"Jetzt müssen die Juristen eine Entscheidung treffen. Das ist sehr schade für den Fußball", sagte Zwanziger gegenüber der Deutschen Press-Agentur (dpa). Von der grundsätzlichen Einstellung zu diesem Thema wird jedoch nicht abgerückt. Der DFB-Chef kann in den FIFA-Statuten keine Grundlage für eine Abstellungspflicht erkennen. "An dieser Position hat sich nichts geändert", sagte Zwanziger.
Blatter - IOC-Mitglied und Träger des Olympischen Ordens - hatte nach wochenlangem Schweigen am Mittwoch in einem Rundbrief an alle Mitgliedsverbände die Position der FIFA dargelegt und alle Vereine zur Abstellung ihrer Spieler unter 23 Jahren verpflichtet.
Davon unbeeindruckt hält Schalke 04 am kategorischen Nein zu einem Olympia-Einsatz seines brasilianischen Verteidigers Rafinha fest. "Wir bleiben bei unserer Linie und haben jetzt den Internationalen Sportgerichtshof CAS sowie die FIFA eingeschaltet, um die Sache zu klären", sagte Schalke-Manager Andreas Müller.
Blatter lässt die Stimmen aus Deutschland nicht unkommentiert verhallen und erklärte in aller Deutlichkeit: "Ich bin erstaunt, dass plötzlich ein so großes Geschrei losgeht. Wenn wir im Fußball ein Problem haben, dann sollten wir das auch innerhalb des Fußballs lösen und nicht vors Sportgericht ziehen."
Werder-Sportdirektor Klaus Allofs und Müller sehen die Schuldigen für die verfahrene Situation beim Weltverband. "Die FIFA war leider nicht in der Lage, eine klare Aussage zu treffen. Das ist das eigentlich Traurige", meinte Allofs und wirft dem Verband "Versagen" vor. Nach Angaben des Sportdirektors erkundigte man sich bei der FIFA monatelang erfolglos nach den Abstellungs-Regularien.
Mittlerweile hat selbst Blatter Fehler eingestanden: "Wir übernehmen einen Teil der Verantwortung. Vielleicht wurde die Kommunikation nicht so gemacht, wie man es hätte machen sollen. Den Brief, den ich jetzt geschrieben habe, hätte man vielleicht früher schreiben sollen", meinte der FIFA-Boss, der für künftige Olympia-Turniere "Nachbesserungen" bei den Statuten ankündigte, und will sich auch einem Urteil des CAS unterwerfen.
Nun ist also der internationale Sportgerichtshof gefragt. Schalke teilte am Freitag mit, dass es im Fall Rafinha erst am Mittwoch mit einer Entscheidung rechne. "Die FIFA tagt am Dienstag, um den Status der Spieler zu klären. Der CAS hat zwar am Freitag das Schiedsgericht zusammengestellt, mit einem Urteil rechnen wir aber erst Mitte kommender Woche", sagte Manager Andreas Müller im Trainingslager des Vereins in Stegersbach/Österreich.
Welches Paar soll bei der EURO die Innenverteidigung bilden?(47692 Teilnehmer)
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