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14.09.2009, 11:10

Was Bayerns Manager wirklich will

Uli Hoeneß und sein 5-Punkte-Plan

Uli Hoeness (57, Bayern) plädiert für die Abschaffung von Länderspielen wie gegen Aserbaidschan, eine Vorqualifikation für Turniere und eine grundlegende Reform des Doppelspieltags der Nationalteams. Im kicker nennt er wesentliche Details.

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Bundesliga, Bayern München: Uli Hoeneß
Reformer: Uli Hoeneß nennt fünf Punkte, wie der enge Terminplan entzerrt werden könnte.
© picture alliance Zoomansicht

Länderspiele wie gegen Aserbaidschan oder Südafrika schimpfte der Bayern-Manager "Kokolores". Als Hamburger "würde ich gegen die Wand springen", so der Münchner, der zum kollektiven Widerstand aufrief: "Wir müssen uns alle dagegen wehren, dass die Bundesliga jetzt zum 98. Mal unterbrochen wird." Er forderte eine Vorqualifikation, weil er selbst jüngst am Mittwoch lieber zum Essen ging, als sich das Spiel gegen Aserbaidschan anzuschauen, "also weiß ich, was los ist - und so geht es offenbar vielen: Diese Spiele interessieren immer weniger."

Im kicker macht der 1974er Weltmeister nun diese Vorschläge:

1. Statt Gruppen mit sechs Teams in Europa wünscht er sich Vierer-Staffeln, mit einer Vorqualifikation würde die Zahl der Teilnehmer reduziert.

2. Statt einer WM-Qualifikationsgruppe mit zehn Ländern müsse in Südamerika das Feld auf zwei Staffeln mit je fünf Teams aufgeteilt werden, aus 18 Spielen würden somit acht.

3. Aus den zwei Südamerika-Gruppen sollten die ersten beiden zum Turnier fahren, für die Drittplatzierten bliebe eine Relegation.

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4. Die vielen Unterbrechungen der Liga stören Hoeneß. In dieser Vorrunde erfolgte die erste nach dem ersten Spieltag, die zweite vorige Woche, die dritte kommt Mitte Oktober, die vierte Mitte November, mit Play-offs, falls der deutschen Elf die direkte Bewerbung für die WM 2010 misslingt - oder mit Tests gegen Chile (14. 11./ Köln) und Ägypten (18. 11./ Gelsenkirchen), die Hoeneß gar nicht passen. "Statt zu sagen, wenn wir mit der Qualifikation durch sind, lassen wir die Vereine in Ruhe", nochmals zwei Spiele, "das ist Wahnsinn". Eines, meint er, würde doch auch reichen.

5. Auch die Ansetzung der Doppelspieltage hält Hoeneß für reformbedürftig. Das im Januar 2008 von FIFA, UEFA und ECA (Klubvereinigung) verabschiedete Modell, ab Beginn der Qualifikation für die EURO 2012 Doppelspieltage samstags und am folgenden Dienstag auszutragen, ist ihm nicht genug. Hoeneß sagt: "Die müssen Mittwoch-Samstag oder Mittwoch-Sonntag spielen."

Solche Debatten werden immer dann geführt, wenn man betroffen ist. Aber grundsätzlich haben auch Nationaltrainer Bedürfnisse. Bernd Hoffmann, Hamburger Vorstandsvorsitzender

Das Pech des HSV habe ihm den letzten Anstoß zu seiner Initiative gegeben, betont der Bayern-Manager. Der Hamburger Vorstandsvorsitzende Bernd Hoffmann sagt dazu diplomatisch: "Solche Debatten werden immer dann geführt, wenn man betroffen ist. Aber grundsätzlich haben auch Nationaltrainer Bedürfnisse." HSV-Trainer Bruno Labbadia versucht ebenso, die Verbandskollegen zu verstehen: Zwar werde die Belastung "immer größer, aber es ist für jeden Spieler immer noch das Größte, für sein Land zu spielen".

Von Ralf Rangnick hingegen erhält Hoeneß "die volle Unterstützung": Alle vier Wochen Unterbrechungen, "das kann nicht sein", auch für die Vorqualifikation plädiert Hoffenheims Coach, den noch der Afrika-Cup Ende Januar bis Mitte Februar nervt: "Das ist eigentlich ein Wahnsinn."

Deshalb müssten die Großklubs alles tun, so Rangnick, "damit solche Themen bei der FIFA auf der Agenda nach oben rücken". Daher ging Hoeneß nun in die Offensive, er sagt: "Wenn man gegen Liechtenstein spielt, kann man auch gegen den FC Tegernsee spielen."

Karlheinz Wild

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