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24.08.2009, 13:10

DFB-Kontrollausschuss schaltet sich ein

Ermittlungen gegen Lehmann und Subotic: Zorc ist empört

Nach den gegenseitigen Ellbogenstößen von Jens Lehmann und Neven Subotic beim Spiel Dortmund gegen Stuttgart 1:1 (1:0) hat DFB-Kontrollausschuss-Chef Dr. Anton Nachreiner am Sonntagvormittag gegenüber dem kicker ein Ermittlungsverfahren gegenüber beiden Profis angekündigt.

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Jens Lehmann
Muss - ebenso wie Dortmunds Neven Subotic - ein juristisches Nachspiel befürchten: Stuttgarts Keeper Jens Lehmann.
© imago Zoomansicht

"In beiden Fällen könnte krass sportwidriges Verhalten vorliegen. Wenn der Schiedsrichter die Szenen nicht gesehen hat, werden wir ermitteln."

Referee Dr. Helmut Fleischer bestätigte derweil ebenfalls gegenüber dem kicker: "Der Weg ist frei für den Kontrollausschuss. Ich habe lediglich ein Zurückweichen von Jens Lehmann gesehen, daraufhin auf Verdacht wegen Torwart-Behinderung gepfiffen. Weder das Schlagen von Lehmann noch das von Subotic habe ich wahrgenommen, beide Szenen demzufolge auch nicht bewertet. Wenn ich es so gesehen hätte wie nachträglich im Fernsehen, hätte ich beide vom Platz gestellt."

Kommentar

Dieser Weg der Entscheidungsfindung bringt nun BVB-Sportdirektor Michael Zorc (46) auf die Palme: "Wenn auf Verdacht gepfiffen wird, wird die Schiedsrichterei ad absurdum geführt. Hier lag eine glasklare Tatsachenentscheidung vor." Zorc ist empört, dass der Kontrollausschuss aktiv wird. Es sei "eine Ungeheuerlichkeit", dass der Ausschuss "auf das Trommeln der Medien" reagiere.

Lehmann wie Subotic droht jetzt eine Sperre wegen Tätlichkeit - dem Dortmunder nach vorheriger Provokation. Davon freilich wollte Lehmann in Dortmund nichts wissen. Er wechselte ungeniert von der Verursacher- in die Opferrolle und übernahm den Part der verfolgten Unschuld: "20 Jahre habe ich es geschafft, keinen Zahn zu verlieren und mir nicht den Kiefer zu brechen. Heute wäre es fast so weit gewesen. Subotic haut mir volles Rohr den Ellenbogen ins Gesicht." Ein Wort über seinen eigenen Anteil an der Eskalation in Dortmund verlor Lehmann nicht. Dabei ist er es, der extreme Verhaltensauffälligkeiten zeigt. Es war Lehmann, der bei der Saison-Eröffnung Wolfsburger Fans mit dem Stinkefinger "grüßte" (7. August). Es war Lehmann, der gegen Hoffenheim den Schuh von Salihovic aufs Tornetz pfefferte (21. Februar), der drei Tage zuvor in St. Petersburg Mitspieler Boulahrouz das Stirnband vom Kopf riss, der Schiedsrichtern gerne Parteilichkeit unterstellt oder ihnen den Vogel zeigt. Lehmann live: Provokationen am laufenden Band.

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