Mainz Stuttgart
1:0 (0:0)
Info Analyse Aufst./Infos

Gbamin verletzt - Stuttgarts Negativserie hält an

Badstuber macht die Tür auf - Matchwinner Ujah

Bundesliga - 26.08. 17:24

Seit dem 17. September 2005 konnte der VfB Stuttgart in Mainz nicht mehr gewinnen - und das änderte sich auch im zehnten Versuch nicht (0/4/6). In einem Spiel, das lange Zeit stark von der Taktik geprägt war, unterlagen die Schwaben mit 0:1. Das Pokal-Aus und die Auftaktniederlage zum Bundesliga-Start bedeuten, dass der VfB einen Fehlstart hingelegt hat.

Abgehoben: Stuttgarts Gonzalez im Duell mit Baku und Niakhaté (v.l.). © imago

Mainz' Trainer Sandro Schwarz entschied sich nach dem 3:1-Sieg im DFB-Pokal bei Erzgebirge Aue für einen Wechsel: Der Ex-Stuttgarter Maxim musste auf die Bank, Quaison spielte an seiner statt.

Stuttgarts Trainer Tayfun Korkut tauscht hingegen nach der 0:2-Niederlage im Pokal bei Hansa Rostock gleich dreimal: Pavard, Ascacibar und Gentner spielten für Baumgartl, Aogo und Didavi (alle Bank).

Sowohl die Mainzer als auch die Stuttgarter gelten als Mannschaften, die den Ball gerne dem Gegner überlassen. So galt es in der Anfangsphase die Frage zu klären, wer denn das Spiel machen solle. Die Antwort fiel in klassischem Sinne aus: Gastgeber Mainz ergriff die Initiative und wäre dafür beinahe bitter bestraft worden.

Merkwürdiger Spielverlauf und der Faktor "Individuelle Unachtsamkeit"

Gleich zweimal kamen die Schwaben nach schnellem Ballgewinn im Mittelfeld gefährlich vors Tor: Gonzalez scheitert am glänzend reagierenden Müller (9.), während Gentner vom Elfmeterpunkt knapp vorbeischoss (15.).

Insgesamt mutete die Partie ein wenig seltsam an. Meist passierte in den Strafräumen wenig, weil hüben wie drüben vernünftige Spielzüge über mehrere Stationen quasi nicht zu sehen waren. Das lag zu einem großen Teil auch daran, dass sich die Kontrahenten, die beide im 4-4-2 spielten, gerade im Mittelfeld weitestgehend neutralisierten.

Doch dann gab es den nicht zu unterschätzenden Faktor "Individuelle Unachtsamkeit", der Würze in die Partie brachte: So verschätzte sich Stuttgarts Maffeo in der 26. Minute schwer und dürfte anschließend heilfroh gewesen sein, dass Mateta knapp rechts vorbeizog. Zehn Minuten später rutschte ein Castro-Freistoß durch bis hin zu Gomez, der jedoch nicht gut positioniert war und folgerichtig nicht wirklich zum Abschluss kam.

Bitteres Aus für Gbamin

Früher Wechsel: Noch vor der Pause kam Kunde für den verletzten Gbamin (r.). © imago

Pech hatte Gbamin, bei dem der Muskel im Oberschenkel zumachte und der deshalb noch vor der Halbzeit ausgewechselt werden musste. Kunde kam für den Franco-Ivorer. Auf dem Platz änderte sich dadurch zunächst nichts, das Spiel ging torlos in die Pause, auch weil Zieler einen direkten Freistoß von Brosinski parierte (44.) und Insua gerade noch vor De Blasis an den Ball kam (45.+1).

Hälfte zwei hatte dann auch so einige Parallelen zu Durchgang eins zu bieten. So blieb es ein ausgeglichenes Duell auf überschaubarem fußballerischen Niveau. Und wieder hatte der VfB die erste nennenswerte Chance: Gomez verzog knapp (50.). Ansonsten plätscherte das Duell ein wenig vor sich hin. Kämpferisch konnte man beiden Klubs keinen Vorwurf machen, der Einsatz stimmte. Spielerisch gab es jedoch Luft nach oben - und das in so einigen Segmenten wie Kreativität, Esprit, Genauigkeit und Tempo.

Videobeweis kommt zum Einsatz - Badstubers Bärendienst

Die Angst vor einer Auftaktniederlage war in beiden Lagern spürbar, was letztlich die geringe Risikobereitschaft auf beiden Seiten erklärte. Nach einer Stunde kam dann der Videobeweis zum Einsatz, nachdem im Stuttgarter Strafraum ein De-Blasis-Kopfball an den recht weit ausgestreckten Arm von Insua geprallt war. Schiedsrichter Daniel Siebert hatte weiterspielen lassen und blieb nach Rücksprache mit Köln dabei.

Wie sich später herausstellte, hatten die Nullfünfer gar keinen Elfmeter nötig, weil Trainer Sandro Schwarz ein goldenes Händchen bewies und Matchwinner Ujah in der 66. Minute für Mateta brachte (66.). Nachdem Holtmann aus kurzer Distanz noch vergeben hatte (74.) war der Nigerianer zur Stelle, um ein Zuspiel von Quaison zum 1:0 zu veredeln - zuvor hatte sich Badstuber im Duell mit dem Schweden äußert unglücklich agiert (76.). Danach wachten die Schwaben auf, drängten noch einmal auf den Ausgleich, blieben mit diesem Unterfangen letztlich aber erfolglos.

Beide Mannschaften sind am kommenden Spieltag samstags gefordert, Mainz spielt am 15.30 Uhr in Nürnberg, Stuttgart empfängt später am Abend (18.30 Uhr) den FC Bayern München.

Torschützen
1:0 Ujah (76., Rechtsschuss, Quaison)