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Bor. Mönchengladbach

Bor. Mönchengladbach

2
:
1

Halbzeitstand
1:0
Bayer 04 Leverkusen

Bayer 04 Leverkusen


BOR. MÖNCHENGLADBACH
BAYER 04 LEVERKUSEN
15.
30.
45.







60.
75.
90.













Leno pariert stark - und zweimal per Kopf

Gladbachs Joker überstrahlt Leverkusens Joker

Das erste Topspiel der 54. Bundesliga-Saison wurde dieser Bezeichnung mehr als gerecht. Trotz tropischer Bedingungen schenkten sich die beiden Champions-League-Teilnehmer Borussia Mönchengladbach und Bayer Leverkusen nichts, rannten im Dauermodus an - und erspielten sich etliche Chancen. Das bessere Ende hatten in diesem Rhein-Derby aber die Fohlen für sich, die nach einem Joker-Tor der Werkself selbst noch einmal zuschlug und den 2:1-Auftaktsieg einfuhr.

André Hahn (links)
Brachte Gladbach nach zwei vergebenen Möglichkeiten mit der dritten Chance in Front: Stürmer André Hahn.
© Getty ImagesZoomansicht

Andre Schubert, dessen Team unter der Woche mit einem starken 6:1-Sieg gegen die Young Boys Bern das Ticket für die Gruppenphase der Champions League gebucht hatte, veränderte sein Personal auf drei Positionen: Dreierpacker Hazard, Herrmann und Johnson (allesamt Bank) mussten weichen für Hahn, Traoré und Wendt. Die Doppelsechs vor der Dreierkette mit Elvedi, Christensen und Jantschke bildeten derweil erneut Rückkehrer Kramer, der direkt auf seinen Ex-Klub treffen sollte, und der aus Hoffenheim geholte Strobl.

Roger Schmidt dagegen wechselte im Vergleich zum äußerst knappen 2:1 gegen Hauenstein in der 1. Runde des DFB-Pokals zweimal: Wendell und Neuzugang Baumgartlinger (ehemals Mainz) starteten anstelle von Henrichs (Bank) und Chicharito (Treppensturz inklusive einer Mittelhand-Fraktur der rechten Hand). Die alleinige Sturmspitze gab demnach Sommertransfer Volland (ehemals Hoffenheim), da auch Kießling noch nicht wieder fit war.

Leno pariert mit dem Gesicht

Schon vor dem Anpfiff war relativ klar, dass diese Paarung zwischen zwei absoluten Top-Teams aus Deutschland, die beide in der Königsklasse unterwegs sein werden, direkt einen echten Kracher verspricht. Das hatte auch Schubert vorab nochmals klargemacht: "Leverkusen ist direkt ein riesen Brett. Das wird ein heißes Spiel." Prophezeiungen, die ab der 1. Spielminute wahr wurden: Beide Mannschaften gingen sofort hohes Tempo, pressten früh und marschierten nach Balleroberungen forsch Richtung Tor. Es fehlten jedoch lange Zeit die Torchancen, was schlichtweg daran lag, dass sich beide Defensivabteilungen glänzend abgestimmt hatten und jeglichen Angriffsaufbau im Keim erstickten.

Jonathan Tah
Aufgrund der Hitze in Gladbach war pro Halbzeit je eine Trinkpause angesagt.
© Getty Images

Erst Tah sorgte bei einer Bayer-Ecke für Gefahr, als er stürmisch Richtung Fünfmeterraum sprintete und dort mit dem langen Bein nur minimal an der Flanke vorbeiflog (6.). Die nächsten Aktionen verbuchten dann jedoch die Gladbacher, die stets von ihren Fans angefeuert wurden und ab der 20. Minute etwas Oberwasser bekamen. Die größte Chance vergaben die Fohlen direkt zu Beginn dieser Phase: Raffael scheiterte zunächst mit einem harten wie zu zentralen Schuss an Leno, der sich hernach voll in den Nachschuss von Wendt warf und mit dem Gesicht das 0:1 aus Leverkusener Sicht verhinderte (21.).

Hahn braucht drei Anläufe - dann klappt's

Weiter ging's mit einem Chancen-Triple für Hahn: Zunächst wurde der Stürmer von Raffael geschickt und verzweifelte mit seinem Flachschuss am starken Leno (29.). Dann bediente Traoré den Angreifer mit einem herrlichen Direktpass, der folgende Heber misslang aber erneut - Leno kam zügig raus und wehrte den Abschluss mit dem Kopf ab (44.). Beim dritten Mal klappte es dann: Hahn nutzte nach einem schnell ausgeführten Kramer-Freistoß eine unglückliche Kopfballabwehr von Tah, war frei durch und ließ Leno dieses Mal keine Chance (45.+1). Bitter für Bayer: Vor dem 0:1 hatte Tah per Kopf die Latte getroffen (41.), beim Gegentreffer dann lag der Ball bei der Freistoßausführung von Kramer nicht ganz ruhig.

Chancen erst hüben, dann drüben

Aus der Pause kam der Gast mit mehr Zug zum Tor: Erst spielte Bayer einen aussichtsreichen Konter zu schwach aus (48.), dann feuerte Kampl das Leder aus spitzem Winkel knallhart an den linken Außenpfosten (50.). Bellarabi scheiterte mit einem Abschluss noch an Sommer (52.). Auf der anderen Seite konnte in dieser Phase lediglich Raffael eine Duftmarke setzen, als sein leicht von Jedvaj abgefälschter Freistoß beinahe einschlug - Leno parierte allerdings auch klasse, obwohl er erst ins andere Eck unterwegs war (54.). Raffael scheiterte zudem nochmals per Freistoß - hier fälschte Baumgartlinger ab (66.).

Pohjanpalo braucht keine Anlaufzeit

Die Schlussphase begann nach einer weiteren Trinkpause - und sie wurde hektischer und hektischer. Außerdem hatte sie eine Schrecksekunde parat: Nach den Gelben Karten für Stindl (73.), Bellarabi (74.) und Wendell (75.) blieb Aranguiz mit dem Knie beim Zweikampf mit Kramer im Rasen hängen und musste gestützt vom Feld marschieren. Es kam Pohjanpalo (77.). Eine goldene Maßnahme, wie sich zeigen sollte: Nicht einmal drei Minuten nach seiner Hereinnahme traf der Joker nach einem Beinahe-Eigentor von Christensen und einer überlegten Kopfballvorarbeit von Bellarabi (79.).

Bayer Leverkusen
Zu früh gefreut: Nach dem 1:1-Ausgleich von Joel Pohjanpalo fiel bekanntlich noch ein Tor im Rhein-Derby in Gladbach.
© Getty ImagesZoomansicht

Hazard kommt, Stindl geht ab

Doch beim 1:1 sollte es nicht bleiben, schließlich verfügt auch Gladbach über eine starke Bank: Schubert brachte Hazard (84.). Der Joker brauchte nicht einmal zwei Minuten, um einen perfekten Pass auf Stindl durchzustecken. Der Kapitän, der bei der Ballabgabe minimal im Abseits gestanden war, blieb nach seinem Sprint cool und erzielte das 2:1 (85.). Es war zugleich der Siegtreffer in diesem hochinteressanten Rhein-Derby, dass vieles bot - und mit den Fohlen vielleicht das etwas clevere Team sah.

Am 2. Spieltag, der nach der Länderspielpause über die Bühne geht, ist Gladbach zu Gast bei Aufsteiger Freiburg (10. September, 15.30 Uhr). Bayer Leverkusen bestreitet dann zeitgleich das erste Heimspiel der Saison gegen den Hamburger SV.

Bundesliga, 2016/17, 1. Spieltag
Bor. Mönchengladbach - Bayer 04 Leverkusen 2:1
Bor. Mönchengladbach - Bayer 04 Leverkusen 2:1
Kontrolle

Borussen-Coach Andre Schubert sagt: "Wir haben gerne die Kontrolle über Ball und Spiel".
© picture alliance

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Aufstellungen, Einwechslungen & Reservebänke

Bor. Mönchengladbach
Aufstellung:
Sommer (2) - 
Elvedi (3) , 
Jantschke (3,5)    
Strobl (3)    
Kramer (2)    
Traoré (2)    
Wendt (3) - 
Stindl (2)            
Hahn (2)        

Einwechslungen:
46. Vestergaard (3,5) für Jantschke
61. F. Johnson für Traoré
84. T. Hazard für Hahn

Trainer:
Schubert
Bayer 04 Leverkusen
Aufstellung:
Leno (1) - 
Jedvaj (3) , 
Tah (3) , 
Toprak (3,5)        
Wendell (4,5)    
Aranguiz (3,5)    
Baumgartlinger (2,5) - 
Bellarabi (2)    
Kampl (3,5) - 
Calhanoglu (3,5)    
Volland (4)    

Einwechslungen:
64. Brandt für Volland
64. Mehmedi für Calhanoglu
78. Pohjanpalo     für Aranguiz

Trainer:
Schmidt

Tore & Karten

 
Torschützen
1:0
Hahn (45. + 1, Rechtsschuss, Kramer)
1:1
Pohjanpalo (79., Kopfball, Bellarabi)
2:1
Stindl (85., Rechtsschuss, T. Hazard)
Gelbe Karten
Gladbach:
Kramer
(1. Gelbe Karte)
,
Stindl
(1.)
,
Strobl
(1.)
Leverkusen:
Toprak
(1. Gelbe Karte)
,
Bellarabi
(1.)
,
Wendell
(1.)

Besondere Vorkommnisse
Nach Topraks Verletzung (88.) spielte Bayer inklusive Nachspielzeit die letzten acht Minuten mit zehn Mann.

Spieldaten

Bor. Mönchengladbach       Bayer 04 Leverkusen
Tore 2 : 1 Tore
 
Torschüsse 13 : 12 Torschüsse
 
gespielte Pässe 429 : 420 gespielte Pässe
 
angekommene Pässe 322 : 315 angekommene Pässe
 
Fehlpässe 107 : 105 Fehlpässe
 
Passquote 75% : 75% Passquote
 
Ballbesitz 50% : 50% Ballbesitz
 
Zweikampfquote 54% : 46% Zweikampfquote
 
Foul/Hand gespielt 11 : 16 Foul/Hand gespielt
 
Gefoult worden 15 : 11 Gefoult worden
 
Abseits 3 : 4 Abseits
 
Ecken 7 : 3 Ecken
 

Spielinfo

Anstoß:
27.08.2016 18:30 Uhr
Stadion:
Borussia-Park, Mönchengladbach
Zuschauer:
52183
Spielnote:  1,5
extrem intensives Spiel mit viel Tempo, zahlreichen Chancen und spielerischen Highlights. Ein offener Schlagabtausch bis zum Ende.
Chancenverhältnis:
8:6
Eckenverhältnis:
7:3
Schiedsrichter:
Dr. Felix Brych (München)   Note 4,5
viele knifflige und schwierige Situationen, die nicht immer korrekt bewertet wurden. So stand Stindl vor dem 2:1 knapp im Abseits; regelkonform, Christensens Handspiel im Strafraum nicht mit Elfmeter zu ahnden (19.).
Spieler des Spiels:
Bernd Leno
Hätte Borussia die Partie nicht gewonnen, wäre er allein der Grund gewesen. Bernd Leno zeigte wiederholt überragende Paraden im Eins-gegen-eins.

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