Personal: Beide Trainer brachten gegenüber der Vorwoche zwei zwei neue Spieler: Seppo Eichkorn bot Drsek und Keidel für Kovacevic und Hirsch (Gelb- Sperre) auf. Frank Pagelsdorf ersetzte Ernst und Babatz durch Kovac und Hollerbach.
Taktik: In der auf vier Mitglieder erweiterten Abwehr-Formation der Duisburger spielte Libero Emmerling hinter seinen Manndeckern. Zentral hatte Hajto mit Uysal einen ständigen Widersacher; auf den Seiten übergaben Wohlert (rechts) und Drsek (links) ihre Gegner, weil die Hamburger Angreifer Mahdavikia und Präger häufig die Plätze tauschten. Im Kernbereich des MSV-Mittelfeldes sorgten Steffen (defensiv, gegen Gravesen) und Zeyer (offensiv) für Ordnung. Keidel hatte den Auftrag, über links "Eins-gegen- eins"-Situationen zu suchen. Mit seinem bewährten strategischen Grundmuster verabschiedete sich der HSV aus der Saison: Vor der Dreier-Abwehrkette operierte ein Mittelfeld-Quartett, aus dem Groth und Hollerbach zumindest in der Anfangsphase wiederholt über die Außen vorstießen.
Spielverlauf: Nur in der ersten Viertelstunde drückte Hamburg der Partie mit Kurzpass-Kombinationen den Stempel auf. Als nach der schnellen Führung, die Stauce mit einem Anfänger-Fehler ermöglichte, alles nach einer lockeren Trainingseinheit mit Wettkampfcharakter aussah, ließ Hamburg die Zügel schleifen - und dem MSV zu viel Raum. Die Platzherren entwickelten mehr Initiative im Mittelfeld (Zeyer), schafften prompt den Ausgleich kamen aber zu keinen weiteren Möglichkeiten. Die waren auch nach Wiederbeginn in einer belanglosen Begegnung, die sich unter weitgehendem Verzicht auf Tempo und Aggressivität (von Spielwitz ganz zu schweigen) dem Ende entgegenschleppte, kaum mehr zu registrieren. Allein Präger beschwor noch zwei Mal so etwas wie Gefahrenmomente herauf, der Rest war auf beiden Seiten nur noch Schweigen. Hamburg benötigte einfach zu lange, um in Tornähe zu gelangen.
Pagelsdorf hatte seinen Defensiv- Verbund in der zweiten Hälfte neu organisieren müssen, weil erst Hoogma und dann Panadic verletzt ausfielen. Gravesen rückte in die Mitte des Abwehr-Trios, drei Minuten später leistete ihm Kovac auf der linken Seite Gesellschaft. Grammozis und Ernst übernahmen im Mittelfeld deren Aufgaben.
Fazit: Altherren-Fußball im Wedaustadion: Man sah wenig, und davon viel zu viel.
Von Thomas Hennecke
| MSV Duisburg |
|---|
| Hamburger SV |
![]() Aufstellung: Butt (3,5) - Hertzsch (4) , Hoogma (3,5) , Panadic (4) - N. Kovac (3,5) , Hollerbach (4) - Groth (4) - Gravesen (3,5) - Mahdavikia (4,5) , Präger (4) - Uysal (5) Trainer:
Pagelsdorf |
