Hertha Wolfsburg
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Hertha-Serien haben Bestand - Wolfsburg wartet weiter

Guilavogui bringt spät Farbe in Berliner Nullnummer

Bundesliga - 31.03. 22:28

Der VfL Wolfsburg hat das Siegen verlernt. Auch im achten Bundesligaspiel in Folge reichte es nicht für die Wölfe, die in Berlin nach zähen 90 Minuten nicht über eine Nullnummer hinauskamen und es damit verpassten, sich im Abstiegskampf Luft zu verschaffen. Die Hertha auf der anderen Seite blieb auch im fünften Aufeinandertreffen mit den Wölfen ungeschlagen (2/3/0), wartet aber auch seit nunmehr fünf Heimspielen auf einen Dreier (0/4/1).

Umkämpftes Duell: Berlins Stark im Zweikampf mit Dimata (r.). © imago

Herthas Trainer Pal Dardai wechselte nach dem 2:1-Erfolg über den Hamburger SV zweimal: Für Plattenhardt (Gelb-Sperre) und Lazaro (Infekt) spielten Kalou und Leckie. Mittelstädt rückte auf die linke Seite der Viererkette.

Wolfsburgs Trainer Bruno Labbadia tauschte im Vergleich zur 0:1-Heimpleite gegen Schalke 04 ebenfalls auf zwei Positionen: Camacho und Osimhen verdrängten Bazoer und Didavi auf die Bank.

Nach einer kurzen Berliner Druckphase entwickelte sich im Olympiastadion eine ausgeglichene Partie, in der beide Mannschaften ihr Hauptaugenmerk auf der Defensive hatten. Hüben wie drüben war das Zentrum zu, sodass auf beiden Seiten offensiv meist nur der Weg über die Flügel blieb. Allgemein investierte die Alte Dame etwas mehr und setzte dabei häufig auf Diagonalpässe, während die Wolfsburger den Vertikalpass nach Ballgewinn bevorzugten.

Echte Gefahr kam dennoch nicht auf - und das hatte einen Grund: In den jeweiligen Offensivreihen schlichen sich immer wieder technische Unsauberkeiten ein, sodass nennenswerte Abschlüsse Mangelware blieben. Bezeichnend: Die beiden besten Chancen in Hälfte eins waren eine unmittelbare Folge von verunglückten Abwehraktionen: Zuerst lenkte Wolfsburgs Camacho nach einem Kopfball von Leckie den Ball an den eigenen Pfosten (5.), dann machte es im Stark auf der Gegenseite selbiges nach (19.).

Ansonsten passierte in diesem umkämpften, spielerisch aber wenig unterhaltsamen Duell recht wenig. Lediglich Kalou sorgte nach einer individuellen Aktion für etwas Aufregung (37.). Folglich ging es auch torlos in die Pause. Labbadia wollte seiner Elf frisches Leben einhauchen und brachte zum Seitenwechsel Didavi für Osimhen. Am Geschehen auf dem Rasen änderte sich dennoch nichts: Auch Durchgang zwei kam etwas zäh daher. Beide Teams spielten viel quer und verließen nur selten ihre defensive Komfortzone. Für Aufregung sorgte zunächst nur ein Stockfehler von Hertha-Schlussmann Jarstein, der dann gegen den nachsetzenden Dimata retten musste (50.).

Spielunterbrechung nach der Pause - Platzverweis in der Nachspielzeit

Schlechte Sicht: Rauchschwaden in Berlin. © imago

Kurz darauf sah sich Schiedsrichter Deniz Aytekin gezwungen, das Spiel für knapp zwei Minuten zu unterbrechen. Der Grund: Nachdem einige Unverbesserliche Feuerwerkskörper gezündet hatten, sorgte eine dichte Rauchwolke für besonders schlechte Sicht. Und man musste warten, bis es wieder aufklarte. Danach ging es in demselben Trott weiter: Offensiv lief hüben wie drüben wenig zusammen. Erst ein Eckball führte zu einer vielversprechenden Möglichkeit: Casteels parierte gegen Mittelstädt, der aus 16 Metern abgezogen hatte (61.).

Beide Trainer reagierten: Dardai brachte Selke für Ibisevic (62.) sowie Duda für Maier (70.), Labbadia Steffen für Brekalo (69.). Doch es half nichts. Zwar bemühten sich die abstiegsbedrohten Niedersachsen in der Schlussphase etwas mehr, kamen aber über Halbchancen durch Didavi (73./75.) nicht hinaus.

Kurz vor Schluss verhalf Dardai dem wiedergenesenen Schieber nach über einjähriger Verletzungspause zum Comeback. Der bullige Angreifer kam für Kalou (83.), konnte den Bock aus Berliner Sicht aber auch nicht mehr umstoßen. So blieb es beim unter dem Strich leistungsgerechten Unentschieden, das weder der Hertha noch den Wölfen wirklich weiterhilft.

Für die Hauptstädter geht es am kommenden Samstag (15.30 Uhr) in Gladbach weiter, der VfL gastiert zur gleichen Zeit in Freiburg und wird dort ohne Guilavogui auskommen müssen. Der Franzose sah in der Nachspielzeit noch unnötigerweise die Gelb-Rote Karte (90.+1).