Tim Borowski nannte die Partie denn auch passend ein "vogelwildes Spiel". Dass es so zu einem Rekordspiel - Werders Heimpartie mit den meisten Toren in einem internationalen Wettbewerb - wurde, interessierte danach verständlicherweise niemanden. Werder verschaffte sich die gute Ausgangsposition gegen den kasachischen Meister erst nach einem energischen Schlussspurt. Vor 21.446 Zuschauern im Weserstadion mussten die Bremer nämlich erhebliche Startschwierigkeiten überwinden, um am Ende zu einem letztlich standesgemäßen Erfolg zu kommen. Insbesondere in der ersten Stunde wirkte der Bundesliga-Zwölfte unkonzentriert und fahrig und konnte sich erst entscheidend durchsetzten, als die Kraft bei den Gästen spürbar nachließ.
Die Zuschauer und Allofs durften sich schon wundern, wie sich die Bremer Defensive gegen den Underdog bei den Gegentreffern von Sergei Strukov (21., 32.) und Samat Smakov (87.) anstellte. "Einen so laufen zu lassen, das darf man auf diesem Niveau nicht", kritisierte Allofs exemplarisch den ersten Gegentreffer: "Das darf man nicht mal im Training, geschweige denn bei einem internationalen Spiel."
Angesprochen fühlen dürften sich die Außenverteidiger Clemens Fritz und Sebastian Boenisch, die sich zu leicht ausspielen ließen. Die Ursache für das lasche Abwehrverhalten war offensichtlich. Kapitän Torsten Frings fasste es in Worte: "Es kann sein, dass wir die Kasachen nicht immer zu 100 Prozent ernst genommen haben." Gegen Aktobe hat es trotzdem gereicht, allerdings wartet mit Borussia Mönchengladbach jetzt ein anderes Kaliber. Die Borussen haben einen guten Start hingelegt und werden in Bremen selbstbewusst auftreten. Und auch Trainer Thomas Schaaf weiß um die Starke der Frontzeck-Elf: "Mönchengladbach dürfen wir nicht so viel Raum geben."
Für Marko Marin wird es ein Wiedersehen mit den alten Kollegen geben. Aber ausgerechnet jetzt droht ihm der Verlust seines Platzes in der Startformation. Ihm fehlte es gegen die Kasachen an Durchschlagskraft und Zug zum Tor, und so wurde er zur Halbzeit bereits ausgewechselt. Die Freude über das Wiedersehen mit den alten Kameraden will sich Marin aber auf keinen Fall verderben lassen. "Schließlich habe ich der Borussia viel zu verdanken, hatte dort eine fantastische Zeit und ich bin Nationalspieler geworden. Trotzdem will ich mit Werder natürlich gewinnen", erklärte der Mittelfeldspieler.
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