Leverkusens Trainer Jupp Heynckes wechselte nach dem 3:0 gegen Hannover dreimal. Adler kehrte nach seinem Rippenbruch für Giefer ins Tor zurück, Castro (nach Muskelfaserriss) und der zuletzt Gelb-Rot-gesperrte Barnetta ersetzten Bender und Kaplan. Vidal rückte somit wieder vor die Abwehr.
Auf Berliner Seite nahm Coach Friedhelm Funkel im Vergleich zur 0:1-Heimniederlage gegen Schalke gezwungenermaßen eine Änderung vor. Stein vertrat den gelbgesperrten Kobiashvili.
Leverkusen stellte zu Beginn zwar das aktivere Team, nachdem Barnetta den ersten Warnschuss abgegeben hatte (3.), gehörte aber der Hertha die erste dicke Chance der Partie. Kacar hob den Ball in den Strafraum, wo Gekas in halblinker Position volley abzog und am Innenpfosten scheiterte (5.). Lange musste das Schlusslicht der vergebenen Möglichkeit nicht nachtrauern, denn nach zwölf Minuten war es soweit. Gekas hatte nach einem schnell ausgeführten Freistoß links viel Platz und flankte mit Überischt zurück an die Strafraumkante. Dort nahm Raffael die Kugel aus der Luft und hämmerte das Spielgerät flach zum 0:1 ins linke Eck.
Bayer ließ in der Folge eine Reaktion vermissen. Die Werkself agierte im Spiel nach vorne ideenlos und schlug kein sonderlich hohes Tempo an. Die gut organisierten Gäste hatten wenig Mühe, die Hausherren vom eigenen Tor fernzuhalten. Vielmehr legte der Hauptstadtklub die größere Zielstrebigkeit an den Tag. Der glänzend freigespielte Ramos kam frei vor Adler am Keeper vorbei, legte sich den Ball aber zu weit vor und verpasste so das 0:2 (20.).
Die Partie plätscherte zwischenzeitlich immer wieder ohne große Höhepunkte vor sich hin, ehe wiederholt Berlin für die Aufreger sorgte. Cicero rutschte nach Gekas' guter Hereingabe von links nur Zentimeter am Ball vorbei (33.). Mit dieser Szene hatte Heynckes genug von Castro gesehen und ersetzte seinen Rechtsverteidiger durch Bender. Vidal rutschte zurück. Viel besser wurde das Spiel der Werkself dadurch aber auch nicht. Einzig Derdiyok bot sich eine gute Gelegenheit, der Schweizer scheiterte aus halblinker Position jedoch an Drobny (37.). Ansonsten versuchten sich die Gastgeber wiederholt aus der zweiten Reihe, wobei Kroos mit einem Volleyschuss, den Drobny parierte, dem Ausgleich noch am nächsten kam (45.).
Heynckes legte zu Beginn des zweiten Durchgangs personell nach und brachte Kaplan und Helmes für Barnetta und Derdiyok. Wieder waren es aber die Berliner, die als erste für Gefahr sorgten. Nach Ramos' guter Vorarbeit über rechts bot sich Gekas die dicke Möglichkeit zum 0:2, der von Bayer an die Hertha ausgeliehene Grieche traf frei vor Adler den Ball allerdings nicht (48.).
Was die Heynckes-Elf defensiv in den folgenden Minuten anbot, war katastrophal. Kacar bot sich gleich zweimal die ganz große Chance, Berlin vorentscheidend in Front zu bringen, frei vor dem Tor brachte der Serbe das Leder aber erst an Friedrich (53.), Sekunden später an Adler nicht vorbei (54.).
Die Werkself aber fing sich und machte fortan selbst Druck. Nachdem Drobny einen Distanzschuss von Kroos nicht hatte festhalten können, erreichte Helmes den Abpraller, scheiterte aber am diesmal glänzend regaierenden Hertha-Schlussmann (57.). Zwei Minuten später kam Helmes dem Ausgleich per Kopf noch näher, Drobny rettete aber famos und klärte zur Ecke. Die brachte Kadlec vors Tor und fand Friedrich, dessen Kopfball Drobny schließlich nicht mehr abwehren konnte - 1:1 (59.).
Glück brauchte Bayer, das nun mehr wollte, nur noch einmal, als Vidal im Duell mit Gekas als letzter Mann absichtlich mit der Hand zum Ball ging. Referee Peter Sippel zeigte nur Gelb. Ansonsten gab nun die Werkself die Schlagzahl vor und suchte nach dem Dreier, ohne allerdings weitere hochkarätige Möglichkeiten zu bekommen. Ein abgefälschter Kroos-Schuss, der knapp neben dem linken Pfosten einschlug, entfachte vorerst die größte Gefahr (74.).
Doch Bayer ließ nicht locker und stand elf Minuten vor Schluss ganz dicht vor dem Sieg. Friedrich köpfte aus sechs Metern allerdings nur an die Unterlatte. Von der Linie prallte das Leder vors Tor, wo Helmes heranstürmte, aber einmal mehr im bestens aufgelegten Drobny seinen Meister fand (79.).
Berlin, für das ein Punkt definitiv zu wenig war, rannte die Zeit davon. Und die Hertha, längst mit Ebert und Wichniarek unterwegs, mobilisierte noch einmal die letzten Kräfte. Von Wichniarek bedient, kam Piszczek halbrechts zum Abschluss, doch Adler machte das kurze Eck rechtzeitig zu (86.). Weil Ramos in der Nachspielzeit nicht in der Lage war, den freistehenden Gekas zu bedienen, war nicht mehr drin in der Begegnung, die für Leverkusen unbefriedigend, für die "Alte Dame" mit dem Abstieg endete.
Leverkusen gastiert am kommenden Samstag ohne den gelbgesperrten Friedrich in Mönchengladbach, Hertha empfängt zum Abschluss den FC Bayern.
| Bayer Leverkusen |
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| Hertha BSC |
![]() ![]() Aufstellung: Drobny (1) - Piszczek (4,5) , A. Friedrich (4) , von Bergen (4,5) , Stein (5) - Lustenberger (4) - Kacar (4,5) - Raffael (3) - Ramos (3,5) , Cicero (4) - Gekas (3) Trainer:
Funkel |
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1:1
M. Friedrich (59., Kopfball, Kaplan)
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Gelbe Karten |

