Nach dem 5:3 gegen Wolfsburg sah Bremens Trainer Thomas Schaaf keinen Grund, seine siegreiche Elf zu verändern und begann mit demselben Personal. Mit Gerber für Lahm nahm Stuttgarts Coach Felix Magath auf Seiten des VfB im Vergleich zur Partie gegen Köln (0:0) einen Wechsel vor.
Im Weserstadion bekamen 41.100 Zuschauer von Beginn an ansehnliche Fußball-Kost zweier technisch starker Teams serviert. VfB-Keeper Hildebrand hatte gleich eine Schrecksekunde zu überstehen, als ein 18-Meter-Aufsetzer von Lisztes nach 44 Sekunden fast die Werder-Führung bedeutet hätte. Das Leder prallte von Hildebrands Brust knapp den linken Pfosten ins Aus. Danach fand sich Stuttgart zuerst, bildete eine kompakte Einheit, die anfangs auch den Weg nach vorne suchte. Doch nach zehn Minuten verlor der VfB seine Linie, Werder erkämpfte sich im Mittelfeld ein Übergewicht, das in der ersten Großchance für Micoud mündete (11.). In der ersten Halbzeit sollte dies von den Chancen her gesehen für die Werderaner die beste Einschussgelegenheit bleiben, denn die Hanseaten verstanden es trotz deutlicher optischer Überlegenheit in den ersten 30 Minuten nicht, sich gegen die auch heute wieder kompakt stehende Defensive der Schwaben entscheidend in Szene zu setzen. Die Magath-Elf trat bis dorthin bis auf die Anfangsphase in der Offensive sehr verhalten auf, beschränkte sich fast ausschließlich aufs Zerstören. Dies sollte sich mit Hinkels Auftritt auf der rechten Außenbahn ändern. Der Nationalverteidiger war auf dem Weg nach vorne weder von Klasnic noch Stalteri zu bremsen, tunnelte den vorher schon ausgespielten, zurückgeeilten Kanadier an der Eckfahne und flankte auf den in der Mitte völlig freien Szabics. Der Ungar hatte keine Mühe, aus fünf Metern zur Führung einzuköpfen (31.). Und der VfB legte nach: Hleb hatte zuviel Raum und Zeit für den entscheidenden Pass in den Strafraum, wo sich Kuranyi im richtigen Moment gelöst hatte und mit rechts aus 13 Metern in die rechte untere Ecke einschoss (34.). Werder war geschockt, brachte vor der Pause nichts mehr zu Stande und hatte Glück, dass Keeper Reinke einen von Hleb geschossenen Foulelfmeter - der Schütze selbst war von Davala gefoult worden - kurz vor der Pause entschärfen konnte. Nach dem Wechsel blieb der VfB seiner taktischen, eher vorsichtigen Linie treu, ließ Bremen kommen. Und die taten sich wie im ersten Durchgang zunächst unheimlich schwer, sich Chancen zu erspielen. Erst nach 55 Minuten - Lisztes scheiterte an Hildebrand - wurde Werder gefährlicher. Coach Thomas Schaaf wechselte glücklich ein, brachte Charisteas, der prompt mit der ersten Ballberührung nach Ernsts Flanke von rechts aus fünf Metern den Anschlusstreffer erzielte und Hildebrands weiße Weste nach 884 Minuten (!) beschmutzte (60.). Allerdings hatte das Leder zuvor deutlich die Auslinie überschritten, der Treffer hätte also eigentlich nicht anerkannt werden dürfen. Die stärkste Phase der Heimelf brach an, gegen den in dieser Phase nur noch defensiv orientierten Vize-Meister hatten der ebenfalls gerade für den blassen Ailton eingewechselte Haedo-Valdez (69.) und Charisteas (75.) den Ausgleich auf dem Fuß. In der hektischen Schlussphase, die ihren Höhepunkt mit der Gelb-Roten Karte für Bordon (Ballwegschlagen, 88.) hatte, kam Bremen nicht mehr entscheidend in Schussposition, musste vielmehr nach einem Konter der Schwaben die Entscheidung hinnehmen. Tiffert erlöste seine Farben nach Pass von Hleb mit dem dritten Tor (90.+1).
In einer Partie zweier technisch starker Mannschaften erwies sich der VfB als das cleverere Team, nutzte seine Chancen konsequent und siegte gegen eine Bremer Elf, die ihre Überlegenheit nur unzureichend ummünzen konnte.
| Werder Bremen |
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| VfB Stuttgart |
![]() Aufstellung: Hildebrand (1,5) - Hinkel (2) , Fernando Meira (3) , Bordon (3,5) , Gerber (4) - Soldo (2,5) - Vranjes (3,5) , Hleb (2,5) - Heldt (3,5) - Trainer:
Magath |
Gelb-Rote Karten |
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Gelbe Karten |
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| Besondere Vorkommnisse | |
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Reinke hält Foulelfmeter von Hleb (45.)
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