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06.09.2010, 09:11

Stuttgart: Keeper wartet auf Zu-null-Spiel

Ulreich unter Druck: Hoffnung auf Freiburg

Die Entscheidung war mutig. Und billig. Nachdem Jens Lehmann 40-jährig seinen Abschied verkündet hatte, spekulierten viele mit Jaroslav Drobny von Hertha BSC oder mit Timo Hildebrand, der länger arbeitslos war nach seiner Zeit in Hoffenheim. Doch beim VfB Stuttgart hatten sie sich früh auf die Beförderung von Sven Ulreich (22) festgelegt.

Sven Ulreich
Steht nach dem einen oder anderen unglücklichen Gegentor unter Beobachtung: Sven Ulreich.
© imagoZoomansicht

Immerhin hatte der in der vergangenen Saison Lehmann dreimal siegreich vertreten, ist unbestritten ein Talent. Aber: Keiner konnte wissen, wie ihm die Dauerbelastung bekommen würde.

Jetzt, nach sieben Pflichtspielen, weiß man das immer noch nicht. Sechs Gegentore in vier Europa-League-Spielen, eins im Pokal, fünf in der Bundesliga - zwölfmal griff Ulreich schon hinter sich. Dabei konnte er fast nie etwas dagegen machen. Zwei extrem dumme Gegentore kassierte er in der Bundesliga. Rasmussens 2:0 in Mainz war eine Bogenlampe aus 14 Metern, die sich hinter ihm ins Tor senkte, Dortmunds Führung in Stuttgart war ein Eigentor von Boulahrouz, der eine Flanke Schmelzers aus über zehn Metern ins kurze Eck abfälschte. "Solche Tore fallen nicht oft", gibt Ulreich zu, wohl wissend, dass derzeit alle Augen besonders auf ihn gerichtet sind. Und er räumt auch ein, dass er dieses dachte: "Sch..., schon wieder so ein Tor." So wars jedenfalls bei Boulahrouz abgefälschtem Ding, das einem automatisch Rasmussens Kopfball in den Sinn kommen lässt.

Jens hat in seiner Karriere auch solche Dinger bekommen.Sven Ulreich

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Ausgerechnet beim Karrierestart eines jungen Torwarts. Wie hätte ein erfahrener Haudegen wie Jens Lehmann diese Situationen gelöst? "Jens hat in seiner Karriere auch solche Dinger bekommen. Nicht in der letzten Saison, aber vorher", sagt Ulreich trotzig und will sich nicht entmutigen lassen. "Es geht immer weiter, das nächste Spiel kommt, und wir werden auch wieder belohnt werden."

Das nächste Spiel findet in Freiburg statt. Zuletzt gastierte der VfB am 22. Januar zum Derby im Breisgau. Mit Sven Ulreich im Tor. Endstand: 1:0 für Stuttgart. Der junge Keeper hielt, was zu halten war, bekam die kicker-Note 3. Das wäre ihm am Samstag natürlich nicht unrecht. Eine normale Leistung, wie bisher auch, aber mal ein Zu-null-Spiel. Ganz einfach, um Sicherheit zu bekommen.

Infrage gestellt wird er weder von seinem sportlichen Chef Christian Gross (56) noch von den administrativen Kräften des Klubs. Die Sportdirektoren Fredi Bobic (38) und Jochen Schneider (39) vertrauen Ulreich. Sonst hätten sie die letzten Tage der Transferperiode mit der Suche nach einem Torwart verbracht, haben sie aber nicht. Ulreich sagt: "Ich weiß, was ich kann. Solche Gegentore gehören zur Schule dazu. Ich habe ja sonst ganz ordentlich gespielt." Zweimal die Note 4 in der Liga, also ausreichend. Dreimal die 3,5 und einmal die 2 in den Spielen gegen Bratislava und Molde. Sven Ulreich erlebt gerade entscheidende Wochen in seiner Karriere.

Martin Messerer

06.09.10
 
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weitere Infos zu Ulreich

Vorname:Sven
Nachname:Ulreich
Nation: Deutschland
Verein:VfB Stuttgart
Geboren am:03.08.1988

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