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18.07.2008, 15:26

IOC-Präsident Rogge droht Sanktionen an

Zoff um Olympia-Freigabe: Droht Diego & Co. Sperre?

Alle Klarheiten beseitigt! Müssen die Vereine nun ihre U23-Spieler für die Olympischen Spiele abstellen oder nicht? Bislang gingen Vereine wie Werder Bremen - Spielmacher Diego wurde bekanntlich ins brasilianische Team berufen, durfte jedoch nicht anreisen - davon aus, die Freigabe verweigern zu können. IOC-Präsident Jacques Rogge sieht das gänzlich anders und droht in Absprache mit der FIFA Sanktionen an.

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Allofs, Diego, Schaaf
Eintracht sieht anders aus: Klaus Allofs, Diego, Thomas Schaaf (v.l.).
© imago Zoomansicht

"Die Regel ist eindeutig", so der Spitzenfunktionär gegenüber der dpa. "Wenn ein Verein den Spieler nicht freistellt, wird der Spieler für die Dauer des Olympia-Turniers gesperrt." Rogge weiter: "Die FIFA hat die Vereine an diese Regel erinnert und vor ein paar Tagen einen dementsprechenden Brief rausgeschickt."

Dies dementiert Werders Geschäftsführer Klaus Allofs. "Laut Statuten gibt es eine solche Anordnung nicht. Wir haben keine einzige schriftliche Erklärung der FIFA oder des IOC, dass wir jemanden abstellen müssen."

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FIFA-Sprecher Alain Leiblang sprang indes Rogge zur Seite und vollzog somit den Schulterschluss IOC/FIFA: "Wir haben die Klubs informiert, dass sie die U23-Spieler abstellen müssen". Im Falle Diego, der Ende Februar 2008 23 Jahre alt geworden ist, hieße dies: Bremen muss die Freigabe erteilen. Der Brasilianer reiste Anfang der Woche mit der Mannschaft jedoch nach Norderney ins Trainingslager. Obwohl er lieber in Peking um Gold kämpfen würde. Seinen Missmut zeigt Diego an der Nordsee, sodass Allofs weiteren Gesprächsbedarf sieht: "Wir werden uns noch einmal mit Diego zusammensetzen und die Sachlage erklären."

Der SVW kann nur schwer auf die von IOC und FIFA gestattete Ausnahme verweisen: Will der nominierte Spieler nämlich nicht in Peking (8. bis 24. August) teilnehmen, dann muss der Verein ihn auch nicht freigeben.

Die FIFA droht nun in jedem einzelnen Fall den Einsatz ihrer Disziplinarkommission an, betonte Leiblang. Das freut den Belgier Rogge, der sich beim Weltverband und dessen Chef Sepp Blatter bedankte. "Sie haben die Vereine daran erinnert, dass sie die Spieler abstellen müssen. Positiv sei, dass soviele Spieler teilnehmen wollen. Beispiel Ronaldinho, der am Freitag vor 40.000 Fans des AC Mailand in San Siro präsentiert wurde.

Jacques Rogge
"Die Regel ist eindeutig" - sagt zumindest IOC-Chef Jacques Rogge.
© dpa

Muss nun Werder zum Saisonstart auf Diego verzichten, kann Schalkes neuer Trainer Fred Rutten schon einmal ohne Rafinha planen. Was wird mit Obasi (Hoffenheim) sowie dem Belgier Vincent Kompany (Hamburger SV)?

Die Vereine pochen weiterhin darauf, dass zwar das olympische Frauen-, nicht aber das Männer-Turnier auf dem offiziellen FIFA-Kalender steht. "Abstellungspflicht besteht nur für Spiele, die im Rahmentermin-Kalender der FIFA festgelegt sind. Dies betrifft Olympia nicht. Da kann die FIFA auch nicht mit Sperren drohen", wetterte Bayer Leverkusens Geschäftsführer Wolfgang Holzhäuser. Und ergänzte: "Wir haben vor einigen Tagen noch ein Schreiben der FIFA erhalten, in dem an das Gewohnheitsrecht für die Abstellung von Spielern erinnert wurde." Aus Gewohnheit lässt Bayer dann auch Constant Djakpa (21, Elfenbeinküste) nicht ziehen. Holzhäuser verweist auf die Kooperationsbereitschaft der Leverkusener in anderen Fällen: "Wir haben fünf Spieler zur U 19-EM abgestellt, hatten durch die Fußball-EM Abstellungen und jetzt können wir unsere Saison-Vorbereitungsspiele nur mit 13 Spielern absolvieren. Es geht einfach nicht mehr."

Der Spieler will unbedingt nach Peking.

Fortsetzung folgt. So viel ist sicher.

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Fairplay-Tabelle: Frankfurt mit 2 Platzverweisen

Zwei Platzverweise für eine Mannschaft in einem Spiel gab es in der laufenden Saison zum ersten Mal. Der Eintracht passierte dies zuletzt am 27. 8. 2006 beim 1:1 in Mainz. Seinerzeit war für Spycher (Gelb-Rot) und Vasoski (Rot) das Spiel vorzeitig beendet.
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