
Wolfsburgs Trainer Klaus Augenthaler veränderte seine Startelf gegenüber dem 0:1 gegen Stuttgart im Halbfinale des DFB-Pokals nur auf einer Position. Für den am Knie verletzten Santana kam Sarpei in die Mannschaft. Gleich mit fünf Wechseln in der Startformation gegenüber der 2:4-Niederlage gegen Frankfurt wartete Ernst Middendorp auf Seiten der Bielefelder auf. Für Korzynietz, Gabriel, Schuler, Kobylik und Wichniarek begannen Bollmann, Rau, Tesche, Masmanidis und Eigler.
Bielefeld kam sofort gut in die Partie, während der VfL Wolfsburg die ersten Minuten zu verschlafen schien. In Richtung Arminia-Tor passierte zunächst gar nichts.
Als logische Konsequenz gingen die Bielefelder auch prompt in der 8. Minute in Führung. Böhme brachte einen Freistoß in den VfL-Strafraum, wo sich die gesamte Wolfsburger Defensive im Tiefschlaf zu befinden schien. Am zweiten Pfosten stand Westermann völlig frei und ließ sich nicht zwei Mal bitten. Aus fünf Metern köpfte der aufgerückte Arminia-Verteidiger unhaltbar ein.
Bielefeld versuchte nachzulegen, doch Böhme scheiterte in der 12. Minute mit einem Freistoß aus über 30 Metern am glänzend reagierenden Jentzsch im Wolfsburger Tor.
Die Augenthaler-Elf war jetzt allerdings aufgewacht und kam mit ihrem ersten erfolgversprechenden Angriff zum Ausgleich. Sarpei hatte auf dem rechten Flügel viel Platz und setzte sich bis in den Bielefelder Strafraum durch. Dort legte er den Ball quer auf den durchgestarteten Marcelinho, der den Ball aus kurzer Distanz volley in die Maschen drosch (16.).
Damit hatten beide Teams ihr Pulver in der ersten Halbzeit aber schon verschossen. Die Kontrahenten gingen zwar engagiert zur Sache, schafften es aber nicht, die jeweiligen Abwehrformationen in Schwierigkeiten zu bringen. Erst kurz vor der Pause konnten beide Teams wieder Chancen verzeichnen.
Zunächst hatte Boakye den Führungstreffer auf dem Fuß, doch seinen Schuss aus 20 Meter konnte Arminia-Keeper Hain mit den Fingerspitzen noch an den Pfosten lenken (39.). In der 43. Minute prüfte Masmanidis von der Strafraumgrenze Jentzsch, der den Ball jedoch sicher wegfausten konnte.
Die zweite Halbzeit begann die Arminia mit einem neuen Torwart. Hain hatte sich kurz vor der Pause bei einem Zusammenprall mit Makiadi verletzt. Ziegler übernahm den Job im Arminia-Gehäuse und wurde sofort vor die erste Bewährungsprobe gestellt. Boakye bediente Marcelinho mit einem Steilpass, doch Ziegler war rechtzeitig aus seinem Tor geeilt und konnte gegen den Brasilianer retten.
Der Druck der Wolfsburger nahm aber zu Beginn der zweiten Halbzeit zu. Immer mehr Angriffe rollten auf Zieglers Tor zu und die Arminia-Defensive begann zu wackeln. Zunächst verfehlte Quiroga noch das Ziel (52.), doch in der 53. Minute war die Führung für die "Wölfe" fällig.
Krzynowek hatte sich auf der linken Seite durchgesetzt und den Ball flach zurück auf den Elfmeterpunkt gezogen. Dort stand Boakye völlig frei und hämmerte den Ball unhaltbar unter die Latte des Bielefelder Tores.
Bielefeld zeigte sich von dem Rückstand zunächst geschockt und Wolfsburg war überlegen. Doch die wenigen Torchancen, die sich den "Wölfen" boten, wurden allesamt vergeben, wobei sich Bielefelds Reversekeeper Ziegler auszeichnen konnte.
Der VfL Wolfsburg schien dann nach knappen 70 Minuten zurückzustecken und die Führung über die Runden bringen zu wollen. Doch für diese Einstellung wurde Wolfsburg sofort bestraft. Zuma konnte sich auf der rechten Seite durchsetzen und fand in der Mitte Eigler, der den Ball im linken Eck unhaltbar für Jentzsch unterbrachte (72.).
Klaus Augenthaler nahm daraufhin Marcelinho vom Platz, der nach dem Pokalspiel vom Mittwoch am Ende seiner Kräfte schien. Daraufhin fand ein Wolfsburger Angriffsspiel fast nicht mehr statt. Die "Wölfe" versuchten nur noch die Partie über die Zeit zu bringen, doch die Arminia hatte etwas dagegen.
In der 86. Minute legte Westermann den Ball lang auf die linke Seite, wo Eigler viel Platz hatte. Der Stürmer konnte in aller Ruhe flanken und fand in der Mitte den eingewechselten Wichniarek, der per Flugkopfball den Führungstreffer erzielte.
In den Schlussminuten warf der VfL Wolfsburg zwar noch einmal alles nach vorne und erzielte durch Boakye sogar noch einen Treffer, doch der Wolfsburger Stürmer soll laut Schiedsrichter Kircher vorher Westermann gefoult haben. Das Tor fand keine Anerkennung, was die Wolfsburger Niederlage endgültig besiegelte.
Nach diesem Spiel ist der VfL Wolfsburg endgültig im Abstiegskampf angekommen und muss nun am nächsten Wochenende in Nürnberg punkten, um nicht noch weiter zurückzufallen. Der Auswärtssieg gibt der Arminia neue Hoffnung im Kampf gegen den Abstieg. Die Ostwestfalen müssen aber am kommenden Sonnteg zu Hause gegen Bremen ran und sollten auch in der Schüco-Arena punkten.
| VfL Wolfsburg |
|---|
![]() Aufstellung: Jentzsch (3) - Quiroga (5) , Madlung (4) , Hofland (5) , van der Heyden (5,5) - van der Leegte (3,5) - Sarpei (3,5) , Krzynowek (4,5) - Makiadi (4,5) , Boakye (3,5) Trainer:
Augenthaler |
| Arminia Bielefeld |
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0:1
Westermann (8., Kopfball, Böhme)
1:1
Marcelinho (16., Linksschuss, Sarpei)
2:3
Wichniarek (86., Kopfball, Eigler)
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Gelbe Karten |
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Wolfsburg: van der Leegte(12. Gelbe Karte) , Makiadi(1.) , Hofland(12.) Bielefeld: Masmanidis(4. Gelbe Karte) |

