Personal: Gegenüber der Niederlage in Madrid meldete Bayer Leverkusen nur eine Änderung: Matysek stand für Zuberbühler zwischen den Pfosten. Borussia Dortmund brachte für Kapetanovic (verletzt) und Evanilson (gesperrt) Kohler und Ricken.
Taktik: Bayer begegnete dem Drei-Mann-Angriff der Gäste (der nur auf dem Papier einer war) mit einem Abwehr-Quartett, das Nowotny als Startrampe für Vorstöße ins Mittelfeld oder (wie vor dem Führungstor) in den Strafraum der Borussia nutzte. Zentral vor der Abwehr betätigte sich Ramelow als Abfangjäger für Ricken; vor ihm kurbelten Ballack (aus halbrechter Grundposition) und Zé Roberto das Angriffsspiel an. Dortmunds sonst als Trio arbeitender Deckungsverbund wurde von Dede zur Viererkette komplettiert, die im Raum übergeben sollte, dabei aber gravierende Abstimmungsprobleme verriet. Konsequent vor der Abwehr (in Doppelfunktion als Abräumer und Antreiber) spielte Heinrich - und dies ungleich wirkungsvoller als Oliseh, dem ähnlich wie Ricken jede Dynamik abging. Dortmunds Spitzen rochierten; schon nach einer Viertelstunde nicht mehr mit Bobic (verletzt), für den in erster Linie Addo in die Mitte rückte.
Spielverlauf: Leverkusen diktierte das Geschehen, überbrückte das Mittelfeld schnell mit präzisen Steilpässen (Ballack), schluderte jedoch vor dem Tor, wo sich der geschickt in die Räume stoßende Brdaric ein Privatduell mit Lehmann lieferte. Erst nach dem Rückstand setzten sich die anfänglich schlafmützigen, im Zweikampf ungewöhnlich zahmen und schlecht organisierten Dortmunder, die als Auswärtsteam wiederholt ausgekontert wurden, besser in Szene. Wörns und Heinrich hatten den Ausgleich auf dem Kopf - und nährten die Hoffnung auf eine Wende nach dem Wechsel, doch was folgte, war Angsthasen-Fußball, mehr nicht. Das Niveau der vormals gutklassigen Partie verflachte. Wie schon bei Nowotnys Treffer, bei dem sich Dede in der Entstehung überrumpeln ließ, ging auch dem entscheidenden Kopfballtor Neuvilles ein individueller Dortmunder Fehler (Reina) voraus.
Fazit: Unbeeindruckt von der Affäre um Ex-Trainer Christoph Daum landete Leverkusen einen ungefährdeten Sieg. Borussia Dortmund schwamm hinten, entwickelte keinen Druck aus dem Mittelfeld und keinerlei Durchschlagskraft im Sturm.
Von Thomas Hennecke und Jan Lustig
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2:0
Neuville (62., Kopfball, Zé Roberto)
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Gelbe Karten |

