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23.10.2009, 18:25

FC Bayern: Beckenbauer sieht Trainer ratlos

Van Gaal: "Ich bin kein Gott"

Am Tag vor dem wichtigen Heimspiel gegen die Frankfurter Eintracht (15.30 Uhr) trat Bayern-Trainer Louis van Gaal vor die Medienvertreter und wehrte sich gegen die zum Teil heftige Kritik an seinem Team - und vor allem auch an seiner Person. "Wenn ich Gott wäre, würde ich alles gewinnen. Ich bin kein Gott, ich bin nur ein Trainer, der hart arbeitet und sich viel um die Spieler kümmert", sagte der Niederländer.

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Louis van Gaal, FC Bayern München
Auf der Suche nach dem Erfolg: Louis van Gaal.
© imago Zoomansicht

Nur ein Sieg aus fünf Spielen, zum Teil erschreckend schwache Vorstellungen wie zuletzt in der Champions League bei Girondins Bordeaux (1:2) - die Bayern sind auf der Suche nach dem Erfolg und einem attraktiven Spiel. Ohne die Offensivstrategen Ribery und Robben blieben die positiven Ergebnisse aus, die Achtelfinalteilnahme in der Champions League ist ebenso weit entfernt wie die Tabellenführung in der Bundesliga.

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In diesen Zeiten steht natürlich der Trainer mehr denn je im Fokus. Erst recht, wenn er Louis van Gaal heißt und den deutschen Rekordmeister trainiert. Dem Niederländer wird Selbstherrlichkeit und Arroganz vorgeworfen. Als "arrogant" hatte sich van Gaal bei seiner Vorstellung in München selbst bezeichnet. Dieses Wort werde in seiner Heimat jedoch mehr im Sinne von "selbstbewusst" verwendet, sagte der Fußballlehrer am Freitag.

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© kicker

Doch wenn die Erfolge ausbleiben, "dann werden deine Worte in einem völlig anderen Kontext dargestellt", so van Gaal. So soll er in der Bayern-Kabine gesagt haben: "Ich bin wie Gott. Ich werde nie krank, und ich habe immer Recht." Van Gaal korrigiert: Er habe nur geäußert, dass er in der Lederhose aussehen würde wie ein Gott.

Ein weiteres Mal habe er zu einem des öfteren kranken Spieler gesagt: "Ich bin 58 Jahre und nie krank. Das wird dann alles hintereinander gestellt. Das ist nicht korrekt und ehrlich. Aber ich habe das schon oft mitgemacht."

Nach knapp vier Monaten bei den Bayern bläst Louis van Gaal derzeit ein scharfer Wind ins Gesicht. Die Kritik kommt bislang von außen und nicht von der Klubspitze. Die griff in Person von Vorstand Karl-Heinz Rummenigge in Bordeaux ausschließlich die Spieler an.

Er ist selbst noch nicht sicher, wen er aufstellt und zu welchem Spieler er Vertrauen haben kann. Franz Beckenbauer

Nicht ganz so Franz Beckenbauer. "Er ist selbst noch nicht sicher, wen er aufstellt und zu welchem Spieler er Vertrauen haben kann. Da ist er ratlos und immer noch ein bisschen auf der Suche", erklärte der Bayern-Präsident am Freitag im Deutschen Sportfernsehen (DSF). Der Kaiser meinte, dass van Gaal auch nach dreieinhalb Monaten Dienst beim FC Bayern München noch bei der Bestandsaufnahme sei. Die Experimentierphase wird anhalten, da sich laut Beckenbauer "kein Spieler so richtig aufdrängt und zeigt, dass er bereit ist".

Als erfahrenem Trainer ist dem Niederländer die Bedeutung des Heimspiels gegen Frankfurt jedoch bewusst. "Es geht um Ergebnisse, vor allem bei einer Spitzenmannschaft", sagte er am Freitag. Wobei der FC Bayern erst wieder zu einer Spitzenmannschaft werden muss.

Ribery wird nicht operiert

In Sachen Ribery gab es am Freitag Neuigkeiten. Der Franzose, der an chronischen Patellasehnenproblemen leidet, wird nicht operiert. Die Verletzung soll weiterhin konservativ behandelt werden. "Das ist eine gute Entscheidung", erklärte Louis van Gaal, nachdem die Entscheidung zuvor einvernehmlich zwischen Bayern-Manager Uli Hoeneß, Vereinsarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt sowie Ribéry und dessen Berater getroffen worden war. Ribery solle die Beschwerden nun vollständig auskurieren, wie lange dies in Anspruch nimmt, ist weiter unklar. Neue Kernspinaufnahmen würden jedoch eine "deutliche Verbesserung" an der Sehne zeigen, so van Gaal. "Ich habe die Hoffnung, dass es schneller geht als viele denken", sagte der Coach. Der Straßburger Spezialist Jean-Henri Jaeger hatte am Donnerstag von einer zweimonatigen Zwangspause gesprochen.

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