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12.11.2009, 13:06

Thomas Schaafs Appell

Dr. Zwanziger: "Thema Depression enttabuisieren"

Nach dem Freitod von Robert Enke will DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger das Thema Depression enttabuisieren. Auch die Deutsche Fußball Liga (DFL) denkt über Konsequenzen nach. "Wir müssen nachdenken, wie wir zu einem offenerem Umgang mit dem Thema kommen", sagte DFL-Geschäftsführer Holger Hieronymus.

DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger
DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger
© picture allianceZoomansicht

"Der deutsche Fußball muss Antworten finden, warum junge Leistungssportler, die als Idole gelten, in solche Situationen kommen können", sagte der 64-Jährige: "Wir wollen das Geschehene nicht oberflächlich aufarbeiten."

Auch die Deutsche Fußball Liga (DFL) denkt über Konsequenzen nach. "Depressionen dürfen kein Tabu-Thema sein. Gemeinsam mit der Vereinigung der Vertragsfußballspieler und unter Einbeziehung der Kommission Sportmedizin des DFB müssen wir darüber nachdenken, wie wir zu einem offenerem Umgang mit dem Thema kommen", sagte DFL-Geschäftsführer Holger Hieronymus am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur dpa.

"Es gab den Fall Sebastian Deisler, nun Robert Enke. Wir müssen mit Fachleuten reden, wie künftig mit der Krankheit umgegangen werden könnte", sagte Hannovers Präsident Martin Kind dem kicker.

Auch der Manager von Hannover 96, Jörg Schmadtke, betonte in einem Interview mit dem Norddeutschen Rundfunk, dass man in der Branche nicht zur Tagesordnung übergehen dürfe: "Die Tragödie Robert Enke gibt Anlass, über bestimmte Dinge nachzudenken, die in dem Geschäft üblich sind und hingenommen werden. Wir haben eine Aufgabe gestellt bekommen von Robert, über die sollten wir nachdenken."

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Nürnbergs Manager Martin Baader sieht das größte Problem im riesigen Erwartungsdruck: "Die Spieler müssen immer funktionieren. Das müssen alles Helden sein. Aber es sind ja doch nur alles junge Menschen."

Thomas Schaafs Appell

Werder Bremens Trainer Thomas Schaaf richtete vor dem ersten Training nach Enkes Suizid einen emotionalen Appell an seine Spieler. "Scheut euch nicht, jemandem zu helfen! Scheut euch nicht, Hilfe zu suchen! Achtet aufeinander!", so Schaaf, seit mittlerweile 31 Jahren im Geschäft. Der 48-Jährige ist sich der Verantwortung in den kommenden Wochen bewusst. "Wir sollten das Thema bearbeiten, wir müssen darüber sprechen."

12.11.09
 
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