Erster Auswärtspunkt von Gladbach
Nach dem 0:2 in Stuttgart konnte HSV-Coach Thomas Doll wieder auf den zuletzt fehlenden Atouba (Schambeinverletzung) zurückgreifen, der für Mahdavikia ins Team kam und mit Fillinger die Seite tauschte. Auf der anderen Seite brachte Gladbachs Trainer Jupp Heynckes nach dem 0:2 gegen Schalke drei Neue: Helveg rückte nach Gelb-Rot-Sperre für Rubink in die Viererkette. El Fakiri kam für Kluge, und vorne ersetzte der Brasilianer Kahe den Tschechen Sverkos.
Die Partie begann mit vorsichtigem Abtasten, das Geschehen spielte sich vor allem im Mittelfeld ab. Während die Borussia versuchte, mit langen Ballstaffetten an Sicherheit zu gewinnen, agierten die Hanseaten in der Folge mit schnellem Spiel in die Spitze, das jedoch von vielen Fehlpässen und Ballverlusten gekennzeichnet war. Gladbach konzentrierte sich vor allem auf sichere Abwehrarbeit und hatte dabei wenig Schwierigkeiten mit einem Gegner, der zunächst über Ansätze nicht hinauskam. Einzige HSV-Chance in der ersten halben Stunde war ein Trochowski-Schuss, der Borussen-Keeper Keller freilich kein Kopfzerbrechen bereitete (23.). Schon eher ein Zusammenprall mit van der Vaart kurz zuvor, der die Nummer eins der Rheinländer so beeinträchtigte, dass Ersatzkeeper Heimeroth eingewechselt werden musste (32.).
Drei Minuten danach hatte der seine erste Bewährungsprobe, als er einen Schuss von Ljuboja aus elf Metern entschärfte. Diese Möglichkeit leitete die beste Phase der Doll-Elf ein, doch weder van der Vaart (38.), Ljuboja (42.) noch Sanogo (45.) konnten für die Führung der Hausherren sorgen. Und Gladbach? Das auswärtsschwächste Team agierte in der Offensive weitgehend umständlich, machte zu wenig aus dem sich oftmals bietenden Raum, hatte nur eine Mini-Chance durch Kahe (41.) und konnte zur Pause mit dem torlosen Remis zufrieden sein.
Nach der Pause hatte Trainer Doll seinem Team wohl eingeschärft, aus allen Lagen zu schießen. Van der Vaart (46.), Ljuboja (47.) und Sanogo (49.) feuerten jeweils aus 18 Metern, hatten ihr Visier freilich aber nicht genau genug eingestellt. Immerhin wurden die Hanseaten gegen einen weiterhin äußerst ängstlichen Gegner nun immer offensiver und standen nach einem Kopfball Ljubojas knapp vor der erlösenden Führung (55.).
Danach ebbte der Elan der Heimelf ab, mit einem Doppelwechsel wollte Trainer Doll dem entgegenwirken: Mahdavikia und Berisha kamen für Trochowski und Sanogo (63.). Und drei Minuten später war es soweit: Atouba versetzte auf der linken Außenbahn zwei Gegner und flankte dann ans vordere Fünfereck. Ljuboja ist mit der Hacke dran, Levels fälschte noch ab - der Ball flog ins kurze Eck - 1:0.
David Degen kam bei der Borussia für Polanski (66.), der Schweizer sollte über die rechte Seite das Offensivspiel der Gäste beleben. Von einem echten Aufbäumen der Heynckes-Elf aber war zunächst nichts zu spüren, erst als auch noch Sonck für Delura kam: Der Belgier flankte flach in die Mitte, Kahe platzierte vollkommen freistehend aus elf Metern genau auf Wächter (76.). Von den Hamburgern kam offensiv nicht mehr viel, die Rheinländer dagegen nutzten ihre zweite Chance der Partie konsequent: Neuville verwandelte eine Vorlage von Degen aus fünf Metern eiskalt (84.) und sorgte für den glücklichen und unverdienten ersten Punktgewinn seiner Elf in der Fremde.
Auf ein Neues in der nächsten Woche: Hamburg strebt nun bei Schlusslicht Mainz den zweiten Saisonsieg an, Gladbach will gegen Hannover zu alter Heimstärke zurückfinden.
| Hamburger SV |
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| Borussia M'gladbach |

