Hannover Hertha
3:1 (3:0)
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96-Serie gegen Dardai endet - Stark fällt kurzfristig aus

Sahnehäubchen für Sané im letzten Heimspiel

Bundesliga - 05.05. 17:25

Mit einem 3:1 gegen Hertha BSC hat Hannover 96, das vor allem vor der Pause ein Feuerwerk zündete, im letzten Heimspiel der Saison endgültig die Klasse gesichert. Für einen rundum gelungenen Nachmittag sorgte zudem Sané, der sich direkt mit einem Tor von den 96-Fans verabschiedete. Durch die Niederlage hat Berlin keine Chance mehr auf das internationale Geschäft, außerdem verlor Pal Dardai im fünften Duell erstmals als Hertha-Coach gegen 96.

Gut gemacht: Bakalorz beglückwünscht Sané zu dessen soeben erzielten 2:0. © picture alliance

Hannovers Trainer André Breitenreiter kehrte von seinem zuletzt bei der 1:3-Auswärtsniederlage in Hoffenheim praktizierten 3-4-3 ab und ließ seine Elf in einem 4-4-2 auflaufen. Der Systemwechsel ging auch mit zwei personellen Änderungen einher: Bebou und Harnik ersetzten Elez und Korb (beide Bank).

Herthas Trainer Pal Dardai wollte ursprünglich im Vergleich zum 2:2-Unentschieden gegen Augsburg Lustenberger anstelle von Skjelbred aufbieten. Zum Anpfiff standen dann aber beide auf dem Platz, was daran lag, dass sich Stark beim Aufwärmen aufgrund von muskulären Problemen im Oberschenkel kurzfristig hatte abmelden müssen.

Harnik läutet hannoversche Gala ein

In der ausverkauften HDI-Arena entwickelte sich in der ersten Viertelstunde ein flotter und ansehnlicher Schlagabtausch mit Chancen hüben wie drüben. Die Berliner gaben durch Kalou nach wenigen Sekunden den ersten Warnschuss ab, während die Gastgeber das erste Tor erzielten - und was für eins: Füllkrug leitete einen Diagonalball direkt per Kopf zu Harnik weiter, der sich bedankte und nicht minder sehenswert das 1:0 bewerkstelligte (4.). Kurz darauf bot sich der Alten Dame die Gelegenheit zum Ausgleich, doch Selke köpfte knapp vorbei (8.).

Danach wurde die Partie immer einseitiger. Hannover ergriff allmählich die Kontrolle und erspielte sich gegen zusehends passivere Berliner die Kontrolle. Die Niedersachsen praktizierten hohes und durchaus erfolgreiches Pressing, verpassten es aber, trotzt vielversprechender Chancen nachzulegen. Besonders Füllkrug "zeichnete" sich in diesem Punkt aus, so ließ der 25-Jährige zunächst gleich drei vielversprechende Möglichkeiten ungenutzt (13./20./23.) und hatte dann auch noch Pech mit einem Lattenkracher (38.).

Füllkrug darf doch jubeln - Dosierte 96er nach der Pause

Erst vergeben, dann Pech gehabt, dann gejubelt: Hannovers Füllkrug (l.). © picture alliance

So sprang Sané, der zur kommenden Saison nach Schalke wechselt, in die Bresche und stellte nach einem Freistoß per wuchtigem Kopfball auf 2:0 (40.) - für den Senegalesen ein wunderbarer Abschied in seinem letzten Heimspiel in Hannover. Das war aber noch nicht der Schlusspunkt der ersten Hälfte, denn Füllkrug durfte doch noch jubeln. Der aufmerksame Hübers fing einen Rekik-Pass ab und leitet den schnellen Konter ein: Über Harnik und Hübers wurde Füllkrug auf die Reise geschickt, der in den Strafraum eindrang und dort aus spitzem Winkel den 3:0-Halbzeitstand perfekt machte (42.).

Nach dem Seitenwechsel spielten die Niedersachsen etwas dosierter, sie gingen nicht mehr ganz so früh drauf und gaben der Hertha etwas mehr Raum. Das führte dazu, dass die Begegnung wieder etwas offener wurde. Selke tauchte unmittelbar nach Wiederanpfiff gleich zweimal gefährlich vor Jarstein auf. Der 23-Jährige zielte zuerst etwas zu ungenau (47.) und etwas später dann zu genau, als er an die Latte köpfte (50.).

Dardai sorgte dann für Unterstützung für Selke, indem er ihm mit Ibisevic, der für Kalou kam (52.), einen weiteren gelernten Stoßstürmer an die Seite stellte. Zunächst wollte die Maßnahme nicht fruchten, da die aufmerksamen 96er sich nicht übertölpeln ließen und über Harnik sogar noch die Führung hätten ausbauen können (59.).

Selke sorgt für den Ehrentreffer - Sonderapplaus für Sané

In der 73. Minute war die hannoversche Defensive jedoch nicht ganz auf der Höhe - und wurde prompt eiskalt erwischt. Sané musste raus, weil Darida zu viel Raum hatte, und machte die Lücke auf. Der Tscheche sah dies und schickte Selke, der sich bedankte und aus zehn Metern rechter Position vollendete - 1:3. In der Schlussphase probierte es die Hertha noch einmal und hätte durch den eingewechselten Mittelstädt (78.) sowie Selke (85.) beinahe noch den Anschluss geschafft. Letztlich ließ sich der Aufsteiger die Butter aber nicht mehr vom Brot nehmen und brachte den Heim-Dreier clever über die Zeit. In der Nachspielzeit gab es noch das Sahnehäubchen für Sané, der ausgewechselt wurde und sich so seinen Sonderapplaus von den eigenen Fans abholen durfte - "Sané, Sané" hallte es durchs weite Rund, ehe der Schlusspfiff ertönte.

Zum Saisonfinale am kommenden Samstag (15.30 Uhr) gastiert Hannover 96 bei Bayer Leverkusen, während die Hertha sich zu Hause mit einem Erfolgserlebnis gegen Leipzig in die Sommerpause verabschieden will.

Torschützen
1:0 Harnik (4., Linksschuss, Füllkrug)
2:0 S. Sané (40., Kopfball, Schwegler)
3:0 Füllkrug (42., Rechtsschuss, Hübers)
3:1 Selke (73., Rechtsschuss, Darida)