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16.10.2009, 14:27

Schindelmeiser: Vormachtstellungen werden "zementiert"

Große Skepsis gegenüber Schalke-Vorstoß

Der von Schalke 04 ins Spiel gebrachte "Salary Cap" wird von den anderen Bundesligisten skeptisch beurteilt. Dabei sind die von den Klubs genannten Begründungen sehr unterschiedlich.

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Schalke-Geschäftsführer Peter Peters scheint mit dem Vorschlag eines "Salary Caps" allein auf weiter Flur.
Schalke-Geschäftsführer Peter Peters scheint mit dem Vorschlag eines "Salary Caps" allein auf weiter Flur.
© imago Zoomansicht

Für Jan Schindelmeiser würde beispielsweise mit dem Schalker Vorschlag - zu Ende gedacht - die Vormachtstellung der Klubs in den Metropolen "zementiert, weil sie große Stadien haben und so viel größere Umsätze generieren können", wie der Hoffenheim-Manager gegenüber dem Sport-Informations-Dienst (SID) erklärte.

Der von Schalke-Geschäftsführer Peter Peters bei der DFL eingereichte Antrag sieht vor, dass ein Verein nur 70 Prozent seiner Gesamteinnahmen aus den Bereichen TV, Sponsoring, Ticketing und Werbung in Transfer- und Personalkosten investieren darf. Die Gelder eines Investors dürfen indes nur in Bereiche fließen, die nichts mit den Aufwendungen für die Profis zu tun haben. Für Schalkes Trainer Felix Magath würde durch die Kostenkontrolle "mehr Gerechtigkeit in den Wettbewerb" gebracht. "Mainz oder wir mit 30.000 Zuschauern oder weniger sind dann natürlich im Vergleich zu Klubs, deren Arenen 60.000 oder 80.000 Zuschauer fassen, deutlich im Nachteil", rechnet dagegen Schindelmeiser vor.

Der Schalker Vorschlag ist als Antwort auf Hannovers Ansinnen nach Streichung der "50+1"-Regel zu sehen. Diese Regel zwingt die Stammvereine dazu, mindestens 50 Prozent plus eine Stimme an den Lizenzspielerabteilungen der Klubs zu halten und verhindert so, dass Investoren die Kontrolle über die Profiteams im deutschen Fußball übernehmen. Über die Aufhebung der 50+1-Regel entscheiden die 36 Erst- und Zweitligisten bei einer Vollversammlung am 11. November. Auch Eintracht Frankfurts Vorstandsboss Heribert Bruchhagen, der den Einstieg von Investoren in der Bankenmetropole grundsätzlich ablehnt, hält die Umsetzung einer Gehaltsobergrenze kaum für möglich. "Als ich noch Geschäftsführer bei der DFL war, habe ich einen Antrag eingereicht, dass die Provisionen der Berater nicht mehr als 10 Prozent des Grundgehalts der Spieler betragen dürfen. Dieser Antrag wurde einstimmig angenommen. Daran gehalten hat sich aber niemand. Der Vorschlag der Schalker ist gut. Aber alleine mir fehlt der Glaube, dass die Vereine es auch alle so umsetzen würden", so Bruchhagen zum SID.

Der Vorstand der FC Bayern München AG erklärte, der Schalker Idee zwar grundsätzlich positiv gegenüber zu stehen, warnte aber vor einem nationalen Alleingang: "Das wichtige Thema Kostenkontrolle kann nur in einem internationalen Konsens, zusammen mit der UEFA, in Angriff genommen werden, damit dann für alle Klubs in Europa die gleichen Regeln gelten." Mit einem Vorgehen nur auf der nationalen Ebene würden sich die deutschen Klubs einen "eklatanten Wettbewerbsnachteil im Vergleich mit anderen europäischen Ligen selbst auferlegen", so die Bayern in ihrer Stellungnahme. Daher begrüße und unterstütze der FC Bayern die jüngste Initiative der UEFA-Exekutive, im europäischen Fußball eine Kostenkontrolle und auf diesem Weg Chancengleichheit zu erreichen.

Ähnlich äußerten sich auch Borussia Mönchengladbach und Hertha BSC: "So etwas kann nur nach Absprache auf internationaler Ebene funktionieren", sagte Berlins Manager Michael Preetz. Gladbachs Geschäftsführer Stephan Schüppers sagte: "Grundsätzlich sollte jeder Verein für sich einen Salary Cap finden und nicht mehr ausgeben, als er einnimmt." Aber auch er sprach sich gegen einen nationalen Alleingang aus.

16.10.09
 
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