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23.07.2009, 15:55

Frankfurt: Der Grieche über die Vorbereitung

Amanatidis: "Uns fehlten die Typen"

Vieles deutet darauf hin, dass Ioannis Amanatidis (27) kommende Woche von Trainer Michael Skibbe zum Kapitän bestimmt wird. In den vergangenen Jahren ist der griechische Nationalstürmer zum Leistungsträger gereift. Im Interview spricht der in der vergangenen Spielzeit lange verletzte Angreifer auch über die Unterschiede zwischen dem neuen Coach und Ex-Trainer Friedhelm Funkel.

Michael Skibbe und Ioannis Amanatidis
Frankfurts Ioannis Amanatidis im Gespräch mit Coach Michael Skibbe.
© imagoZoomansicht

kicker: Herr Amanatidis, diese Woche bestritten Sie Ihr erstes Testspiel nach Wadenverletzungen. Werden Sie rechtzeitig vor Saisonbeginn fit, um der Eintracht aus der Misere zu helfen? Ioannis Amanatidis: Welche Misere?

kicker: Na ja, die Testspiele verliefen zumindest ziemlich holprig?

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Amanatidis: Die Testspielergebnisse in der Vorbereitung sind völlig uninteressant. Wir spielten gegen Mannschaften, die eine oder zwei Wochen vor dem Saisonstart waren. Wir haben am gleichen Tag trainiert. Es ging darum, sich gut auf die Saison vorzubereiten, das ist uns gelungen.

kicker: Die Vorbereitung unter Trainer Michael Skibbe neigt sich dem Ende entgegen, was macht er anders als Vorgänger Friedhelm Funkel?

Amanatidis: Wir gehen zum Beispiel detaillierter auf den taktischen Bereich ein, haben mehrmals an der Tafel die Laufwege besprochen und sind dann raus auf den Platz, um es umzusetzen. So etwas haben wir unter Funkel selten getan.

kicker: War Funkel im Training mehr ein stiller Beobachter, während Co-Trainer Armin Reutershahn die Übungsstunden leitete?

Amanatidis: Ja, aber auch Funkel griff immer wieder ein und unterbrach uns, auch wenn es Skibbe einen Tick eher macht.

kicker: Christoph Spycher äußerte, er sei unter Skibbe nie vom Platz gekrochen.

Amanatidis: Die einzelnen Einheiten waren unter Funkel härter. Dafür wurde in der Vorbereitung zweimal am Tag trainiert, unter Skibbe waren es in der Regel dreimal. Wenn ich die Summe der Einheiten mit dem Ball, die ohne sowie die Läufe nehme, haben wir unter dem neuen Trainer sogar mehr gemacht.

kicker: Wie unterscheidet sich die Ansprache an die Spieler?

Amanatidis: Skibbe spricht ein wenig mehr mit den Spielern als sein Vorgänger, obwohl ich auch mit Funkel oft gesprochen habe.

kicker: Wie groß ist die Umstellung auf das neue Spielsystem?

Amanatidis: Der Fußball wird ja bei der Eintracht nicht neu erfunden. Im Zweikampf ist es völlig egal, in welchem System man spielt. Man muss sich behaupten. Natürlich gibt es Unterschiede im Spielaufbau.

kicker: Konkret, wie will Frankfurt künftig stärker Pressing spielen?

Amanatidis: Indem wir den Gegner nicht mehr im Mittelfeld mit dem Ball einfach nach vorne laufen lassen und passiv bleiben. Wir werden einen Schritt nach vorne machen und aktiver gegen den Ball arbeiten, verschieben und das Mittelfeld eng machen. Das studieren wir vermehrt im Training ein.

kicker: Wie lange kann es dauern, bis es zu positiven Ergebnissen führt?

Amanatidis: Für viele sind die taktischen Einheiten in dieser Ausführlichkeit neu. Wir müssen die Situationen proben und uns einspielen, bis Automatismen aufkommen. Wenn man etwas Neues einstudiert, braucht das seine Zeit.

In der Summe besitzen wir nun eine gute Mischung.

kicker: Ist die Mannschaft personell stärker besetzt als im Vorjahr?

Amanatidis: Ich finde, auf jeden Fall. Wir haben uns sowohl sportlich verbessert als auch Typen dazugewonnen. In der Vergangenheit fehlten uns gewisse Typen. Solche sind in Maik Franz, Selim Teber und auch Ralf Fährmann, der sich leider verletzt hat, dazugekommen. In der Summe besitzen wir nun eine gute Mischung. Daher glaube ich, dass wir in dieser Saison besser abschneiden als in der vergangenen.

kicker: Braucht die Eintracht weitere Verstärkungen?

Amanatidis: Der Kader ist so gut gerüstet. Wenn der Trainer oder der Verein noch den ein oder anderen Spieler dazuholen würde, wäre das dennoch gut. Verstärkungen haben noch nie einer Mannschaft geschadet.

kicker: Welche Fortschritte macht Caio?

Amanatidis: Über andere Spieler und ihre sportliche Situation möchte ich nicht sprechen. Klar ist aber, dass Caio Qualität besitzt und uns helfen kann. Mit Hilfe der anderen Spieler muss er schauen, dass er sich weiter verbessert. Aber das gilt für mich und die anderen genauso.

kicker: Bleiben Sie Kapitän?

Amanatidis: Das kann ich nicht beantworten. Aber ich habe meinen Job in den vergangenen zwei Jahren gut ausgeführt, ich wäre überrascht, wenn es anders käme.

Michael Ebert

23.07.09
 
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