Bayern acht Punkte zurück - VfB in der Krise
Drei Klöpse: Hertha bleibt im Keller
Der Sonntag hätte für den VfB Stuttgart der Wendepunkt zum Besseren werden sollen. Doch das Duell mit Werder Bremen ging von Anfang an in die Hose - am Ende war das 0:2 sogar schmeichelhaft. Pizarro traf bereits nach drei Minuten zur Führung für die Schaaf-Elf. Danach ging bei den Schwaben fast gar nichts mehr, weil die Babbel-Elf defensiv anfällig blieb und das Spiel nach vorne viel zu statisch war. Die Bremer dagegen kombinierten flott und variantenreich, allen voran Mesut Özil und Marko Marin zeigten unter den Augen von Bundestrainer Joachim Löw eine starke Leistung - für die Nationalspieler Hitzlsperger, Khedira und Cacau im VfB-Dress konnte man dies nicht behaupten. Das zweite Tor der Bremer durch Hunt war ein Geschenk der VfB-Abwehr, die nach einem Freistoß kollektiv schlief. Keine Frage, der VfB steckt nach der neuerlichen Pleite in einer handfesten Krise, die Bremer klettern auf Rang vier vor.
Drei Slapstick-Einlagen zu Funkels Einstand
Es gibt viele Fußball-Weisheiten, die die Situation der Hertha im Allgemeinen und das Spiel der Berliner gegen den HSV im Speziellen treffend beschreiben würden. Nach 90 Minuten hieß es jedenfalls 3:1 für die Hanseaten, die in der ersten Halbzeit auch nicht so recht wussten, wie sie das Spiel gedreht bekamen. Und das ging so: Nachdem Friedrich die Hertha in Führung geköpft hatte und etwa 150 Meter zurücklegte, um alleine mit den Fans in der Kurve zu jubeln, leisteten sich die Herthaner drei Klöpse binnen weniger Minuten. Erst köpfte Kaka den Ball ins eigene Tor vorbei an Keeper Ochs. Dann musste der Schlussmann gehen und Burchert kam. Der Youngster klärte zwei lange Pässe mit spektakulär anzusehenden Flugkopfball-Einlagen, doch stand jedes Mal ein Hamburger Techniker (Jarolim, Zé Roberto) parat, der den Ball aus großer Distanz ins leere Berliner Tor schleuderte. So schlossen die Hamburger, die alles andere als einen Sahne-Tag erwischten, nach Punkten mit Spitzenreiter Leverkusen gleich, sind aber aufgrund der Tordifferenz Zweiter. Berlin und sein neuer Trainer Friedhelm Funkel haben ganz andere Probleme, denn nun stehen sieben Liga-Pleiten in Folge und weiterhin Platz 18 zu Buche.
Bayern trifft nicht und ist acht Punkte weg
Am Samstagnachmittag war die Vorfreude der Münchner riesengroß auf den FC aus Köln und Rückkehrer Lukas Podolski. Doch am letzten Oktoberfest-Wochenende wollte dem FC Bayern gar nichts gefährliches gelingen. Zwei Kopfbälle von Schweinsteiger und Klose klatschten ans Gebälk, doch ansonsten konnte der deutsche Rekordmeister die natürlich sehr tief stehenden Kölner nicht entscheidend in Verlegenheit bringen. Podolski selbst arbeitete viel defensiv mit und war so in der Offensive kaum zu sehen, was auch für seine Kollegen galt. Für die Mannchaft von Zvonimir Soldo ist das unansehnliche Remis natürlich ein Punktgewinn, die Münchner indes müssen zusehen, wie die sechs Mannschaften vor ihnen bis auf Hoffenheim allesamt punkteten. Unter dem Strich haben die Bayern damit genauso viele Zähler, nämlich zwölf, wie zum selben Zeitpunkt in der Vorsaison unter Ex-Coach Jürgen Klinsmann.
Hoffenheims Höhenflug gestoppt
Mainz gegen Hoffenheim - das war das Duell des Überraschungsaufsteigers gegen das Team der Stunde (fünf Pflichtspiel-Siege in Serie), das erstmals in der Bundesliga ausgespielt wurde. Bestimmt wurde es von den sehr schwungvoll beginnenden Mainzern, die mit dem Traumtor von Ivanschitz und dem überlegten Kopfball-Heber von Bancé den Grundstein zu ihrem vierten Saisonsieg legten. Nach rund 30 Minuten übernahm Hoffenheim die Initiative und zog im zweiten Abschnitt ein wahres Powerplay auf. Mainz hielt mit Leidenschaft und mannschaftlicher Geschlossenheit dagegen und rettete so den Sieg gegen den Topsturm der TSG über die Zeit - nur Ibertsberger traf noch zum Anschlusstreffer. Glück hatten die Nullfünfer bei der elfmeterreifen Situation gegen Maicosuel, die nicht geahndet wurde.
Historischer Traumstart für Leverkusen
Schon nach wenigen Sekunden war die Partie zwischen Leverkusen und Nürnberg entschieden, und zwar zu Gunsten der Heynckes-Elf. Schon in der 2. Minute legte sich Toni Kroos den Ball zum Freistoß zurecht und zirkelte ihn in die Maschen. Fortan glich die Hintermannschaft des Club eher einem Hühnerhaufen, das den Leverkusener Ballstaffetten hilflos ausgeliefert war. Die Nürnberger waren im ersten Abschnitt in allen Belangen unterlegen - das 3:0 zur Pause durch Rolfes' Elfmeter und Derdiyoks viertem Saisontor ging absolut in Ordnung. Im zweiten Abschnitt ließen es die Westdeutschen deutlich langsamer angehen, doch das war immer noch schnell genug für die Franken - der Ex-Nürnberger Kießling machte das 4:0, der Stürmer schickte mit dem sechsten Saisontor schöne Grüße an Bundestrainer Joachim Löw, der ihn abermals nicht berücksichtigte. Mit dem sechsten Saisonsieg eroberte Leverkusen Platz 1, die Oenning-Elf bleibt im Keller stecken. Für Bayer ist es mit 20 Punkten aus acht Spielen der beste Start in der Bundesliga überhaupt.
Der 8. Spieltag
Bergmann: Zweiter Sieg im sechsten Spiel
96-Trainer Andreas Bergmann durfte sich nach seinem Premieren-Sieg am 4. Spieltag in Nürnberg nun über seinen zweiten Sieg als Bundesliga-Trainer der 96er freuen. Die Niedersachsen stoppten den Höhenflug der zuletzt zweimal siegreichen Freiburger und gewannen 5:2. Den Grundstein zum Sieg legten die Hannoveraner in den ersten zehn Minuten, als Sofian Chahed und Bruggink die Freiburger Defensive überraschten. Nach Banovics Anschlusstor wurde es etwas ausgeglichener, aber Hagguis Treffer zur 3:1-Halbzeitführung stellte die Weichen endgültig auf Sieg. Zwar wurde es nach Schusters Anschlusstreffer nochmals kurzfristig spannend, aber Ya Konan und Pinto machten alles klar.
Martins mit dem Doppelpfosten
Bochums Interimstrainer Frank Heinemann feierte nach der Pokalpleite gegen Schalke (0:3) in Nürnberg mit dem ungefährdeten 1:0-Erfolg einen gelungenen Bundesliga-Einstand. Gegen den Meister wollte er weiter Werbung in eigener Sache machen, und dies gelang beim letztlich aber glücklichen 1:1 gegen die Wölfe. Die Veh-Elf, die in der Champions League bei Manchester United knapp eine Überraschung verpasste (1:2), musste zunächst einem Rückstand hinterherlaufen, weil "Hubschrauber" Hashemian mal wieder unnachahmlich in der Luft stand und einnickte. Danach wachten die Niedersachsen auf und drängten nach vorne. Besser wurde es aber erst, als der Bochumer Ono mit der Ampelkarte vom Platz flog. Martins glich schließlich aus und hätte fast noch den Sieg herausgeschossen, doch der Joker traf mit einem Schuss nur den Pfosten - und das doppelt.
Barrios: Premieren-Tor und mal wieder drei Punkte
Das Borussen-Duell am Samstagabend zwischen den kriselnden Gladbachern und Dortmundern entschied Lucas Barrios mit seinem ersten Tor in der Bundesliga. Die Frontzeck-Elf hatte zuletzt vier Pflichtspiele verloren, die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp wartete sechs Spiele auf einen Sieg. Entsprechend agierten beide Teams auch - ängstlich im Vorwärtsgang, fehlerhaft im Passspiel, Chancen waren auf beiden Seiten Mangelware. Als das schwache Spiel abgepfiffen wurde, hatten die Dortmunder die Gladbacher in der Tabelle überholt - der BVB robbt sich vor den Sonntagsspielen insn Mittelfeld vor, für die Borussia beginnt wie erwartet und nur durch den guten Saísonstart etwas verspätet der Kampf um den Ligaverbleib.
Freitag: Joker Asamoah sticht
Schalke 04 schaffte am Freitagabend endlich den erhofften zweiten Heimsieg: Gegen Eintracht Frankfurt gewann das Team von Trainer Felix Magath mit 2:0. In einer spielerisch alles andere als hochklassigen Partie erzielte der wenige Minuten zuvor eingewechselte Gerald Asamoah den Führungstreffer für die Hausherren (66.). Es war Asamoahs erstes Bundesliga-Tor seit dem 14. Dezember 2008 (1:1 gegen die TSG Hoffenheim). Nach dem Platzverweis für Schwegler (85.) erhöhten die Schalker in der Nachspielzeit durch einen von Farfan verwandelten Foulelfmeter auf 2:0. Auf Seiten von Schalke kam zudem Kevin Kuranyi nach seiner Erkältung wieder zum Einsatz. Mit dem Sieg beißen sich die Königsblauen in der Spitzengruppe fest, die gut in die Saison gestartete Eintracht kassierte dagegen die zweite Niederlage in Folge.











