Personal: Frankfurt ersetzte den angeschlagenen Bindewald durch Berntsen und brachte für Abwehrspieler Rada mit Reichenberger einen zweiten Stürmer. Bei Stuttgart standen die zuletzt gelbgesperrten Thiam und Todt wieder zur Verfügung. Dennoch beschränkte sich der VfB gegenüber der Vorwoche auf eine Änderung: Für Kauf kam Carnell.
Das Spiel im Live-Ticker Der 34. Spieltag auf einen Blick
Taktik: Beide Mannschaften begannen mit einer ähnlichen taktischen Grundformation. Vor der Dreier-Abwehrreihe agierte mit Mutzel und Soldo jeweils ein Kontrollposten hinter dem Mittelfeld, wobei der Frankfurter als "Wachhund" gegen Balakov agierte, der Stuttgarter dagegen mehr den Raum als den ebenfalls in der Spielmacher-Rolle hinter den beiden Sturmspitzen fungierenden Heldt absicherte.
Ein weiterer kleiner Unterschied: Während das Frankfurter Abwehr-Trio zumeist in klarer räumlicher Zuordnung operierte, suchte Carnell immer wieder den Weg in die gegnerische Hälfte, spielte mal vorne, mal hinten, mal innen, mal außen mit der Folge, dass seine Leistung trotz großem läuferischen Aufwand weder "Fisch noch Fleisch" war.
Spielverlauf: Von den bereits gesicherten Stuttgartern gingen die meisten läuferisch und kämpferisch zunächst bei weitem nicht ans Limit. Im Vertrauen auf ihre besseren technischen Mittel präsentierten sie bis zur Pause stattdessen zumeist "Urlaubsfußball", mit dem sie die zumindest von der mentalen Einstellung um Annäherung zu den auf Distanz gegangenen Fans bemühte Eintracht nicht in Bedrängnis bringen konnte. Horst Heldt gestattete der VfB großen Bewegungsraum, den der körperlich weiterhin schwache Frankfurter Regisseur nutzte, um seine beachtlichen spielerischen Qualitäten nicht nur bei der Tore-Vorbereitung effektiv einzubringen.
Mit Thiam kamen nach der Pause mehr Druck und Tempo ins VfB- Mittelfeld und mit Tiffert in der Schluss-Viertelstunde auch mehr Frische und Spritzigkeit. Die dadurch entstandenen Tormöglichkeiten ließ Stuttgart aber ungenutzt.
Fazit: Wegen der besseren Chancenverwertung ist Frankfurts Sieg beim Abschied von der Bundesliga nicht unverdient.
Von Wolfgang Tobien und Michael Ebert
| Eintracht Frankfurt |
|---|
| VfB Stuttgart |
