"Das ist ein starker Spieler, der uns sicher einen Schritt nach vorne bringen wird", so Müller in einer offiziellen Vereins-Pressemitteilung. Der peruanische Nationalspieler selbst hatte den Wechsel schon einige Stunden zuvor bestätigt. Farfan erklärte am Montag (Ortszeit) in Lima: "Ich habe das Angebot akzeptiert, weil ich in einer stärkeren Liga spielen will. Ich habe mit dem PSV vier Meisterschaften gewonnen und war Torschützenkönig des Teams. Jetzt beginnt eine neue Etappe meines Lebens", wurde der Stürmer weiter zitiert. "Foquita" (Seehündchen), so wird Farfan genannt, soll Offerten "von Tottenham aus England, von Florenz aus Italien und einem Klub aus Russland" ausgeschlagen haben.
Der kicker recherchierte schon zuvor die Fakten: Mit Farfan ist sich Schalke über einen Vierjahresvertrag einig, in seinem bis 2010 laufenden Kontrakt beim niederländischen Meister ist für den Peruaner eine Ablösesumme von 14 Millionen Euro festgeschrieben. Ein Betrag, den der Bundesliga-Dritte ebenso wie die bei Engelaar fixierten acht Millionen drücken will. Denkbar: Schalke zahlt zunächst weniger - im Gespräch sind zehn Millionen Euro - und legt nach, wenn im August die Champions-League-Qualifikation erfolgreich absolviert wird.
Wie Engelaar (bis zuletzt in Enschede) arbeitete auch Farfan bereits mit Coach Fred Rutten (45) zusammen: Von 2004 bis 2006 während Ruttens Co-Trainer-Zeit unter Guus Hiddink (61) in Eindhoven. Die Person Rutten - auch für Farfan ein Grund, sich für Schalke zu entscheiden statt für Anfragen aus Blackburn, West Ham, Florenz oder des FC Sevilla. Dass Rutten den Spieler persönlich kennt, beruhigt hinsichtlich dessen charakterlicher Einschätzung. Denn: Vom peruanischen Verband wurde Farfan (wie auch Claudio Pizarro) intern bis Mai 2009 gesperrt - wegen Party-Eskapaden unmittelbar vorm wichtigen WM-Qualifikationsspiel gegen Brasilien (1:1) im November 2007.
2006 und sogar 2004 vor Farfans Wechsel von Alianza Lima nach Eindhoven hatte Schalke vergeblich die Fühler nach Farfan ausgestreckt. Ins Profil der wirtschaftlich nun potenteren Königsblauen passt der Angreifer nach wie vor perfekt. Zum einen wegen seines Alters, schließlich betont Müller stets, bei einem Transfer in zweistelliger Millionenhöhe müsse der "Wiederverkaufswert" stimmen. Und: Der 1,78 Meter große Rechtsfüßer könnte im Angriff alle Positionen bekleiden. In einem Zweier- oder Dreier-Sturm neben Kevin Kuranyi (26), bei Bedarf auch an dessen Stelle. In den vergangenen drei Jahren traf Farfan 52-mal in 115 Spielen für PSV.
Logisch, dass mit Farfans Verpflichtung die Luft für andere dünner würde. So hegt Edelreservist Sören Larsen (26, Vertrag bis 2009) wie schon im Winter konkrete Abschiedspläne. Frankfurt hat Interesse am dänischen Mittelstürmer, den Schalke wohl recht bereitwillig ziehen lassen dürfte.
Welches Paar soll bei der EURO die Innenverteidigung bilden?(47692 Teilnehmer)
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