Karlsruhes Trainer Edmund Becker musste ohne Engelhardt auskommen, der Mittelfeldmann hatte beim 3:1 in Bremen die fünfte Gelbe gesehen und war nun zum Zuschauen verdammt. An seiner Stelle rutschte Mutzel in die Startelf. Auf der anderen Seite sah Herthas Coach Lucien Favre nach dem 0:0 gegen Schalke keinen Grund, Umstellungen vorzunehmen. Das bedeutete, dass Kapitän Friedrich und Voronin zunächst auf der Bank Platz nehmen mussten.
Bei sommerlichen Verhältnissen begann der KSC das Match eher abwartend, während die Hertha das Zepter in die Hand nahm und mehr nach vorne investierte. Die Berliner zeigten die bessere Spielanlage, ließen aber im Abschluss die bekannte Konsequenz vermissen. Cicero (5.), Pantelic (6.), Ebert (10.) und wiederum Pantelic (16.) waren allesamt glücklos. In der Defensive ließ die "Alte Dame" kaum etwas zu, die Räume wurden eng gemacht, so dass Karlsruhe zunächst keine klaren Torchancen kreieren konnte.
Dies änderte sich nach einer knappen halben Stunde. Nach einem feinen Pass von Stindl tauchte Freis plötzlich vor Hertha-Keeper Drobny auf. Der Tscheche blieb im Eins-gegen-Eins lange stehen und parierte den unplatzierten Schuss des Karlsruhers aus sieben Metern (31). Zwei Minuten später war Drobny dann machtlos: Celozzi flankte von rechts zu Freis, der diesmal aus kurzer Distanz problemlos ins rechte Eck einschob. Der Hertha kam die zuvor gezeigte Souveränität abhanden, die Berliner wackelten bedenklich und kassierten dann das 0:2. Nach einer Ecke von rechts schraubte sich Franz im Strafraum hoch und besorgte mit einem wuchtigen Kopfball aus sechs Metern den Halbzeitstand (40.).
Berlins Trainer Lucien Favre musste reagieren und tat dies auch: Zum zweiten Durchgang kam Voronin an Stelle von Cicero - somit hatte Hertha zwei nominelle Spitzen auf dem Rasen. Und der Ukrainer führte sich gleich prima ein: Mit einem sehenswerten Zuspiel setzte er Kacar in Szene, der jedoch aus acht Metern knapp rechts vorbei schoss (51.). Die "Alte Dame" war nun um den Anschluss bemüht, tat sich aber gegen zunehmend defensiver ausgerichtete Gastgeber schwer.

Die Favre-Schützlinge gerieten an ihre Grenzen, vor allem die Offensivaktionen verpufften wirkungslos. Auf der anderen Seite hatte der KSC ein Erfolgsrezept parat: Über die Flügel! So klappte es auch in der 62. Minute, als Celozzi von rechts in die Mitte zu Kennedy flankte, der aus fünf Metern sein erstes Saisontor markierte. Die Gäste fügten sich nun in ihr Schicksal, Gegenwehr war kaum mehr zu erkennen. Nur Torhüter Drobny stellte sich einem Debakel in den Weg. Nachdem Langkamp per Kopf nur den Pfosten getroffen hatte (67.), rettete der Tscheche gegen Eichner (67.) und Kennedy (71.).
Kurz darauf zirkelte Stindl eine Ecke von rechts in den Sechzehner, wo sich Kennedy hochschraubte - 4:0 (72.). Danach war die Messe im Wildpark endgültig gelesen, jedoch stand es zu diesem Zeitpunkt in Cottbus 3:0 für Energie, das sich dadurch den Relegationsplatz sicherte, und der Karlsruher Sieg am Ende keine Bedeutung hatte.
Für beide Mannschaften geht es in die Sommerpause, ehe es am 07. August in die neue Saison geht. Der KSC wird dann wohl den Wiederaufstieg in Angriff nehmen, während die Hertha in der Bundesliga den diesjährigen Erfolg wiederholen will - ob Pantelic und Voronin dann mit dabei sein werden, ist allerdings mehr als fraglich.
| Karlsruher SC |
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| Hertha BSC |

