Frei vergibt - Weidenfeller hält - Kruska entscheidet

Werder-Trainer Thomas Schaaf änderte sein Team vom 2:1-Auswärtserfolg beim 1.FC Nürnberg auf lediglich einer Position. Kapitän Baumann musste verletzungsbedingt passen, für ihn lief Schulz von Beginn an auf.
Auch Bert van Marwijk musste umstellen. Im Vergleich zum torlosen Unentschieden gegen Alemannia Aachen konnte der Schweizer Degen (Muskelfaserriss im Oberschenkel) nicht auflaufen. An Stelle des Eidgenossen bekam Sahin seine Chance von Beginn an.
Die Borussia erwischte im Weserstadion einen optimalen Start. Im ersten durchdachten Spielzug der Partie schickte Sahin den ehemaligen Bremer Valdez auf dem rechten Flügel. Der Südamerikaner ging auf und davon und flankte von der Grundlinie in den Fünfmeterraum, wo Neu-Nationalspieler Fritz das Leder unglücklich abfälschte und somit Frei bediente - dieser ließ sich nicht bitten und köpfte aus kurzer Distanz zur frühen Gästeführung ein (7.).
Bei den Hanseaten lief nur wenig zusammen. Bremen agierte verschlafen und bot aus dem Spiel nur wenig durchdachte Aktionen. Smolarek mit einem gefährlich knappen Kopfball hatte die Chance zum Dortmunder Doppelschlag (13.), Werder hingegen hatte lediglich einen Freistoß des Kameruners Womé aus der Distanz zu verzeichnen (15.).
Die van Marwijk-Elf präsentierte sich souverän in der Defensive und ließ den Bremern keinen Platz für ihr in dieser Saison mit dem Sturm an die Tabellenspitze gekröntes Kombinationsspiel. Dabei vernachlässigte der Revierklub jedoch keineswegs die Offensive und spielte weiterhin nach vorne - Chancen ergaben sich dennoch auf beiden Seiten nicht.
Bremen kam nach einer knappen halben Stunde durch eine Einzelaktion des bis dahin untergetauchten Klose zum Ausgleich. Dabei nahm der Nationalstürmer ein Anspiel von Vranjes auf und setzte sich unwiderstehlich gegen Wörns und Kringe durch; auch vor Weidenfeller behielt der WM-Torschützenkönig die Nerven und sorgte so aus kurzer Distanz für den Ausgleich (29.).
Der Tabellenführer steigerte sich nun, bot den Gästen jedoch weiterhin zuviel Platz. Dabei hatten die Norddeutschen Glück, dass Smolarek nach feiner Einzelleistung gegen Womé vor dem Tor nicht die Nerven behielt (37.). Kurz darauf hätte Frei aus 15 Metern um ein Haar Mertesackers Patzer bestraft (43.) und auch kurz vor dem Pausenpfiff war es wiederum der Neuzugang aus Rennes, der per Kopf aus vier Metern eine weitere hochkarätige Dortmunder Torchance vergab (45.).
Thomas Schaafs Kabinenpredigt schien gefruchtet zu haben. Werder ging deutlich engagierter zu Werke und kombinierte gefällig nach vorne, wie schon im ersten Durchgang kam jedoch der BVB zu einem frühen Treffer. Sahins Eckball von der rechten Seite nahm Tinga mit dem Kopf und drückte aus fünf Metern an Freund und Feind vorbei zur erneuten Gästeführung ein (53.).
Im Gegenzug war dann wieder der SV Werder dran. Vranjes tankte sich nach Hunts Zuspiel an der Grundlinie durch und bediente Klose, der jedoch aus sieben Metern nur Gästekeeper Weidenfeller in die Arme köpfte (55.).
Die Bremer ließen aber weiterhin zuviel zu: Valdez hatte nach einer Unachtsamkeit in der Bremer Hintermannschaft die Möglichkeit, gar den dritten Dortmunder Treffer nachzulegen, allerdings verpasste der Nationalspieler Paraguays aus spitzem Winkel die Vorentscheidung (66.).

Zum Ende hin nahm das Spiel der Hausherren dann aber doch noch Fahrt auf: Erst hatte der ins Spiel gekommene Borowski per Drehschuss von der rechten Fünfmeterraumgrenze die Chance auf den Ausgleich, scheiterte jedoch an Weidenfeller, der reflexartig zur Ecke klärte (71.). Nur drei Minuten später war es dann wieder der Dortmunder Keeper, der glänzend beim Kopfball des ebenfalls eingewechselten Hugo Almeida klärte (74.).
Weidenfeller rückte nun immer mehr in den Fokus des Geschehens. So parierte er in einer Phase, als Werder auf den Ausgleich drückte, mehrmals hervorragend.
Als in der Schlussphase Dortmund über Valdez einen Entlastungsangriff vortrug, gerieten der ehemalige Bremer und Naldo im Strafraum der Hausherren aneinander, der Dortmunder fiel und so zögerte Schiedsrichter Wack keine Sekunde und gab Elfmeter für die Gäste. Kruska übernahm die Verantwortung und verlud Wiese, der keine Abwehrchance besaß (85.).
Die Partie war nun entschieden. Die Borussia zog sich zurück und brachte den Sieg über die Zeit.
Bremen erhält am nächsten Spieltag auf dem Aachener Tivoli Chance zur Wiedergutmachung, der BVB hingegen erwartet Hertha BSC Berlin.
| Werder Bremen |
|---|
| Borussia Dortmund |
![]() Aufstellung: Weidenfeller (1) - Kringe (4) , Amedick (3,5) , Wörns (4,5) , Dede (4) - Sahin (2,5) - Valdez (3) , Smolarek (3,5) - Trainer:
van Marwijk |
Gelbe Karten |
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