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Hamburger SV

Hamburger SV

2
:
1

Halbzeitstand
1:0
Bayer 04 Leverkusen

Bayer 04 Leverkusen


HAMBURGER SV
BAYER 04 LEVERKUSEN
15.
30.
45.




60.
75.
90.








Badelj und van der Vaart verletzt raus

Westermann rettet den Dreier nach Adlers Patzer

In der Hamburger Imtech-Arena trafen sich am Freitagabend zur Eröffnung des 29. Spieltags zwei Krisenklubs. Der akut abstiegsgefährdete HSV empfing das akut aus den Champions-League-Rängen rutschende Bayer 04 Leverkusen. Am Ende setzte sich der Bundesliga-Dino mit 2:1 durch - in einer wahrlich unterhaltsamen wie teils kuriosen Begegnung.

Mirko Slomka
Hat zu Hause deutlich mehr Grund zum Lachen als in der Fremde: HSV-Trainer Mirko Slomka.
© Getty ImagesZoomansicht

Slomkas Heimstärke

HSV-Coach Mirko Slomka reagierte auf die 1:3-Pleite in Gladbach mit zwei Wechseln: Der verletzte Lasogga (muskuläre Probleme) und Rincon (Bank) wurden durch Jiracek und Badelj ersetzt. Zoua gab demnach den alleinigen Sturmtank im System der Rothosen.

Leverkusens Trainer Sami Hyypiä wechselte nach dem 1:1 gegen Braunschweig gar noch einmal mehr als sein Gegenüber. Neben dem ebenfalls verletzten Toprak rückte Wollscheid in die Innenverteidigung, zudem bekamen Rolfes und Brandt Bewährungschancen für Can und Guardado (beide Bank). Kurz vor Anpfiff wurde dann aber noch bekannt, dass Wollscheid doch nicht kann - Can gab demnach den Aushilfsinnenverteidiger.

Hoffnungen ruhten bei den Hamburgern im Vorfeld auf der Tatsache, dass ein Heimspiel anstand. Denn Trainer Slomka feierte seinen letzten Auswärtsdreier als Übungsleiter am 26. April 2013 (!). Damals gewann sein Ex-Klub Hannover mit 3:2 in Fürth. Mit dem HSV hingegen ergatterte sich der 46-Jährige noch nicht einmal einen Punkt in der Fremde, in den bis dato vier Heimspielen aber immerhin acht Punkte.

Furioser Start und Calhanoglu

Die Partie begann zunächst mit zwei Minuten Abtasten, dann aber zeigten vor allem die Hausherren den Willen, hier flugs ein Tor zu erzielen. Mit einem relativ hohen Pressing versuchten die Rothosen, Fehler oder lange Bälle zu provozieren. In Ballbesitz konnte der Bundesliga-Dino zudem stets ruhig aufbauen, da die Werkself erst auf Höhe der Mittellinie attackierte. Für das enorme Herz wurden die natürlich auch nicht fehlpassfreien Hamburger dann belohnt: Die Rothosen bauten einen Angriff zunächst ruhig im Mittelfeld auf, dann ging es plötzlich schnell. Badelj spielte in die Spitze zu Calhanoglu, der van der Vaart als Wandspieler nutzte. Der Niederländer ließ abtropfen und ermöglichte dem talentierten Schützen so einen wahren Knaller, der unten links in der Ecke einschlug (4.). Schock für Bayer? Von wegen: Brandt, der sein Bundesliga-Startelfdebüt feierte, startete über rechts durch, legte dann in den Rückraum am Strafraum zum freien Kießling. Der zog flach ab und zwang den ehemaligen Bayer-Torhüter Adler zu einer starken Parade (6.).

Hakan Calhanoglu und Heiko Westermann
Drehte nach seinem Hammer zum Jubelspurt ab: Hakan Calhanoglu (hier mit Heiko Westermann).
© Getty ImagesZoomansicht

Es folgten weitere Chancen. Zoua erreichte einen Pass von Calhanoglu nicht mehr (16.), dann scheiterte Mancienne durchaus knapp nach einer Ecke mit einem Fallrückzieher (20.). Und auch Leverkusen zeigte sich wieder: Kießling scheiterte hauchzart mit einem Kopfball neben das Tor (22.), Son fand in einem weiteren im guten Adler seinen Meister (36.). Zwischenzeitlich nahm sich die Begegnung zwar immer wieder kleinere Unterbrechungen - in einer davon musste Badelj verletzt für Rincon raus (33.) -, dann aber bot sich dem Publikum noch eine turbulente Schlussphase. Der Ex-Hamburger Son prüfte Adler mit einem Flachschuss vom linken Strafraumeck (45.), im Gegenzug scheiterte Calhanoglu mit einem schärferen Heber an Schlussmann Leno (45.+1). Eine Minute später verpasste zudem noch Jiracek den Abstauber nach van der Vaarts Distanzschuss. Eine absolut unterhaltsame Hälfte endete damit.

Adlers Schnürung

Aus den Katakomben kam die Werkself durchaus bemüht und mit Biss, doch der erste Vorstoß von Castro (46.), eine gute Ecke von Son (47.) und eine starke Konterchance über Brandt (49.) scheiterten allesamt am letzten Willen beziehungsweise am letzten Laufweg oder Pass. Nach diesen Aktionen meldete sich dann auch wieder der HSV an - natürlich mit Calhanoglu, der von der Strafraumkante abschloss. Doch Torhüter Leno konnte das Leder zur Ecke lenken (54.). Als wieder etwas Ruhe einkehrte, schnürte Adler ein Geschenkpaket für seine ehemaligen Kollegen: Brandt schloss nach einem kurzen Sprint im Mittelfeld ab und direkt auf den Schlussmann. Adler kniete sich etwas nieder, um sicher zupacken zu können. Letztlich aber griff der HSV-Torwart daneben und lenkte das Spielgerät ins eigene linke Eck (58.). Dieser Treffer traf die Rothosen mitten ins Mark, die fortan nur behäbig agierten.

Die Werkself machte immer mehr Druck, der Dreier, er erschien in greifbarer Nähe. Doch oftmals fehlte der letzte Pass. Dennoch kam Son mal zu einem guten Abschluss (74.). Bayer-Coach Hyypiä brachte zudem in der Schlussphase mit Derdiyok für Bender einen zweiten Stürmer (80.). Zuvor musste Slomka bereits reagieren, brachte Tesche für van der Vaart (Schlag auf den Oberschenkel). Doch plötzlich schlug der Gastgeber zu und verwandelte die Imtech-Arena in ein vor Freude bebendes Rund: Rincon schickte den flinken Diekmeier über die rechte Seite, der konzentrierte sich und flankte nach innen. Dort deckte Donati nicht konsequent und ermöglichte Westermann einen Abschluss aus rund 15 Metern. Final schlug der Ball wuchtig und knapp neben dem nicht mehr reaktionsfähigen Leno ein (82.).

Can vergibt freistehend

Zu einer Großchance sollten die Leverkusener aber noch kommen: Nachdem Ryu das Leder im Strafraum durch die Beine gleiten ließ, kam der von München ausgeliehene und heutige Innenverteidiger Can frei vor dem Schlussmann an den Ball. Doch Adler rettete mit einer ganz starken Parade und merzte so seinen Patzer aus (90.+2). Der womöglich überlebenswichtige Dreier, er war damit für den HSV sicher. Derweil erlebte Trainer Hyypiä mit Bayer einen weiteren Rückschlag.

Nächsten Samstag (15.30 Uhr) muss der HSV zum Nordduell nach Hannover. Die Leverkusener empfangen tags darauf und zur gleichen Zeit Hertha BSC.

1. Bundesliga, 2013/14, 29. Spieltag
Hamburger SV - Bayer 04 Leverkusen 2:1
Hamburger SV - Bayer 04 Leverkusen 2:1
Der HSV schlägt zurück

Heiko Westermann jubelt über sein 2:1.
© Getty Images

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Aufstellungen, Einwechslungen & Reservebänke

Hamburger SV
Aufstellung:
Adler (3) - 
Diekmeier (3) , 
Djourou (2,5) , 
Mancienne (3) , 
Westermann (2)    
Calhanoglu (1,5)    
Badelj (3,5)    
Arslan (3) , 
Jiracek (4) - 
van der Vaart (3,5)        
Zoua (4)    

Einwechslungen:
33. Rincon (3)     für Badelj
68. Tesche für van der Vaart
77. Maggio für Zoua

Trainer:
Slomka
Bayer 04 Leverkusen
Aufstellung:
Leno (2) - 
Donati (4,5)    
Can (2) , 
Spahic (3,5) , 
Boenisch (4,5) - 
L. Bender (4,5)    
Rolfes (4,5)    
Brandt (2,5)        
Castro (4,5)    
Son (3) - 
Kießling (3,5)

Einwechslungen:
80. Derdiyok für L. Bender
86. Ryu für Castro
86. Öztunali für Donati

Trainer:
Hyypiä

Tore & Karten

 
Torschützen
1:0
Calhanoglu (4., Rechtsschuss, van der Vaart)
1:1
Brandt (58., Rechtsschuss, Spahic)
2:1
Westermann (82., Rechtsschuss, Diekmeier)
Gelbe Karten
HSV:
Rincon
(4. Gelbe Karte)
Leverkusen:
Brandt
(1. Gelbe Karte)

Spieldaten

Hamburger SV       Bayer 04 Leverkusen
Tore 2 : 1 Tore
 
Torschüsse 18 : 19 Torschüsse
 
gespielte Pässe 358 : 509 gespielte Pässe
 
angekommene Pässe 251 : 384 angekommene Pässe
 
Fehlpässe 107 : 125 Fehlpässe
 
Passquote 70% : 75% Passquote
 
Ballbesitz 40% : 60% Ballbesitz
 
Zweikampfquote 46% : 54% Zweikampfquote
 
Foul/Hand gespielt 16 : 15 Foul/Hand gespielt
 
Gefoult worden 15 : 15 Gefoult worden
 
Abseits 1 : 1 Abseits
 

Spielinfo

Anstoß:
04.04.2014 20:30 Uhr
Stadion:
Imtech-Arena, Hamburg
Zuschauer:
49575
Spielnote:  1,5
Dramatik, Tempo, Torraumszenen en masse - eine mitreißende Partie.
Chancenverhältnis:
8:10
Eckenverhältnis:
4:14
Schiedsrichter:
Bastian Dankert (Rostock)   Note 6
war der Aufgabe nicht gewachsen, verweigerte Leverkusen zwei Elfmeter (Jiracek an Son, 35. und Mancienne an Son, 73.), auch Cans Schubser gegen Zoua war strafstoßwürdig.
Spieler des Spiels:
Hakan Calhanoglu
Riss das Hamburger Spiel an sich, schoss neunmal aufs Leverkusener Tor - und traf einmal.