Sowohl Cootbus als auch Mainz erlebten in der Vorwoche das frühe Aus im DFB-Pokal. Nun hieß es für beide Teams wieder Bundesliga-Alltag. Petrik Sander versuchte nach dem 1:0-Sieg in Bochum am vergangenen Spieltag mit dem FC Energie eine Mini-Serie zu starten um die Abstiegsplätze möglichst weit hinter sich zu lassen. Dafür kehrten im Vergleich zum Pokalspiel in Essen Piplica, Rost, Shao, Munteanu und Radu ins Team zurück. Tremmel, Aidoo, Gunkel, Baumgart und der immer noch gesperrte Kioyo rückten wieder ins zweite Glied. Die noch ungeschlagenen Mainzer hatten mindestens einen Punkt in Cottbus als Ziel anvisiert. Dabei musste Jürgen Klopp aber nach wie vor auf den am Knie verletzten Manuel Friedrich verzichten. Gegenüber dem Pokal-Aus von Saarbrücken änderte der Mainzer Coach seine Startelf nur auf einer Position. Im Sturm kam Damm für Diakite zum Einsatz.
Von Beginn an entwickelte sich ein zähes Ringen um jeden Meter Boden. Keines der beiden Teams ließ sich in die Offensive locken, so dass die Defensive auf beiden Seiten das Spiel im Griff hatte. Auch körperlich schenkten sich die beiden Kontrahenten nichts. Von Beginn an war das Spiel von einer gesunden Härte geprägt. Nur Torchancen waren in der Anfangsphase absolute Mangelware.
Erst in der 25. Minute entwickelte sich eine gefährliche Szene vor dem Tor der Mainzer. Da Silva hob einen Freistoß an die Strafraumgrenze. Radu legte per Kopf ab auf Kukielka, der sofort den Abschluß suchte. Doch der Volley-Schuss des Polen ging knapp an Waches Tor vorbei.
Die Reaktion beider Teams mutete an wie Erschrecken. Sofort zogen sich die Cottbuser wieder zurück und tauchten nur bei gelegtlichen Kontern in der Mainzer Hälfte auf. Der FSV seinerseits agierte übervorsichtig und konnte gegen die konsequent verteidigenden Cottbuser keine Tormöglichkeit herausspielen.
So schleppte sich das Spiel ereignislos in die Halbzeit. Bei beiden Teams mutierten die Strafräume zum Sperrgebiet. Jede Offensiv-Bemühung wurde im Keim erstickt. Damit spiegelte das 0:0 zur Halbzeit das Geschehen auf dem Platz korrekt wieder.
In der 49. Minute ging Cottbus, wenn auch glücklich in Führung. McKenna hatte den Ball aus der eigenen Abwehr nach vorne gedroschen, wo Shao per Kopf verlängerte. Der Ball rollte eigentlich harmlos im Mainzer Strafraum aus, doch Noveski und Torwart Wache waren sich uneins, so dass Radu das Mißverständnis nutzen konnte. Er ging dazwischen und schob den Ball unbedrängt aus kurzer Distanz an Wache vorbei ins Tor.
Dieses Tor wirkte wie ein Weckruf für den FC Energie. Plötzlich spielten die Cottbuser offensiver und suchten den Abschluss. Doch Rost und Munteanu scheiterten in der 55. Minute mit Distanzschüssen.
Nur schleppend kam die Mainzer Gegenwehr in Gang. Kaum waren die Klopp-Schützlinge mal in des Gegners Hälfte schon wurden sie klassisch ausgekontert. Radu nahm einen Befreiungsschlag aus der Cottbuser Abwer auf und setzte per Steilpass Shao auf der rechten Seite ein. Der flankte sofort auf den in der Mitte durchgesprinteten Munteanu. Der Rumäne hämmerte den Ball aus dem Lauf in die rechte obere Ecke (61.).
Danach zog sich Cottbus endgültig in die gut organisierte Abwehr zurück und überließ den Mainzern mehr Platz im Mittelfeld. Doch die Klopp-Schützlinge wussten nicht viel damit anzufangen. Immer wieder verpufften ihre Angriffsversuche bereits im Ansatz. Erst in der 80. Minute hatte der eingewechselte Jovanovic eine gute Tormöglichkeit. Er erwischte im Cottbuser Strafraum einen Abpraller, schoß das Sportgerät aber gut zwei Meter am Tor von Piplica vorbei.
Auch in der Schlußphase wirkte Energie Cottbus dem dritten Tor näher als der FSV dem Anschlußtreffer. Doch schließlich hatte man den Eindruck, dass sich beide Seiten frühzeitig mit dem Sieg für Cottbus abgefunden hatten. Die Mainzer Offensive ließ weiterhin jegliche Durchschlagskraft vermissen und Energie hatte das Spiel im Griff und brachte den Sieg locker nach Hause.
Mit dem Heimsieg verbessert sich Cottbus auf sieben Punkte nach drei Spielen, was die Lausitzer zunächst einmal weit von den Abstiegsrängen weg bringt. Die Mainzer können ihre Serie von ungeschlagenen Spielen nicht fortsetzen und versacken zunächst im Tabellen-Mittelmaß.
| Energie Cottbus |
|---|
| 1. FSV Mainz 05 |

