Beim KSC musste Trainer Edmund Becker nach dem 1:2 in Hamburg auf Kapitän Franz (Muskelfaserriss) verzichten. Zudem rutschte Staffeldt aus der Mannschaft. Stoll und Mutzel standen neu in der Startelf. Kölns Coach Christoph Daum sah nach dem 1:1 gegen Frankfurt nur auf einer Position Handlungsbedarf und brachte Chihi für Sanou.
Beide Teams starteten mit derselben taktischen Ausrichtung. Die Defensive hatte Vorrang, Torsicherung stand im Vordergrund. So ergaben sich auch kaum nennenswerte Offensivaktionen. Köln igelte sich in der eigenen Hälfte ein und suchte immer wieder mit weiten und steilen Pässen die Spitzen einzusetzen. Gegen eine aufmerksame KSC-Abwehr, der man das Fehlen von Franz zunächst nicht anmerkte, gelang das aber lange Zeit nicht.
Doch auch für die Badener war der Weg hin zu des Gegners Tor verbaut. Die Hintermannschaft des FC ließ da überhaupt nichts anbrennen. Erst in der fünfzehnten Minute sorgte Freis mit einem Solo für etwas Gefahr. Doch Kennedy war nach einem ungenauen Abspiel in der Mitte mit der Ballannahme überfordert.
Überschattet wurde das Spiel dann vom Kollaps des FC-Kapitäns Ümit Özat (27.). Ohne Fremdeinwirkung knickte der Türke in der eigenen Hälfte ein und blieb auf dem Rasen bewusstlos liegen. Sofort riefen seine Mitspieler die Sanitäter auf den Platz und verlangten medizinische Hilfe. Auf dem Platz begannen die Erste-Hilfe-Maßnahmen, Mondragon und Christoph Daum hatten Tränen in den Augen. Köln stand unter Schock, im Stadion war es totenstill. Nach einigen Minuten dann gab der Stadionsprecher Entwarnung und verkündete, Ümit Özat sei wieder ansprechbar. Das Spiel wurde fortgesetzt.
Der verbliebene Rest der ersten Hälfte stand dann deutlich im Schatten der Geschehnisse um Ümit Özat. Kaum eine Aktion gelang den beiden Teams noch, die erst in der Nachspielzeit wieder etwas zulegten. Aber Eichner und Novakovic (45. +3) vergaben gute Schusschancen.
Der zweite Durchgang geriet über weite Strecken ähnlich uninspiriert wie die ersten 45 Minuten. Schwungvolles Angriffsspiel? Tolle Torszenen? Mangelware! Zumindest der Einsatz beider Teams war nun höher, es kam nun vereinzelt zu Torchancen. Matip ließ mit einem Fernschuss aufhorchen (53.), und Freis scheiterte mit einem Schuss auf das kurze Eck an Mondragon (56.).
So plätscherte das Spiel dahin, ehe Köln mit dem ersten strukturierten und schön vorgetragenen Konter der Partie in Führung ging. Über Petit und Geromel landete das Spielgerät beim lauernden Torjäger Novakovic, der ohne Mühe per Kopf aus kurzer Distanz seinen dritten Saisontreffer verbuchte (72.).

Der KSC reagierte. Trainer Edmund Becker schickte mit Iashvili (74.) und Kapllani (78.) zwei frische Stürmer auf den Platz, die in der Schlussphase noch die Wende schaffen sollten. Und die Badener drückten nun, spielten endlich zwingend und kamen zu großen Chancen. Kapllani setzte den Ball gar an die Latte (81.).
Dann aber sorgte Radu für die Entscheidung. Der Rumäne angelte sich eine Kopfballverlängerung von Novakovic, nahm den Ball dabei aber mit seinem angelegten Arm mit und schob unhaltbar für Miller ins rechte untere Eck ein. Millers Proteste fruchteten nicht, Schiedsrichter Florian Meyer erkannte den Treffer an. Köln konterte Karlsruhe eiskalt aus und sicherte sich Saisonsieg Nummer eins und wichtige drei Punkte.
Nach der Länderspielpause ist Karlsruhe wiederum an einem Freitag gefordert. Es geht nach Hessen zu Eintracht Frankfurt. Köln erwartet am Samstag hohen Besuch. Bayern München reist in die Domstadt.
| Karlsruher SC |
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| 1. FC Köln |
Gelbe Karten |
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| Besondere Vorkommnisse | |
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Ümit erleidet ohne Fremdeinwirkung einen Kollaps (25.); nach Rücksprache mit den Spielern und vierminütiger Unterbrechung setzt Schiedsrichter Meyer die Partie fort.
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