Personal: Bayer mit vier Änderungen gegenüber der Vorwoche: Die gesperrten Nowotny und Ramelow wurden durch Robert Kovac und Placente ersetzt, Hejduk kam für Zivkovic, Rink für Schneider. Frank Pagelsdorf ersetzte die gesperrten Hollerbach und Barbarez sowie den verletzten Meijer durch Hertzsch, Töfting und Präger.
Das Spiel im Live-Ticker Der 30. Spieltag auf einen Blick
Taktik: Bei beiden Mannschaften bewirkten die personellen Umbesetzungen auch Änderungen der Spielanlage: Bayer agierte mit zwei Deckern im Zentrum, die unterstützt wurden von Hejduk und Placente auf den defensiven Außenpositionen. Bei Hamburger Angriffen bildete sich so eine Viererkette. Vranjes übernahm die Position von Ramelow zentral defensiv, Neuville (rechts) und Zé Roberto sollten als hängende Außenstürmer die Angriffsspitzen Rink und Kirsten bedienen. Der HSV begegnete dem mit einer Dreier-Kette, in der Hertzsch leicht vorgeschoben auf Neuville spielte. Ujfalusi nahm sich auf der anderen Seite Zé Robertos an. So konnte Töfting von der halblinken Position häufig in die Zentrale rücken, wo er mit Groth und Niko Kovac ein engmaschiges Netz spannte, in dem sich die Leverkusener Aufbaubemühungen verfangen sollten. Präger und Mahdavikia versuchten von den offensiven Außenpositionen Heinz im Zentrum zu unterstützen.
Spielverlauf: Bayer versuchte von Beginn an, das Geschehen in die Hamburger Hälfte zu verlagern, nutzte dabei die gesamte Breite des Platzes. Das führte zu einer optischen Überlegenheit, die allerdings nicht effektiv genutzt wurde. Zu harmlos, zu wenig druckvoll ging es Richtung Butt. Nach und nach befreite sich der HSV, schaffte Überzahl im zentralen Mittelfeld mit den fleißigen Groth, Niko Kovac und Töfting, die Ballacks (ließ in der zweiten Hälfte deutlich nach) und Vranjes' (der zu häufig das Tempo verschleppte) Aufbaubemühungen nicht zur Entfaltung kommen ließen. Mit zunehmender Spieldauer ließ Bayer Nerven erkennen, ein konsequenter Hamburger SV hätte an diesem Nachmittag sicherlich für die dritte Heimniederlage der Vogts-Truppe sorgen können. So blieb es bei den beiden schnell auf einander folgenden Toren, die nicht für das enttäuschende Spiel entschädigten.
Fazit: Bayer kämpfte, Bayer wollte - aber Bayer konnte nicht. Und auch der HSV bekleckerte sich nicht mit Ruhm.
Von Frank Lußem
