Personal: Matthias Sammer konnte weder auf Kohler noch auf Ikpeba (beide verletzt) zurückgreifen und beorderte außer Nijhuis auch Stevic auf die Bank. Zum Zug kamen statt dessen Heinrich, Wörns, Kapetanovic und Reina. Volker Finke ersetzte Müller, Weißhaupt und Sellimi durch Hermel, Kehl und Coulibaly.
Das Spiel im Live-Ticker Der 8. Spieltag im Überblick
Taktik: Im modifizierten 3-4-3-System der Borussia verzichtete Sammer auf eine Absicherung für die Manndecker Wörns (rechts) und Metzelder. Heinrich verlegte seinen Tätigkeitsbereich permanent (und deutlich) vor die Deckung, um Lücken im Mittelfeld zu schließen und um als zusätzlicher Impulsgeber in der Offensive zu wirken. Oliseh und Addo (als freier Mann hinter den Spitzen) assistierten ihm in der Mitte. Über die Seiten attackierten Evanilson (rechts) und der glänzend aufgelegte Reina, abgesichert von Kapetanovic und Dede. Freiburg verteidigte zentral mit Hermel und Diarra (gegen Bobic), die bei Ballbesitz des BVB in Willi und Kobiaschwili (ließ mit zunehmender Dauer rapide nach) Unterstützung fanden. Aus dem so entstehenden Abwehr- Quartett lösten sich bei Gegenzügen die beiden Außen, orientierten sich nach vorn und verbreiterten das Mittelfeld, in dem anfänglich Kehl und Zeyer (nicht aber der auffallend farblose Baya) dafür Sorge trugen, dass die Gäste auch in der Dortmunder Hälfte eigene Akzente setzen.
Spielverlauf: Nach anfänglichen Abstimmungs-Schwierigkeiten und Zuordnungs-Problemen in der Abwehr stabilisierte sich Freiburg, kam selbst zu Möglichkeiten (Kehl, Zeyer), geriet aber schon gegen Ende der ersten Hälfte in den Schwitzkasten der Platzherren. Daraus gab es im zweiten Durchgang überhaupt kein Entrinnen mehr. Borussias Risiko-Taktik erzeugte eine selten erlebte Angriffswucht und Dominanz, die nie in Kopflosigkeit oder blinden Eifer umschlug. Borussia bot mit den Protagonisten Heinrich, Oliseh, Bobic, Dede oder Reina Power-Fußball, der die wie paralysierten Freiburger einschüchterte und am eigenen Strafraum festnagelte. Trotz aller Abschluss-Mängel (Reina) war es nur eine Frage der Zeit, bis ein Tor fallen musste. Entlastungsangriffe der Gäste? Fehlanzeige!
Fazit: Freiburg war der beachtlichen spielerischen Qualität und der Zweikampfstärke des BVB nur 45 Minuten annähernd gewachsen.
Von Thomas Hennecke und Jan Lustig
| Borussia Dortmund |
|---|
| SC Freiburg |

