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25.03.2011, 18:13

Lehrling, "Don Jupp" und Bayern-Retter

Heynckes' Trainer-Stationen in über 30 Jahren

Vor über 30 Jahren begann die Trainerkarriere von Jupp Heynckes. 1979 stieg der heute 65-Jährige als Nachfolger von Udo Lattek bei Borussia Mönchengladbach ein. Beim VfL hatte er ein Jahr zuvor seine überaus erfolgreiche Spielerkarriere nach 369 Bundesligaspielen und 220 Toren beendet. Im Jahr 1979 startete auch die Manager-Karriere von Uli Hoeneß beim FC Bayern.

Jupp Heynckes
Zum dritten Mal nach München: Jupp Heynckes.
© picture-alliance

Von 1987 bis 1991 arbeitete das Duo gemeinsam für die Münchner. Seitdem verbindet sie eine enge Freundschaft, Hoeneß hatte mehrfach geäußert, dass die Entlassung von Heynckes am 9. Oktober 1991 seine "größte Fehlentscheidung" gewesen sei. kicker online präsentiert einen Überblick über Heynckes' Trainerstationen.

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1979 bis 1987, Borussia Mönchengladbach

272 Spiele: 123 Siege, 67 Unentschieden, 82 Niederlagen, 1,60 Punkte pro Spiel
In den acht Jahren auf dem Bökelberg blieb Heynckes ein Titel verwehrt, sowohl national als auch international. Die beste Saison erlebten die Borussen unter Heynckes in der Spielzeit 1983/84, als die Fohlen-Elf punktgleich mit Meister Stuttgart und dem Vize HSV Tabellendritter wurde. Zudem erreichte die Borussia das DFB-Pokalfinale, das sie in einem dramatischen Elfmeterschießen gegen den FC Bayern verlor. In seinem Abschiedsjahr wäre Heynckes mit seiner Mannschaft beinahe ins UEFA-Cup-Endspiel eingezogen, doch die Gladbacher scheiterten damals im Halbfinale an Dundee United. Als Tabellendritter, der in seinen Reihen den Torschützenkönig Uwe Rahn hatte, wechselte Heynckes im Sommer 1987 nach München, zum amtierenden deutschen Meister.


1987 bis 1991, FC Bayern München

148 Spiele: 82 Siege, 40 Unentschieden, 26 Niederlagen, 1,93 Punkte pro Spiel
Eine Titelgarantie sollte dieser Wechsel allerdings nicht für Heynckes bedeuten. Sein erstes Jahr an der Isar war eher ernüchternd: Meister wurde Bremen, Bayern Zweiter vor den punktgleichen Kölnern. Im Landesmeister-Cup kam das Aus im Viertelfinale gegen Real Madrid, im DFB-Pokal scheiterte er in der Runde der letzten Acht am HSV. Heynckes und Hoeneß bauten im folgenden Jahr das Team um - Lothar Matthäus und Andy Brehme gingen zu Inter, unter anderen kamen Stefan Reuter, Roland Grahammer und Olaf Thon - und wurden mit zwei Meistertiteln in Folge belohnt. Es folgte ein weiterer Vize-Meistertitel hinter dem 1. FCK, ehe es in die desaströse Saison 1991/92 ging. Nach dem 12. Spieltag wurde Heynckes auf Platz zwölf liegend entlassen. Nach vier sieglosen Partien in Folge und einer 1:4-Heimklatsche gegen Aufsteiger Stuttgarter Kickers war Heynckes' Kredit verspielt, es übernahm Sören Lerby.


1992 bis 1994, Athletic Bilbao

76 Spiele: 33 Siege, 17 Unentschieden, 26 Niederlagen, 1,53 Punkte pro Spiel
Heynckes schockte die erste Entlassung, er tauchte ab und kehrte der Bundesliga den Rücken. Im Baskenland fand er ab dem Sommer 1992 ein neues Betätigungsfeld und formte aus einer Mannschaft, die gegen den Abstieg spielte, eine hungrige Elf mit vielen baskischen Talenten, die er in seiner zweiten Saison in den UEFA-Cup führte. Als dritter deutscher Trainer in der Primera Division hatte er nach Udo Lattek und Hennes Weisweiler (beide FC Barcelona) einen absolut positiven Eindruck hinterlassen.


1994 bis 2. April 1995, Eintracht Frankfurt

24 Spiele: 7 Siege, 7 Unentschieden, 10 Niederlagen, 1,08 Punkte pro Spiel
Trotzdem zog es "Don Jupp" nach seinem baskischen Intermezzo zurück in die Bundesliga. In Frankfurt wollte er aus der launischen Diva, die im Vorjahr als Tabellenfünfter in den UEFA-Cup einzog, einen Titelkandidaten machen. Mit Andreas Köpke im Tor und den Offensivkünstlern Yeboah, Okocha und Gaudino sollte es noch weiter aufwärts gehen, doch gerade an diesem Trio scheiterte Heynckes. Wegen einer Zusatzschicht im Wald probten die drei den Aufstand. Diesen gewann zwar Heynckes, doch fortan stimmte die Chemie nicht mehr. Nach einem 0:3 gegen Schalke war am 2. April 1995 Schluss, im UEFA-Cup erreichte er mit den Hessen immerhin das Viertelfinale, ehe Juventus die Heynckes-Elf stoppte.


1995 bis 1997, CD Teneriffa

84 Spiele: 35 Siege, 23 Unentschieden, 26 Niederlagen, 1,52 Punkte pro Spiel
Wieder folgte der Abflug nach Spanien. Diesmal verschlug es Heynckes nach Teneriffa. Zusammen mit Assistent Ewald Lienen und Konditionstrainer Egon Coordes schaffte es auch bei seiner zweiten Spanien-Station, wieder mit überschaubaren Mitteln sportlichen Erfolg herzustellen. In seinem ersten Jahr auf der Insel sprang der UEFA-Cup heraus, in der folgenden Spielzeit wurde Teneriffa neunter und scheiterte auf internationaler Bühne am späteren UEFA-Cup-Sieger Schalke erst im Halbfinale.


1997/98, Real Madrid

38 Spiele: 17 Siege, 12 Unentschieden, 9 Niederlagen, 1,66 Punkte pro Spiel
Mit diesen Achtungserfolgen in Spanien war die Bühne bereitet für den damals größten Klub der Welt: Real Madrid. Heynckes wehte bei den Königlichen seit der Blamage im Pokal gegen einen Zweitligisten der Wind schärfer ins Gesicht, der sich mit Enttäuschung über den vierten Platz in der Liga zum Orkan auswuchs. Überstrahlt wurde Heynckes' Engagement bei Real natürlich vom Gewinn der Champions League. Mit den damaligen Weltklasse-Spielern wie Raul, Roberto Carlos, Karembeu, Hierro, Seedorf, Morientes, Mijatovic und Torwart Bodo Illgner bezwang er Juventus Turin im Finale mit 1:0 - sein größter Erfolg als Vereinstrainer, der seine Entlassung dennoch nicht verhinderte.


1999 bis 20. September 2000, Benfica Lissabon

38 Spiele: 23 Siege, 7 Unentschieden, 8 Niederlagen, 2,00 Punkte pro Spiel
Wieder gönnte sich Heynckes eine einjährige Pause, ehe er im Sommer 1999 beim portugiesischen Traditionsverein Benfica Lissabon einstieg. Dort arbeitete er zusammen mit dem Torwart-Talent Robert Enke, der von Gladbach in die Hauptstadt Portugals kam. Heynckes machte den damals 22-jährigen Keeper zum Stammtorwart und in seinem zweiten Jahr zum Kapitän. Sportlich verlief die portugiesische Episode eher ernüchternd - Platz drei in der Liga, Aus im UEFA-Cup gegen Celta Vigo inklusive einer 0:7-Pleite im Auswärtsspiel.


2001 bis 2003, Athletic Bilbao

76 Spiele: 29 Siege, 21 Unentschieden, 26 Niederlagen, 1,42 Punkte pro Spiel
Es folgte ein zweites Mal Bilbao, ein knappes Verpassen des UEFA-Cups und nach einem nicht verlängerten Vertrag die Rückkehr in die Bundesliga.


2003 bis 15. September 2004, FC Schalke 04

38 Spiele: 14 Siege, 11 Unentschieden, 13 Niederlagen, 1,39 Punkte pro Spiel
Der erfahrene und international anerkannte Heynckes sollte bei den Königsblauen den Trainerneuling Frank Neubarth bzw. dessen Übergangsnachfolger Marc Wilmots ablösen. Die beiden erreichten zuvor Platz sieben, den gleichen "Erfolg" fuhr Heynckes in seiner ersten Saison bei den Knappen ein. Es folgt ein extrem schwacher Saisonstart mit drei Niederlagen aus vier Spielen und Heynckes' Entlassung.


2006 bis 31. Januar 2007, Borussia Mönchengladbach

19 Spiele: 4 Siege, 4 Unentschieden, 11 Niederlagen, 0,84 Punkte pro Spiel
Auch seine Zeit bei der "alten Liebe" war unter dem Strich sportlich wenig erfolgreich. Trotz der vier Heimsiege in Folge zum Saisonbeginn stand die Borussia im Winter auf einem Abstiegsplatz. Als sich die Rückrunde mit einer Niederlage in Cottbus und einem 0:0 gegen Nürnberg fortsetzte, zogen die Gladbacher Verantwortlichen die Reißleine.


28. April 2009 bis 30. Juni 2009, FC Bayern München

5 Spiele: 4 Siege, 1 Unentschieden, 0 Niederlagen, 2,6 Punkte pro Spiel
Bei seiner Rückkehr an die Säbener Straße erfüllte Jupp Heynckes die Pflicht. Er führte die Bayern in einem "Endspiel" um die direkte Champions-League-Qualifikation am 34. Spieltag gegen den VfB Stuttgart mit 2:1 in die Königsklasse. Der Meisterzug der Wolfsburger war nicht mehr zu stoppen. Als er seine Mission erfüllt hatte, machte er Platz für Louis van Gaal, doch hätte er laut Franz Beckenbauer "nur ein Wort sagen müssen", um weiter Bayern-Trainer zu bleiben. Zur Überraschung der Bayern-Bosse übernahm er dann ab 1. Juli 2009 den Cheftrainerposten bei Bayer Leverkusen.


Seit dem 01. Juli 2009 trainiert Jupp Heynckes die Leverkusener. Im Sommer 2011 kehrt er zum dritten Mal zum FC Bayern zurück. Bei den Münchnern erhält er einen Vertrag bis 2013.

25.03.11
 
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