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23.02.2009, 20:47

Martens: "Sollten besser informiert sein"

CAS-Richter widerspricht Kritikern

Mit Andreas Ibertsberger und Christoph Janker droht zwei Spielern der TSG Hoffenheim eine Sperre von einem Jahr, weil sie nach dem Spiel in Mönchengladbach (1:1) zehn Minuten zu spät zur Doping-Probe erschienen waren. Darüberhinaus haben die Gladbacher inzwischen vorsorglich Einspruch gegen die Spielwertung eingelegt - und mussten daraufhin viel Kritik aus der Liga einstecken. Dieser wiederum tritt nun CAS-Richter Dirk-Reiner Martens entgegen.

Andreas Ibertsberger
Dass Andreas Ibertsberger eine drastische Strafe droht, ist für CAS-Richter Martens nicht zu kritisieren.
© picture-allianceZoomansicht

In einem Interview mit der Tageszeitung "Die Welt" hat Martens die Aussagen verschiedener Funktionäre kritisiert. "Sie sollten besser informiert sein und das differenzierter sehen", sagte Martens. "Das Prinzip der Dopingkontrollen als solches kann man nicht infrage stellen. Das wäre ungeheuerlich."

Martens hatte den Vorsitz in dem oft zum Vergleich herangezogenen Verfahren gegen Daniele Mannini und Davide Possanzini (SSC Neapel), die wegen einer halbstündigen Verspätung für ein Jahr gesperrt wurden.

Der Münchner Jurist betonte, dass die Mindeststrafe für das Vergehen der Spieler ein Jahr betrage: "Die Standardsanktion für einen Dopingverstoß sind zwei Jahre. Diese Sperre kann ermäßigt werden bei nicht wesentlichem Verschulden, aber nur um höchstens die Hälfte. Da bliebe dann also ein Jahr übrig. Weniger als ein Jahr geht also nicht. Es sei denn, es liegt überhaupt kein Verschulden vor." Am Abend ergänzte Martens im DSF, der Umfang der Verspätung könne "keinen Einfluss" auf das Ausmaß der Bestrafung haben.

Koch sieht die Brisanz

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In Italien wollte der Verband die beiden Spieler nur für zwei Wochen sperren. Nachdem die Welt-Anti-Doping-Agentur WADA den Fall vor das CAS gebracht hatte, sprach dieser eine Sperre von einem Jahr aus. Um eine ähnliche Eskalation zu vermeiden, plädiert der Vorsitzende der DFB-Anti-Doping-Kommission, Rainer Koch, für Kontaktaufnahme mit der WADA über die FIFA und UEFA. UEFA-Präsident Michel Platini hatte sich wegen des Italien-Urteils kürzlich ähnlich geäußert. "Wir müssen aber aufpassen, dass dem Fußball nicht unterstellt wird, er würde den Anti-Doping-Kampf nicht richtig führen", sagt Koch. Ihm ist die Brisanz des Falles bewusst. Auf Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick bezogen, der eine generell laxe Praxis bei den Dopingtests angedeutet hatte, bekräftigte Koch: "Es steht außer Frage, dass der DFB die Anti-Doping-Richtlinien exakt einhält."

23.02.09
 
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