Und Kapitän Friedrich erklärte konsterniert: "Ich entschuldige mich für meine Leistung und die des Teams." Favre, der nach der von ihm forcierten Trennung von Manager Hoeneß im Juni mehr Verantwortung und Gestaltungsspielraum bekam, hat Hertha auf Platz 18 geführt.
"Transfers", lautet Favres Credo, "entscheiden zu 85 Prozent über den Erfolg einer Saison." Stimmt das, sieht es düster aus. Die Annahme, mit Wichniarek Pantelic (zu Ajax) und Voronin (zurück nach Liverpool) ersetzen zu können, war naiv - der Pole ist ein Flop. Mit der Last-Minute-Verpflichtung von Ramos versuchte Favre, seine Fehlplanung zu korrigieren. Allerdings: Den Kolumbianer sahen weder er noch Manager Preetz zuvor live. Janker ist ein Mitläufer, Bengtsson und Pejcinovic patzen zuverlässig. Kringe brach sich beim Debüt den Mittelfuß. Cesar kam kurz vor Transferschluss, war aber seit Juni ohne Verein und hätte viel früher anheuern können. "Er hat Rückstand", sagt Favre. Das hätte sich verhindern lassen. Zudem war die Ausleihe Chermitis - von Favre im April noch als "Herthas Zukunft" gepriesen - nach Saudi-Arabien sportlich nicht nachvollziehbar. Eine Weiterverpflichtung von Pantelic, für die mehrere Führungsspieler waren, kam für den sturen Schweizer dagegen nie in Frage.
Das desaströse Ende der Vorsaison ging bereits auf Favres Kappe. Er rasierte auf der Zielgeraden Kapitän Friedrich und Voronin - die verspielte Champions-League-Quali war die Quittung. Sein Verhältnis zu Top-Angreifer Pantelic war von Anfang an überaus problematisch. Das zu Friedrich ist bis heute nicht wirklich repariert.
Mit Ausnahme von Kacar und - mit Abstrichen - Ebert laufen alle Stammkräfte ihrer Vorjahresform hinterher. Cicero und Nicu sind die auffälligsten Beispiele, auch Friedrich wackelt. Hertha ist noch ohne Stürmertor.
Zehn Pflichtspiele (sechs in der Liga, drei im Europacup, eines im DFB-Pokal) - und noch nie lief zweimal in Folge dieselbe Startelf auf. Das hatte mit Verletzungen (Kacar, Raffael, Drobny, Kringe) zu tun, aber auch mit Favres Experimenten. Er wechselt munter durch - in allen Mannschaftsteilen. Eine Stammelf fand sich nicht.
Favre redet die Gegner oft stärker, als sie sind - seinem Team entzieht er damit Selbstvertrauen. Auch seine Verweise auf Herthas Finanzlage lenken von den Kernproblemen ab. Denn die bisherigen Gegner in Liga und Europacup (Bröndby, Ventspils) zählen nicht zum Finanzadel. Die Konkurrenten, denen Hertha beim Etat hinterherhechelt, kommen erst noch. Auch deshalb sind Präsident Gegenbauer und Preetz jetzt gefordert.
Wer wird Meister?(23349 Teilnehmer)
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| Verein | Name | Datum | Position |
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08.02.12
Sturm
Freiburg: Nach 15 Ligaspielen wieder zu Niigata |
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31.01.12
Sturm
Stuttgart: Aufregung nach Wechsel zu Fulham |
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31.01.12
Mittelfeld
Regensburg: Der vierte Neue kommt aus Freiburg |
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