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Hamburger SV

Hamburger SV

2
:
1

Halbzeitstand
1:0
Hannover 96

Hannover 96


HAMBURGER SV
HANNOVER 96
15.
30.
45.




60.
75.
90.











Hannover: Verschossener Elfmeter, Eigentor und viel Pech

Mit Glück und Marcelo: HSV zittert sich zum Sieg

Im Nord-Duell landete der Hamburger SV einen schmeichelhaften 2:1-Heimsieg gegen Hannover 96. Die Niedersachsen waren zwar über 90 Minuten die bessere, spielbestimmendere, mutigere und offensivere Mannschaft, kassierten aber zwei unglückliche Gegentreffer, darunter auch ein Eigentor von Marcelo. Mit viel Glück rettete der HSV die Führung über die Zeit und fuhr zum ersten Mal seit April 2013 zwei Bundesliga-Siege in Folge ein.

Hannover aktiv, aber glücklos

Zoltan Stieber, Marcell Jansen & Petr Jiracek
Jubel in Weiß-Rot-Blau: Hamburgs Zoltan Stieber, Marcell Jansen und Petr Jiracek (v.l.n.r.).
© Getty ImagesZoomansicht

Hamburgs Trainer Joe Zinnbauer platzierte nach dem 3:0 in Paderborn Winter-Neuzugang Diaz erstmals in der Startelf. Dafür musste Jiracek auf die Bank ausweichen. Hannovers Coach Tayfun Korkut vertraute auf dasselbe Personal vom 1:1 gegen Mainz.

96 begann mutig, stand im 4-2-3-1-System sehr hoch und schob auch mit den Außenverteidigern immer wieder offensiv mit an. Ein Aktivposten war aber vor allem Zehner Stindl, der immer wieder hinter und in der Spitze wirbelte und erste gute Möglichkeiten für die Niedersachen verzeichnete (6., 8.). Der HSV war von diesem forschen Auftreten sichtlich beeindruckt, stand recht tief und operierte gegen pressende Gäste bevorzugt mit langen Bällen nach vorne. Insgesamt war das Hamburger Spiel aber deutlich zu fehlerbelastet. In der Anfangsviertelstunde brachten die Hanseaten gerade einmal 55 Prozent der Pässe zum Mitspieler. Gefahr deuteten die Hausherren lediglich mit Standards und hohen Hereingaben an. Mit Olic stand aber kein typischer Kopfball-Verwerter im Sturmzentrum.

Elfmeter-Held Drobny und Pechvogel Marcelo

In der 22. Minute bekam Hannover dann die verdiente Führung auf dem Silbertablett serviert: Van der Vaart stoppte den in den Strafraum drängenden Sané mit einem Foul. Den fälligen Elfmeter von Joselu aber entschärfte Elfmeter-Held Drobny mit einer Parade (23.). Doch es kam noch schlimmer für 96: Wenig später flankte Stieber von links in den Sechzehner, wo Marcelo der Klärungsversuch misslang und den Ball mit dem rechten Knie unfreiwillig über Torwart Zieler hinweg ins Tor hob (26.).

Die 1:0-Führung spielte dem HSV voll in die Karten. Die Hamburger zogen sich in die eigene Hälfte zurück, stellten das Zentrum zu und gaben den Niedersachsen nur wenig Raum und Zeit zum Handeln. Entlastungsangriffe setzten die Hanseaten nur punktuell. Wenn überhaupt, ging es bei den Hausherren über die linke Außenbahn nach vorne, wo das Duo Marcos/Jansen deutlich mehr Betrieb machte als auf der anderen Seite Westermann/Müller. Die Gäste blieben hingegen aktiv, bissen sich an der gegnerischen Defensive aber die Zähne aus. Stindl (33.) und Briand (44.) verbuchten zumindest noch Möglichkeiten für 96.

Marcelo: Vom Pechvogel zum Unglücksraben

Zur Pause wurde fleißig getauscht: Zinnbauer brachte Götz und Jiracek, Korkut schickte Joao Pereira (Bundesliga-Debüt) auf den Rasen. Für Hannover aber nahm ein denkbar unglücklicher Abend seinen Lauf. Nach einer guten Balleroberung von Jiracek im Mittelfeld schaltete Müller schnell um und schickte Jansen auf die Reise. Der Linksfuß zog aus 20 Metern wuchtig ab. Sein auf das rechte Toreck abgefeuerter Schuss aber wurde erneut von Pechvogel Marcelo abgefälscht, sodass die Kugel unten links einschlug - keine Chance für Zieler und 2:0 für Hamburg (50.).

Auch nach der dritten bitteren Pille für 96 an diesem Abend, steckten die Roten nicht auf. In nahezu allen Belangen (Torschüsse, Ballbesitz, Pass- und Zweikampfquote) waren die Gäste die bessere Mannschaft, mussten aber beinahe das 0:3 hinnehmen, als Diaz einen direkten Freistoß nur um Haaresbreite neben den linken Pfosten setzte (56.). Korkut reagierte, brachte mit Sobiech einen zusätzlichen Stürmer (63.) und sorgte somit für einen weiteren Impuls. Erst prüfte Sané Drobny per Kopf (64.), dann herrschte nach einer Ecke Chaos im HSV-Strafraum: Unglücksrabe Marcelo traf aus kurzer Distanz nur die Latte, doch Joker Sobiech war zur Stelle und staubte per Kopfball ab - 1:2 (66.).

Heiße Schlussphase

Tabellenrechner 1.Bundesliga

Nun hatte 96 Blut geleckt und drängte vehement nach vorne. Joselu prüfte Drobny mit einem Fallrückzieher aufs rechte Kreuzeck (68.). Hamburg igelte sich defensiv ein und lauerte vorne auf Kontermöglichkeiten. Eine solche verbuchte Stieber, der plötzlich frei vor Zieler auftauchte, aber an einem Blitz-Reflex des Keepers scheiterte (70.). In der Schlussphase warf Hannover dann alles nach vorne. Briand (83.) sowie der eingewechselte Bittencourt (86.) hatten das 2:2 auf dem Fuß, doch das Tor wollte einfach nicht fallen. Auch nicht, als Stindl in der Nachspielzeit einen 20-Meter-Freistoß an den Außenpfosten setzte (90.+1).

Für Hamburg geht es am nächsten Samstag (15.30 Uhr) auswärts gegen den Ligaprimus Bayern München. Hannover empfängt tags darauf (17.30 Uhr) den Aufsteiger aus Paderborn.

1. Bundesliga, 2014/15, 20. Spieltag
Hamburger SV - Hannover 96 2:1
Hamburger SV - Hannover 96 2:1
Bitte recht freundlich

Zuversichtlich: Hannovers Coach Tayfun Korkut vor dem Spiel beim HSV
© picture-alliance

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Aufstellungen, Einwechslungen & Reservebänke

Hamburger SV
Aufstellung:
Drobny (2,5) - 
Westermann (5)    
Djourou (2,5) , 
Rajkovic (3) , 
Marcos (4,5)    
van der Vaart (5)        
Diaz (3) - 
N. Müller (5) , 
Stieber (3) , 
Jansen (2,5)        
Olic (4)

Einwechslungen:
46. Götz (3) für Westermann
46. Jiracek (3) für van der Vaart
78. Kacar für Marcos

Trainer:
Zinnbauer
Hannover 96
Aufstellung:
Zieler (3) - 
H. Sakai (5)    
Marcelo (5) , 
C. Schulz (4)    
Albornoz (3,5) - 
Schmiedebach (3,5) , 
S. Sané (3) - 
Briand (4) , 
Stindl (3)    
Kiyotake (3,5)    
Joselu (5)

Einwechslungen:
46. Joao Pereira (3,5) für H. Sakai
63. A. Sobiech     für C. Schulz
85. Bittencourt für Kiyotake

Trainer:
Korkut

Tore & Karten

 
Torschützen
1:0
Marcelo (26., Eigentor, Rechtsschuss, Stieber)
2:0
Jansen (50., Linksschuss, N. Müller)
2:1
A. Sobiech (66., Kopfball, Marcelo)
Gelbe Karten
HSV:
Jansen
(1. Gelbe Karte)
Hannover:
-
Besondere Vorkommnisse
Drobny hält Foulelfmeter von Joselu (23.)

Spieldaten

Hamburger SV       Hannover 96
Tore 2 : 1 Tore
 
Torschüsse 6 : 21 Torschüsse
 
gespielte Pässe 292 : 657 gespielte Pässe
 
angekommene Pässe 161 : 541 angekommene Pässe
 
Fehlpässe 131 : 116 Fehlpässe
 
Passquote 55% : 82% Passquote
 
Ballbesitz 31% : 69% Ballbesitz
 
Zweikampfquote 48% : 52% Zweikampfquote
 
Foul/Hand gespielt 21 : 11 Foul/Hand gespielt
 
Gefoult worden 10 : 20 Gefoult worden
 
Abseits 3 : 1 Abseits
 

Spielinfo

Anstoß:
07.02.2015 18:30 Uhr
Stadion:
Imtech-Arena, Hamburg
Zuschauer:
51779
Spielnote:  2,5
rassig, turbulent und spannend, spielerisch zumindest 96 ansprechend.
Chancenverhältnis:
5:7
Eckenverhältnis:
3:10
Schiedsrichter:
Manuel Gräfe (Berlin)   Note 2,5
sicher bei der Elfmeter-Entscheidung; den Jiracek-Check an Schmiedebach vor dem 2:0 durchgehen zu lassen war vertretbar; erkannte zu Recht keine Torwartbehinderung vor Hannovers Anschlusstreffer.
Spieler des Spiels:
Johan Djourou
In einer Abwehrschlacht spielte Johan Djourou die Hauptrolle. Obwohl 96 zu vielen klaren Chancen kam, beeindruckte er durch seine Präsenz.