balitsch hatte gleich in der 3. Minute eine gute Gelegenheit. Fromlowitz machte die erste Schalker Gelegenheit mit einer klasse Parade zunichte - und wurde in der 8. Minute dafür entsprechend beklatscht.
Vor der Partie äußerte sich Hannovers Trainer Andreas Bergmann zu den beweggründen, in Schalke anzutreten: "Wir haben abgewartet, wie die Mannschaft reagiert. Wir haben sie nach dem Tod vier Tage allein gelassen, jeder konnte für sich trauern. Wir haben abgewartet, wie gefestigt sie wiederkommen. Uns war relativ schnell klar, dass wir nicht zu lange warten wollten, sondern diese Faszination Fußball, die uns alle verbindet, die auch Robert so sehr geschätzt hat: Wir wollten so schnell wie möglich wieder in eine gewisse Normalität reinkommen, ohne natürlich Robert zu vergessen", sagte der Coach dem Bezahlsender Sky.
Dass der Hannoveraner Weg zurück in die Normalität aber unabhängig von der 0:2-Niederlage bei den Schalkern noch länger andauern dürfte, zeigte die Gemütsverfassung von Arnold Bruggink, dem beim Interview nach dem Spielende die Stimme versagte und Tränen über die Wangen liefen.
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